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23.10.2021 / Allgemein

Ein Punkt für die Entwicklung

Nein, Heimweh zu haben, kann man den Lilien mittlerweile nicht mehr attestieren. Noch vor rund drei Wochen mussten sich die Südhessen den Vorwurf gefallen lassen, warum man denn nur ausschließlich im Merck-Stadion am Böllenfalltor Zählbares auf das Punktekonto schaufeln könne. Zwei Auswärtsspiele und vier Punkte später lässt sich konstatieren: Zuhause schmeckt’s zwar immer noch am besten. Auswärts essen ist aber auch in Ordnung.

Foto: Holtzem

Es spricht für die Entwicklung des SV 98, dass er flügge geworden ist. „Für uns ist es auch ein Prozess, den wir mitnehmen“, befand dann Torsten Lieberknecht im Anschluss an das 1:1 bei Holstein Kiel: „In Heidenheim und Rostock haben wir nach dem Ausgleich jeweils zum Ende noch ein Gegentor geschluckt. Das nehmen wir mit in unserer Entwicklung.“ Denn diesmal sah der Lilien-Cheftrainer eine Darmstädter Mannschaft, die sich nicht in den letzten Minuten noch die Butter vom Brot nehmen ließ. Sondern selbst Hunger auf die maximale Punktausbeute hatte.

„Wollten in der zweiten Halbzeit mehr Zugriff auf das Spiel haben“

Rund eine Viertelstunde belagerten die Gäste in der Schlussphase das gegnerische Tor und schafften es, auf eine bis dato gelungenen zweiten Halbzeit noch mal eine Schippe draufzulegen. Oder, wie es Marcel Schuhen pragmatisch-sachlich beschrieb: „In der zweiten Halbzeit wollten wir mehr Zugriff auf das Spiel haben, das hat auch gut geklappt.“ Gewiss: Zur Wahrheit gehört auch, dass die Lilien nicht ganz an die Effizienz der vergangenen Wochen anknüpfen konnten. Kiel-Keeper Dähne, der linke Kieler Pfosten auf Osttribünen-Seite und mangelnde Kaltschnäuzigkeit verhinderten jedoch letztendlich die maximale Ausbeute. Mit etwas mehr Abschlussgenauigkeit und –glück würde dieser Nachbericht wohl davon handeln, dass sich nun auch die Auswärtspartien wie die heimischen Bölle-Festspiele anfühlen würden. Dennoch ist unverkennbar, dass sich die Mannschaft weiterentwickelt hat.

Widerstand geleistet

Ein Reifeprozess ist bei der drittjüngsten Mannschaft der Liga (Ø-Alter: 25,0 Jahre) jedoch nicht nur in Sachen Auswärtsbilanz erkennbar. Sondern auch in puncto Resilienz und Wehrhaftigkeit. Konnte man zu Beginn der Saison auch aufgrund der zahlreichen Corona- und Quarantäne-Ausfälle nach Rückschlägen nicht mehr zurückkommen, schaffen es die Lilien mittlerweile, sich trotz psychologisch schwieriger Phasen im Spiel zurückzumelden: Gegen Dresden holte man trotz einer frühen Roten Karte den Heimsieg. In Sandhausen drohte nach dem Ausgleich der Verlust der Spielkontrolle, ehe die Südhessen schlussendlich eindrucksvoll den hohen Ballbesitz in mehrere Tore ummünzten. Und an der Förde überstand das Team eine Phase ab der 20. Minute, in der Holstein Kiel großen Druck entfachte und zum bis dato verdienten 1:0 traf. „Irgendwie sind wir nach dem Treffer erst so richtig aufgewacht“, monierte Luca Pfeiffer: „Unsere Reaktion auf das 1:0 war aber sehr gut.“ Die Lilien, sie hatten auch in Kiel eine Antwort parat. Ein Selbstverständnis, das Mut macht für die kommenden Wochen: Der SV 98 kann mit Nackenschlägen und Herausforderungen umgehen.

„Es ist eine Entwicklung, die wir gemacht haben“

Und mit gegnerischen Offensiven. Während man in den ersten vier Ligaspielen noch acht Gegentore fressen musste, zappelte der Ball in den vergangenen fünf Begegnungen nur noch starke vier Mal im eigenen Netz. Heimlich still und leise und im Schatten der Berichterstattung über die Offensivwucht zeigen sich die Lilien inzwischen im mannschaftlichen Defensivverhalten stabil. „Es ist eine Entwicklung, die wir gemacht haben und auch eine Veränderung zur vergangenen Saison“, unterstrich Marcel Schuhen. In der zurückliegenden Spielzeit schlug es nur bei fünf Teams noch häufiger ein. Schuhen: „Das Ziel bei den Gegentoren ist immer ein Einser-Schnitt, da sind wir auf einem guten Weg.“

Nächste Reifeprüfung unter Flutlicht

Der Weg für die Lilien geht bereits am kommenden Freitagabend weiter. Dann empfängt man im Merck-Stadion am Böllenfalltor den 1.FC Nürnberg, der an diesem Wochenende den 1. FC Heidenheim mit 4:0 vom Platz fegte und als einziges Team im deutschen Profifußball noch unbesiegt ist. Eine echte Reifeprüfung, vor der den Südhessen jedoch nicht bange ist. „Ich habe direkt richtig Bock auf das Spiel“, gab Marcel Schuhen noch auf dem Kieler Rasen Einblick in seine Gefühlswelt: „Flutlicht, Bölle, ausverkauft, hoffe ich. Da hat man als Fußballer Lust drauf. Die haben genauso wie wir eine breite Brust, aber wir freuen uns auf das Spiel.“ Der Hunger auf Mehr war direkt nach dem Abpfiff wieder da.

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