FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Ein schon länger geplanter Fanabend, der aufgrund der Ereignisse des vergangenen Wochenendes plötzlich an Brisanz gewann. Und dann demonstrierte, welche Kraft der SV 98 entfalten kann, wenn trotz unterschiedlicher Positionen miteinander statt übereinander geredet wird. So könnte der Donnerstagabend in der Haupttribüne zusammengefasst werden, wo in der ENTEGA VIP-Lounge zum Thema „Stadionerlebnis“ der dritte Fanabend des Jahres veranstaltet wurde.
Eigentlich war der Abend dazu gedacht gewesen, um in verschiedenen Arbeitsgruppen Lösungen und Ansätze für ein noch besseres Spieltagserlebnis zu erarbeiten. Doch aufgrund der Vorkommnisse nach der Heimpartie gegen den FC Augsburg wurde unter der Woche der Ablauf angepasst. Mithilfe von Fanvertretern der Südtribüne, des A-Blocks sowie der Gegengerade arbeitete der Verein den Samstagnachmittag Stück für Stück auf. Im Namen der Südtribüne wurde sich dafür entschuldigt, dass einzelne Personen aus diesem Bereich den Weg zur Gegengerade für eine körperliche Auseinandersetzung gesucht hatten. Und deutlich jede Art von Gewalt unter Lilienfans verurteilt.
Es war der Auftakt für einen ehrlichen, kritischen, aber auch äußerst konstruktiven Diskurs rund um den Spieltag und generell die Heimspiele der Lilien. Ausgeräumt wurden Missverständnisse rund um die Ansprache des Vorsängers nach Spielende. Speziell die Gestik, welche nicht in Einklang zum eigentlich motivierenden Inhalt der Botschaft stand, wurde noch mal erläutert. Zudem wurden Fehler bei der ausgebliebenen Kommunikation des geplanten Ablaufs nach Spielende in Richtung Gegengerade eingeräumt. Auf der anderen Seite wurde sich stellvertretend für Beschimpfungen während der Ansprache entschuldigt. Alle Beteiligten einte die Position, dass Gewalt unter Lilienfans ein absolutes No-Go sei.
Im Anschluss sprachen die Anwesenden zahlreiche weitere das Stadionerlebnis betreffende Dinge an. Etwa die Auswirkungen des Stadionumbaus auf die Spieltagsstimmung oder die vor der Gegengerade installierte Lautsprecher-Box. Deutlich wurde bei dem Austausch, dass alle Seiten noch mehr gegenseitiges Verständnis dafür mitbringen müssen, dass jeder Stadionbesucher andere Ziele und Erwartungen an ein Stadionerlebnis mitbringt. Trotz thematisch manchmal unterschiedlicher Positionen belegte dieser Donnerstag, dass der direkte Austausch der Fangruppen dabei hilft, künftig noch enger an einem Strang ziehen zu wollen.
Die ursprünglich für den Abend geplanten Themen wurden natürlich dennoch besprochen. Unterteilt war dieser Part in drei Unterpunkte: Ticketing, Sicherheit und Catering. Während Robin Bechold, Leiter Ticketing beim SV 98, etwa die Art des Vorverkauf-Prozederes bei Heim- und Auswärtsspielen sowie die Zusammensetzung der Preisgestaltung für Kartenpreise am Bölle erläuterte, gab Fanbetreuer Erik Eichhorn Auskunft über die Thematik von Gästefans und Gästefarben im Heimbereich. Hierbei wurden verschiedene Aspekte beleuchtet, die darstellen wie schwierig und kleinteilig solche Problematiken sind und dass Lösungsansätze wie beispielsweise generelle Verbote von Gästefarben im gesamten Heimbereich (gilt aktuell nur für Südtribüne und Gengengerade) das Problem nicht vollumfänglich lösen würden. Auch der Umstand, dass der SV 98 aufgrund von Regularien gezwungen sei, rund 100 Haupttribünen-Karten an den Gastverein geben zu müssen, war vielen der rund 150 Teilnehmenden der Veranstaltung bis dato nicht bewusst. Von allen Beteiligten wurde unisono kritisiert, dass insgesamt zu viele für Lilienfans bestimmte Tickets von Vereinsmitgliedern an Fans gegnerischer Klubs weitergegeben oder gar verkauft würden.
Geschäftsführer Michael Weilguny erläuterte zudem den Bewerberprozess bei der Suche nach einem Stadioncaterer und gab Einblicke in die Catering-Organisation. Dabei wurde auf diverse Verbesserungen in den letzten Monaten eingegangen. So gibt es mittlerweile deutlich mehr Stände und Personal – rund 50 Prozent mehr im Vergleich zur Situation vor dem Stadionumbau. Die Speisenauswahl wurde verbreitert. Und vor allem wurde auf das Qualitätsmanagement in den letzten Monaten viel Wert gelegt und im Zuge dessen beispielsweise auch ein kontinuierlicher Evaliierungsprozess zum Thema Wartezeiten aufgesetzt. Dass weiter an Verbesserungen gearbeitet wird und dabei auch immer wieder das Feedback der Fans abgefragt werden soll, wurde ebenso betont.
Rund dreieinhalb Stunden dauerte der Fanabend an. Das verdeutlicht, wie groß der Bedarf nach Aussprache und einer auf allen Ebenen verbesserten Kommunikation ist. In ihren Abschlussstatements unterstrichen Weilguny sowie Vizepräsident Markus Pfitzner, dass dieser Abend nur als Auftakt für eine Reihe weiterer Gesprächsrunden mit den unterschiedlichen Zielgruppen rund um den Verein zu sehen sei. Denn eines wurde an diesem Abend besonders deutlich: Der SV 98 lebt von seiner bunten Mitmachkultur, in der jede Stimme und Anmerkung Gehör findet. Die Lilien sind ein lebendiger Verein, diese Vielfalt darf aber nicht für gegeben angesehen werden. Dieses Gut gilt es zu pflegen. Vom Klub, von den Mitgliedern, von den einzelnen Tribünenbereichen. Von jeder Person, die die Lilie im Herzen trägt.