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21.02.2022 / Allgemein

Durcharbeiten

Nein, es sind zwar keine Spektakelwochen wie teilweise im Herbst. In jener Phase, als man Ingolstadt, Hannover, Bremen aus dem eigenen sowie Sandhausen aus dem gegnerischen Stadion schoss. Zu glauben, dass die Lilien weiter so kinderleicht über den Platz und Gegner fegen würden, wäre aber auch vermessen und naiv gewesen. Dennoch: Die Lilien punkten weiter. So auch gegen Hansa Rostock, als man den 41. Saisonpunkt einfuhr und damit nach 23 Spieltagen auf einem sensationellen dritten Tabellenplatz rangiert. Die Lilien brillieren zwar gegenwärtig nicht, sie zeigen sich aber stabil, wehrhaft und kampfesstark. Wichtige Attribute in der 2. Liga. Und sammeln so Zähler um Zähler.

Foto: Stefan Holtzem

„Es gibt auch Phasen in einer Saison, in der du dich durcharbeiten musst. Und das tun wir aktuell“, verdeutlichte der Cheftrainer des SV 98 auf der Pressekonferenz nach dem 1:1 gegen die Norddeutschen im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Mit Ausnahme des HSV-Spiels gelang es den Südhessen damit, nach dem Jahreswechsel in jeder Partie etwas Zählbares mitzunehmen: Ein Punkt gegen Karlsruhe, drei Zähler in Ingolstadt. Einer in Hannover und eben dieser eine gegen die Mannschaft von der Ostsee. Der Lohn: Endlich ist sie da, die sorgenfreie Saison, nach der sich Fans und Umfeld in den vergangenen Jahren so sehr gesehnt haben.

Für den SVD war mehr drin, für Rostock nicht

„Natürlich“, so Lieberknecht nach dem Rostock-Remis, „geben wir uns mit einem Punkt grundsätzlich nicht zufrieden“. Doch sei es eben auch wichtig, die Tücken jener Winterphase und Schwierigkeiten eines jeden Spiels zu berücksichtigen. Das gilt für den SV 98, aber auch aktuell für viele andere Zweitliga-Teams. Das perfekte Anschauungsbeispiel? Der 23. Spieltag dieser 2. Bundesliga. So holten die Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel stets Punkte gegen Vertreter aus der oberen Tabellenhälfte: Ingolstadt und Sandhausen jeweils einen gegen Bremen und Hamburg, Hannover gleich drei auf St. Pauli, Dresden und Rostock wiederum einen gegen Heidenheim und eben Darmstadt.

Und Jens Härtel, der Chefcoach des FC Hansa, musste eingestehen: „Betrachtet man das ganze Spiel, war es das Maximum, das wir erreichen konnten.“ Schließlich waren die Lilien im mit 7.500 Zuschauern ausverkauften Merck-Stadion am Böllenfalltor die tonangebende Mannschaft. Mehr Torschüsse (19:4), mehr Ballbesitz (59:41 Prozent), die bessere Zweikampfquote (54:46 Prozent). „Wir hätten also grundsätzlich auch die drei Punkte verdient“, wusste Tobias Kempe und fügte an: „Trotzdem haben wir zumindest einen weiteren Zähler gesammelt und bis zum Ende alles versucht.“ Die Nummer elf hatte den einzigen Lilien-Treffer markiert. Die nötige Leidenschaft, Vorwärtsdrang sowie zahlreiche Möglichkeiten auf Torabschlüsse waren das ganze Spiel über vorhanden. Doch ein weiteres Tor nachzulegen, das gelang nicht. Stattdessen fiel der Ausgleich.

„Punkt in Ordnung“

Lieberknecht: „Wichtig war dann allerdings, dass wir einen kühlen Kopf bewahrt haben. Wir haben versucht, auf den Dreier zu gehen. Gleichzeitig wussten wir aber auch, dass wir uns keinen Konter mehr fangen dürfen.“ Für mehr als ein Unentschieden reichte es am Sonntagnachmittag allerdings nicht. Also zwei Punkte verloren? Oder einen Zähler hinzugewonnen? Aus Sicht des Darmstädter Cheftrainers klar letzteres: „Man hat gemerkt, dass wir uns sehr engagiert gezeigt haben und den Sieg gerne gehabt hätten. Deswegen ist dieser Punkt insgesamt absolut in Ordnung.“

Diesen einen Zähler gilt es nun, in die neue Woche mitzunehmen. Sowie die positive Tatsache, dass am Sonntag endlich wieder zahlreiche Lilien-Fans ins Merck-Stadion am Böllenfalltor strömen durften. Das gibt Rückenwind. „Und das macht Lust auf mehr“, freute sich Aaron Seydel, der ergänzte: „Unsere Fans sind der zwölfte Mann. Wenn hier volles Haus ist, werden sie hoffentlich gegen Ende der Saison noch der entscheidende Faktor.“ Doch vor dem nächsten Heimauftritt gegen den 1. FC Heidenheim (4.3./18.30 Uhr) steht erst einmal das Samstagabendspiel bei Dynamo Dresden (26.2./20.30 Uhr) auf dem Plan. Seydel erwarte ein umkämpftes Spiel: „Es wird heiß zur Sache gehen.“

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