FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Es war ein bemerkenswerter Anblick, der sich den Lilien bereits beim Warmmachen im BWT-Stadion am Hardtwald bot. Während die übrigen Tribünen nur spärlich besetzt waren, erstrahlte der Gästebereich in flächendeckendem Blau. Die mitgereisten Lilienfans sorgten den ganzen Abend lang für Heimspiel-Atmosphäre und hatten dementsprechend großen Anteil, dass auf dem Feld das Minimalziel erreicht wurde.
"Das ist nicht alltäglich", erklärte Dirk Schuster mit Blick auf den Anhang, dem der Cheftrainer ein "Riesenkompliment" aussprach. Bereits im Vorfeld der Partie hatte der 51-Jährige das "Gespür für saubere und ehrliche Arbeit" der Lilienfans hervorgehoben und damit der Kernkompetenz vorweggegriffen, auf die es in den 90 Minuten in Sandhausen schlussendlich ankam.
"Ein absolutes Kampfspiel"
Denn das, was die rund 2500 Lilienfans am Freitagabend zu sehen bekamen, ließ sich mit der Überschrift "Harte Arbeit" bestmöglich zusammenfassen. "Es war definitiv nicht immer schön und ein absolutes Kampfspiel", gab Fabian Holland ehrlicherweise zu Protokoll, hob aber hervor: "Es war wichtig, dass wir etwas mitgenommen haben."
Zusätzlich zum Auswärtspunkt erhielten die Protagonisten mit der Lilie auf der Brust zudem den erneuten Beweis, sich bedingungslos und auch in schwierigen Phasen auf die eigenen Fans verlassen zu können. "Sie haben uns über 90 Minuten – auch nach dem Rückstand – nach vorne gepeitscht und jeden gewonnenen Zweikampf honoriert", fasste Schuster die beeindruckende Leistung im Gästebereich zusammen, die in Sachen Leidenschaft und Willen die Marschroute vorgab, der die Spieler auf dem Feld folgten. Auch, wenn auf dem Feld nicht immer alles gelingen wollte.
"Es wurde um jeden Grashalm gefightet, wir haben richtig dagegen gehalten", so Schuster, der mit dem Punktgewinn auf fremden Platz ein "kleines Erfolgserlebnis" nach den Niederlagen in Duisburg und gegen Heidenheim notierte. Es war zwar nicht der von den Beteiligten erhoffte Befreiungsschlag, aber zumindest mit einem Punkt traten die Lilien die Heimreise an. Auch Victor Pálsson sprach am Samstagvormittag von einem "Schritt nach vorne", den er und seine Teamkollegen in einem "extrem intensiven Spiel" gegangen waren und betonte die "positiven Dinge", die es nun in die kommende Arbeitswoche mitzunehmen gelte.
"Dafür sind wir sehr dankbar"
Hohe Präsenz, Zweikampfstärke und Intensität – mit all diesen Eigenschaften hatten sich beide Teams auf dem Rasen keinen Zentimeter geschenkt, immer wieder kleinere Nicklichkeiten ausgetauscht und das Spielgeschehen in einen Abnutzungskampf verwandelt, an dessen Ende das passende Ergebnis stand. "Das Unentschieden ist fair", resümierte Pálsson, der angesichts des erhaltenen Unterstützung am Folgetag noch immer ins Schwärmen geriet: "Ich habe großen Respekt vor den Fans. Sie sind sehr wichtig für uns, speziell auch in diesen Momenten. Dafür sind wir sehr dankbar."
Und auch wenn dem Offensivspiel der Lilien in manchen Phasen die zündende Idee abging, ein Zuspiel verrutschte oder ein Abschluss verunglückte – es war die Leidenschaft auf und neben dem Platz, die schlussendlich mit einem Auswärtspunkt belohnt wurde. Wobei es sich angesichts der Kulisse fast wie ein Zähler im heimischen Böllenfalltor anfühlte. "Wenn wir sehr viel investieren und an die körperlichen Grenzen gehen, dann ist es schwer, gegen uns Spiele zu gewinnen. Das sollten wir mitnehmen", diktierte Schuster auf der Pressekonferenz in die Notizblöcke der Journalisten, nachdem er diese Erkenntnis zuvor mit Sicherheit auch im Spielerkreis mitgeteilt hatte.
Ein Fazit, das als Grundlage für das anstehende Heimspiel gegen Dynamo Dresden gelten sollte. Wenn die Lilien wieder in ihrem Wohnzimmer auflaufen, vor einer noch größeren Anzahl an stimmgewaltigen Fans und mit dem Ziel, dem kleinen Schritt nach vorne den nächsten folgen zu lassen. Um am Samstagnachmittag selbst ein Riesenkompliment zu erhalten.