"Kiel ist die Spielfreude anzumerken", erklärte Grammozis mit Blick auf den kommenden Gegner und fügte sofort an "unsere Hauptaufgabe wird es sein, ihnen diese zu nehmen."
Als Basis dafür legte der gebürtige Wuppertaler Eigenschaften zu Grunde, die der SV 98 speziell am Böllenfalltor regelmäßig präsentiert: "Mit unserer Art, unserer Zweikampfstärke, dem Fight und unserer Kampfzone werden wir Bälle gewinnen und Platz zum Kontern finden."
Mit exakter Gegneranalyse möchte Grammozis etwaigen Sturmschäden auf dem Feld vorbeugen, um den 44-Tore-Angriff der Norddeutschen eher zu einem lauen Lüftchen abzumindern. Wohlwissend, wie vielfältig das Spiel der Kieler ausgelegt ist. "Sie haben Laufwege, die unorthodox aussehen, aber genauso geplant sind", weiß der Fußballlehrer, der in der Vorbereitung daher erneut ein Augenmerk auf die eigene "Kompaktheit" legte und sich zu "einhundert Prozent" davon überzeugt zeigte, dass seine Elf dem Kontrahenten einen "großen Kampf" bieten werde.
Insiderwissen
Zumal Grammozis im Vorfeld der Partie auf besonderes Insiderwissen zurückgreifen kann. "Ich wäre dumm, wenn ich mir da keine Tipps holen würde", so der Übungsleiter auf die Nachfrage nach möglichen Infos der ehemaligen Kieler Patrick Herrmann und Carsten Wehlmann. Bereits wenige Minuten vor der Pressekonferenz hatte auch Herrmann zu den Journalisten gesprochen und ebenfalls die forsche Spielweise der Störche hervorgehoben. "Kiel spielt einen sehr mutigen und auch riskanten Fußball. Sie wollen immer den Ball, spielen auch attraktiv, aber dort liegt auch eine Chance für uns."
Ähnlich äußerte sich auch sein Trainer, der das teilweise "hohe Risiko" der Kieler zum eigenen Vorteil nutzen möchte. Damit dieses Unterfangen gelingt, müssen die Lilien die vorhanden Ansätze aus dem Bielefeld-Spiel weiter ausbauen. "Dort hat uns nach Ballgewinn etwas der Zug zum Tor gefehlt, trotzdem habe ich viele positive Dinge gesehen“, verriet Grammozis, der mit den Lilien nun den "nächsten Step" machen möchte.
"Kleine und qualitative Schritte"
Sich dafür in risikoreiche Experimente zu stürzen, hält der Grieche indes für den falschen Weg. "Wir müssen kleine und qualitative Schritte machen, anstatt zu hohes Risiko zu gehen." Dabei habe die Mannschaft in der zweiten Trainingswoche unter dem neuen Chef weitere Fortschritte gemacht, die es nun auf den Platz zu übertragen gilt.
Damit nach Spielende am Samstag ein lautstarker Jubelsturm durch die Heimspielstätte der Lilien fegt.