FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
"Kaa Problem" -damit signalisierte er gerne, dass man bei ihm gut aufgehoben war -ganz gleich, um was es ging: Ob auf dem Festplatz bei seinen Schaustellerkollegen Hilfe gebraucht wurde, ob beim Heinerfest im Schlossgraben auf die Schnelle etwas zu besorgen war, ob in "Heinis heißer Hütte" auf dem Weihnachtsmarkt die Glühweinbestände aufzufüllen waren, ob es um Fußball ging oder um das politische Geschehen in seiner Stadt: Heinrich "Heini" Hausmann war zur Stelle. Einer, der Darmstadt prägte. Darmstadt -seine Stadt.
Schon als Sechsjähriger stand er mit der Großmutter auf dem Darmstädter Marktplatz, seinem Lieblingsplatz, und verkaufte Grabkränze. Die Oma schickte den kleinen Heini in die Ruinen der zerbombten Altstadt, wo Weidekätzchen und Moos sprießten. Nötig, um die selbstgeflochtenen Kränze zu verzieren. "Kränze hatten Konjunktur im kaputtgebombten Darmstadt", erzählte er einmal.
Heini Hausmann engagierte sich für die Stadt, die ihm schon als kleiner Junge Heimat war. Der leidenschaftliche Schausteller, 1940 hineingeboren in eine Welt, in der Krieg herrschte, wurde mit 28 Jahren in den Vorstand des Darmstädter Schaustellerverbandes gewählt, wenig später fand er in der SPD eine politische Heimat -entschlossen, die Gesellschaft friedlicher, sozialer und gerechter zu machen. Von 1988 an führte er die Darmstädter Schausteller zwei Jahrzehnte als Vorsitzender und machte aus dem Verband eine feste Größe in der Stadtgesellschaft. 1999 wurde er Stadtverordneter für die Sozialdemokraten, bis zuletzt gehörte er dem Stadtparlament an, eine Vielzahl von Ehrungen und Auszeichnungen wurden ihm zuteil.
Seine große Leidenschaft neben der Geselligkeit aber war der Fußball -und hier besonders der SV Darmstadt 98: Seine Lilien. Heini Hausmann engagierte sich ehrenamtlich bei jenem Verein, der ihm am Herzen lag, unter anderem als Kassenprüfer. Großzügig lud er die Erste Mannschaft regelmäßig zum Weihnachtsmarkt ein, oder versammelte Freunde des Vereins bei einem Punch in seinen eigenen vier Wänden.
Heini Hausmann, so erinnert sich der ehemalige Vereinspräsident Hans Kessler gerne, prägte die Identität des SV 98: "Stets stand Heini Hausmann den Lilien zur Seite, er half immer, wenn er nur irgendwie helfen konnte -vor allem auch in schlechten Zeiten. Heini Hausmann wird eine große Lücke hinterlassen."
Heini Hausmann, der Mann mit der Lilie im Herzen, organisierte unzählige Fahrten zu Auswärtsspielen, ob nach Freiburg oder zuletzt im April nach Leipzig. All das machte ihm Freude -weil er es für seine Freunde tat. Heini Hausmann war ein Freund. Einer, der sich kümmerte. Einer der fehlen wird. Heini Hausmann ist am 30. September im Alter von 73 Jahren an den Folgen eines Unfalls gestorben.
Frank Horneff