FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Nicht mehr rauszuschieben waren die Lilien am Ende aus der Gladbacher Hälfte, mit aller Macht drängte der SV 98 auf den Ausgleichstreffer. Ein Team, das seit Monaten theoretisch und seit zwei Wochen faktisch abgestiegen war, kämpfte um den Auswärtspunkt, als würde es noch voll im Abstiegskampf stecken. Und wurde in der 90. Minute mit dem 2:2 belohnt. Nie aufgeben, gegen alle Wahrscheinlichkeiten. Rückschläge abhaken und weitermachen. Bis zum Schluss für das Team und die Fans kämpfen. Die zweite Halbzeit im Borussia-Park, ein blau-weißes Konzentrat der gesamten Rückrunde.
"Wir wollten uns mit unserem wahren Gesicht verabschieden, deswegen bin ich sehr froh, dass wir mit dem Punkt einen gelungenen Abschluss feiern konnten", erklärte Jerôme Gondorf im Anschluss in der Mixed-Zone. Er selbst hatte sich in den für ihn letzten 88 Minuten im Liliendress völlig verausgabt, anschließend auf der Bank mitgefiebert und bei Marcel Hellers Ausgleich mitgefeiert.
Der Torschütze zum 2:2 selbst betonte hinterher: "Wir hätten uns hinstellen können und sagen, wir sind ja eh abgestiegen. Das wollten wir nicht." Weder in Gladbach, noch in der gesamten Rückrunde. In der Winterpause als Tabellenletzter bereits mit großem Abstand auf den Relegationsplatz, ließen die Lilien nichts unversucht, um so viele Punkte wie möglich einzuheimsen.
"Haben gezeigt, dass wir eine Einheit sind"
Zunächst mit viel Kampf und Courage, denn eine bittere Heimniederlage gegen Köln und das verlorene Derby in Frankfurt nagten am Team. Ab dem Heimsieg gegen Dortmund dann aber auch mit den nötigen spielerischen Ansätzen, gepaart mit den traditionellen Darmstädter Tugenden. Häufig schrammten die Lilien in dieser Zeit knapp an Punktgewinnen vorbei, meist erfolgte spät im Spiel der Nackenschlag. Situationen, in denen man die Hände über den Kopf schlagen und einfachen aufgeben hätten können.
Doch die Lilien machten einfach weiter und schwangen sich zum Ende der Saison zu drei Siegen in Folge auf. Selbst beim FC Bayern München war man drauf und dran, einen Punkt einzuheimsen. Und auch in Gladbach ließ das Team nichts unversucht – selbst Fohlen-Cheftrainer Dieter Hecking sprach hinterher von einem "verdienten Ausgleich". Gleich zweimal egalisierte der ersatzgeschwächte SV 98 den Spielstand. Mit Aytac Sulu, Sandro Sirigu, Fabian Holland und Michael Esser fiel fast der gesamte etatmäßige Defensivverbund aus, doch die Südhessen nahmen die Herausforderung an. "Wir mussten heute das Team umstellen und haben dann gezeigt, dass wir eine Einheit sind", betonte Hamit Altintop, während Cheftrainer Torsten Frings lobte: "Das zeigt aber auch den Charakter der Mannschaft, die nie jammert und immer das Beste gibt."
"Gibt uns viel Mut für die Aufgaben in der kommenden Saison"
Charakter zeigten auch mal wieder die Lilienfans. 3000 Anhänger begleiteten das Team an den Niederrhein und verwandelte die Auswärtspartie phasenweise in ein echtes Heimspiel. Auch weit nach Abpfiff ließen sie Mannschaft und Trainerstab hochleben. Altintop: "Die Fans sind einfach erstklassig. Gerade ihnen wollten wir in den letzten Wochen noch Freude machen, das waren wir ihnen einfach schuldig."
Dieser Einsatz wurde im Borussia Park mit einem Punkt gekrönt. Ein Punkt, der für das Tabellentableau nicht egaler, für den Kopf des SV 98 aber nicht wichtiger hätte sein können. "Ich habe großen Respekt vor der ganzen Mannschaft und dem Trainerteam, die heute wieder ganz großen Sportsgeist bewiesen haben", zollte Präsident Rüdiger Fritsch den Beteiligten großen Respekt: "Uns allen gibt das viel Mut für die Aufgaben in der nächsten Saison, für die wir genug emotionale Power benötigen. Für das Image und die Wahrnehmung des gesamten Vereins war dieser Abschluss der Saison von enormer Wichtigkeit."