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25.08.2018 / Allgemein

Ein Sieg der Geduld

Marcel Heller musste ein paar Minuten warten, bis er Serdar Dursun nach Spielende als Interviewpartner am Spielfeldrand ablösen konnte. Zum Abschluss des Freitagabends war also noch einmal die Eigenschaft gefragt, die bereits im Vorfeld so stark strapaziert wurde. Denn Geduld brauchten alle im Spiel gegen den MSV Duisburg. Spieler und Fans benötigen sie gleichermaßen und wurden schließlich für ihre Ausdauer belohnt. Frei nach dem Motto: Was lange währt, wird endlich gut.

Rund eine halbe Stunde dauerte es, bis die Lilien das Spielgeschehen in den Griff bekamen und aus einem ausgeglichen und zerfahrenem Spiel eine Partie machten, in der sie immer mehr die Kontrolle übernahmen. "Wir wussten, dass wir Geduld brauchen", beschrieb Tobias Kempe die ersten 30 Minuten und benutzte dafür ebenfalls das geflügelte Wort des Abends. Ohne Hektik gelang es Kempe und seinen Teamkollegen, das Ruder zu übernehmen – allein der ersehnte Treffer ließ noch einige Zeit auf sich warten: "Es hat etwas länger gedauert", fasste Kempe daher mit einem leichten Augenzwinkern den Weg zusammen, der schlussendlich in der erlösenden Führung durch Marcel Heller in der 68. Minute mündete.
"Immer weiter machen"
Personifiziert für diesen Weg stand Dursun, der sich mit Spielbeginn in jeden Zweikampf warf, Bälle verlängerte und ablegte und sich darüber hinaus eine Vielzahl an Torchancen erarbeite. Innerhalb von zwei Minuten traf der Angreifer jeweils die Latte, zudem wurde ihm kurz vor dem schlussendlichen Führungstreffer ein Tor aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung aberkannt. "Es ist ab und zu so, dass der Ball nicht rein geht", erklärte der 26-Jährige angesprochen auf diese Szenen, die ihn aber nicht aus der Bahn brachten: "Man muss immer weiter machen und auf die nächste Chance warten."
Und genau wie die gesamte Mannschaft machte Dursun weiter und wurde schließlich belohnt. In der 74. Minute sorgte er mit seinem 2:0 für die Vorentscheidung und bewies einmal mehr, was Dirk Schuster bereits in der Vorsaison oftmals betont hatte: "Der Fleißige wird grundsätzlich belohnt." An diesem Freitagabend hätte es auch der Geduldige heißen können. Vorteilhaft war dabei, dass die Lilien in der Lage waren, die Intensität bis zum Schluss hochzuhalten. Die körperlichen und konditionellen Grundlagen, die in der Vorbereitung trainiert wurden, machen sich bezahlt.
"Die Atmosphäre hier ist immer etwas Besonderes"
Geduld und Ausdauer bewiesen auch die Lilienfans, die über die komplette Spieldauer Alarm machten, den Torschrei mehrfach verschieben mussten, um dann allen Emotionen nach dem 1:0 ihren Lauf zu lassen. "Die Fans sind überragend und haben uns mitgenommen", zollte Dursun Respekt für die Leistung auf den Rängen, bevor Marcel Heller ebenfalls ein Loblied auf die eigenen Anhänger anstimmte: "Die Atmosphäre hier ist immer etwas Besonderes. Die Zuschauer sind fantastisch und lautstark, das haben wir heute wieder gesehen. Das pusht uns extrem. Uns macht es froh, dass alle Fans glücklich nach Hause gehen können."
Großen Anteil daran hatte auch Heller selbst, der an allen drei Treffern direkt beteiligt war und noch einmal verdeutlichte, was die Lilien im zweiten Heimspiel so stark machte: "Wenn du schon zwei Mal die Latte getroffen hast, dann bist du nah dran. Wir haben danach immer weiter gemacht, jeder hat an den Sieg geglaubt."
Keine Überbewertung
Geduld und der Glaube an die eigene Stärke. Eine Erfolgsformel, die in der weiteren Saison sicherlich oftmals benötigt wird, um weitere Zähler dem Punktekonto hinzuzufügen. Auch, weil die 2. Liga in jeder Woche eine Leistung am Limit einfordert: "Der Saisonstart ist positiv, aber wir dürfen ich nicht überbewerten. Auch in der vergangenen Saison sind wir ähnlich gestartet“, wollte sich Kempe nicht lange mit den bisherigen 6 Zählern aufhalten, sondern legte sofort das Augenmerk auf die anstehenden Wochen: "Es kommen noch viele harte Spiele auf uns zu, für die wir weiter arbeiten werden."
Denn das große Saisonziel der Lilien steht fest: Den Geduldsfaden nicht wieder bis zur letzten Sekunde strapazieren.  

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