FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Länderspielpausen sind immer ein willkommener Anlass für Zwischenfazits - deshalb sprach sv98.de mit Carsten Wehlmann über den bisherigen Saisonverlauf, die Punktausbeute und die spielerische Entwicklung. Auch über die Herausforderung, Dinge mit einem langfristigen Plan anzugehen ohne das Tagesgeschäft zu vernachlässigen, gab der Sportliche Leiter der Lilien Auskunft.
sv98.de: Wie bewertest du den bisherigen Saisonverlauf?
Carsten Wehlmann: „Ganz klar, die Punktausbeute ist nicht zufriedenstellend und nicht so wie wir sie uns gewünscht hätten. Weder die Fans, noch die Mannschaft und der Trainer und auch nicht ich. Da fehlt es uns leider noch zu häufig an der nötigen Entschlossenheit und Effizienz. Wir finden auf dem Feld zwar spielerische Lösungen, belohnen uns aber zu selten für unseren Aufwand. Defensiv stehen wir grundsätzlich stabil, das beweisen die zugelassenen Chancen und die Anzahl der Gegentore. Insgesamt haben wir jedoch, gemessen an unseren Leistungen, zu wenig Punkte. Das wissen wir. Aber wir wissen auch, wie akribisch Trainer und Mannschaft arbeiten. Kurzum: Wir reden nichts schön, können die Situation aber seriös und realistisch einschätzen und verfallen deshalb auch nicht in Panik.“
sv98.de: Aktuell steht der 17. Platz. Alte Fußballerweisheit: Die Tabelle lügt nicht…
Wehlmann: „Das stimmt – allerdings mit Einschränkung. Ich bin überzeugt davon, dass am Saisonende jedes Team dort steht, wo es hingehört. Nach neun Spieltagen sehe ich das noch ein wenig differenzierter, da ist das Ranking nicht unbedingt ein perfektes Abbild der gezeigten Leistungen. Klar ist aber auch, dass wir aus unseren Chancen bisher zu wenig Tore gemacht haben. Da besteht Steigerungsbedarf, das ist uns allen bewusst.“
sv98.de: Wie erklärst du dir, dass wir momentan nicht die entsprechenden Punkte einfahren? Die Spielweise stimmt ja grundsätzlich.
Wehlmann: „Gewisse Entwicklungsschritte kann man im Profifußball nun mal nicht wie eine To-do-Liste abhaken. Wir haben hier einen Umbruch eingeleitet mit dem Ziel, uns auch spielerisch weiterzuentwickeln. Diese Entwicklung ist ja auch zu sehen, das wird wahrscheinlich niemand bestreiten. Aber leider schlägt sich das noch nicht in Punkten nieder. Klar hätte ich es auch gerne gehabt, dass in Hamburg nicht auf Elfmeter entschieden worden wäre, wir in Heidenheim kein „Kacktor“ kassieren oder uns gegen Karlsruhe in der 89. Minute für unseren Aufwand mit drei Punkten belohnen. Fußball ist aber eben in vielen Situationen auf dem Feld nicht planbar. Dazu kommen dann auch noch Faktoren wie etwa verletzungsbedingte Ausfälle. Unsere Aufgabe ist es, uns mit den Fakten und Gegebenheiten auseinanderzusetzen und in jeder Woche weiter alles dafür zu tun, um die Sieg-Wahrscheinlichkeit zu erhöhen.“
sv98.de: Das heißt?
Wehlmann: „Wir sind uns bewusst, dass Fußball ein Ergebnissport ist. Das ist auch unsere Priorität, aber dieser Umstand darf nicht zum Selbstzweck werden – sonst wurschteln wir uns jede Saison aufs Neue in der Hoffnung durch, dass es mindestens drei Mannschaften gibt, die am Ende der Saison unter uns stehen. Natürlich haben wir die Punkteanzahl und die Situation im Blick. Nichtsdestotrotz möchten wir die Mannschaft weiterentwickeln, damit sie die Punkte nicht durch Glück erlangt, sondern mit einem klaren Spielplan einfährt. Und den erkennen wir. Bitte nicht falsch verstehen: Natürlich wäre es uns allen am liebsten, wenn wir einen Sieg nach dem anderen einfahren würden. Aber zu einer Entwicklung gehören auch mal Geduld und die Kraft, Rückschläge wegzustecken.“
sv98.de: … dennoch sieht sich der SV 98 in der dritten Saison in Folge mit einer Sieglos-Serie konfrontiert.
Wehlmann: „Ich kann nur für das vergangene Jahr sprechen. Aber generell gibt es doch immer wiederkehrende Muster in solchen Situationen. Die Mannschaft punktet nicht wie gewünscht und dann entsteht eine Unruhe, von der man sich anstecken lässt. Dann werden um die Winterzeit große Veränderungen vorgenommen und man schafft mit einem Kraftakt noch den Klassenerhalt. Und dann geht es wieder von vorne los. Das soll überhaupt nicht als Kritik verstanden werden, sondern sind nur reine Beobachtungen. Aber diesen Teufelskreis wollen wir durchbrechen – wir wollen nicht nur kurzfristige Stabilität, sondern Konstanz. Deswegen haben wir im Sommer einen Umbruch vorgenommen, haben viele neue junge, hungrige Spieler eingebaut, um uns neu auszurichten und auch für die Zukunft zu wappnen, ohne aber die Gegenwart zu vernachlässigen. Diesen Spagat müssen wir hinbekommen und ich bin davon überzeugt: Das werden wir auch packen.“