FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Das RheinEnergieSTADION war quasi leergefegt, als sich die Lilien rund 45 Minuten nach Abpfiff noch einmal auf das Spielfeld und in Richtung Gästeblock begaben. Denn während die Anhänger der Kölner längst den Heimweg angetreten hatten, bildeten zahlreiche Lilienfans weiterhin einen stimmgewaltigen Chor, eine Enklave des Glücks in diesem Fußballtempel und damit ein Symbolbild für diesen besonderen Freitagabend: Der SV Darmstadt 98 hat sein großes Ziel vorzeitig erreicht.
Die erste gemeinsame Party mit den weit mehr als 3000 mitgereisten Anhängern hatten die Spieler mit der Lilie auf der Brust bereits wenige Augenblicke nach Abpfiff gefeiert. "Ab zu den Fans. Dieser Sieg gehört euch", rief Dimitrios Grammozis seinen Spielern zu, die sich daraufhin in Richtung Nordtribüne begaben, um einfach einmal loszulassen.
"Wir haben es geschafft. Als Mannschaft", resümierte Marcel Heller aufgrund der vergangenen Wochen, in denen der SV 98 konstant den Abstand nach unten vergrößert hatte und nun beim Spitzenreiter den ersten Matchball verwandelte. "Es ist umso schöner, dass wir es aus eigener Kraft geschafft haben und auf keine andere Mannschaft hoffen müssen", so der 33-Jährige, der anfügte: "Ein großes Kompliment an die Fans, die Mannschaft und das Trainer- und Betreuerteam."
Glück und Leidenschaft
Natürlich hatten die in blau gekleideten Darmstädter auch eine gehörige Portion Fortune gepachtet, angesichts der zahlreichen Angriffswellen, die der Gastgeber immer wieder auf das Tor von Daniel Heuer Fernandes zurollen ließ. "Wir wissen, dass wir heute ein Quäntchen Glück und einen überragenden Torhüter hatten", gestand daher Grammozis, der aber auch erklärte: "Was die Leidenschaft anging, war der Sieg nicht unverdient."
Wie bereits in den vergangenen Wochen, in denen die Lilien satte 14 Punkte aus 7 Spielen ergatterten, waren die Darmstädter Akteure erneut als geschlossene Einheit aufgetreten, als ein Team mit einer ausgeprägten "Einer für alle – alle für einen!"-Mentalität. "Es ist Wahnsinn, ich bin ein wenig fassungslos. Das war ganz große Moral und Teamgeist. Wir hatten einen guten Matchplan und haben Charakter gezeigt", bilanzierte ein sichtlich euphorisierter Serdar Dursun, der mit seinem Tor und einer Vorlage viel zu dem Überraschungscoup seiner Farben beigetragen hatte.
"Heute können wir alle feiern", jubilierte der 27-Jährige, der sich nur über eine Kleinigkeit ärgerte: "Die Gelbe Karte nervt, jetzt muss zwei Wochen lang aufpassen", so Dursun mit Blick auf seine 4. Verwarnung in dieser Saison. Angesichts des feststehenden Klassenerhalts eher eine Randnotiz, die aber den enormen Ehrgeiz innerhalb der Mannschaft widerspiegelt, wie auch Dursuns nächste Sätze verdeutlichten: "Wir haben unser Ziel erreicht, aber wir werden auch die nächsten drei Spiele voll da sein und wollen bestenfalls noch neun Punkte holen. Hier wird niemand einen Schritt weniger machen."
"Ich habe davon geträumt"
Ganz besondere Schritte waren es gewesen, die Felix Platte in der 76. Minute gegangen war. Nur vier Minuten nach seiner Einwechslung und seinem damit verbundenen Comeback umkurvte der Angreifer Kölns Schlussmann Timo Horn und schob zum umjubelten Siegtreffer ein. Das Tor zum Klassenerhalt und eine große Portion Balsam auf die Fußballerseele des 23-Jährigen: "Für mich ist es ein sehr schönes Gefühl. Ich hatte eine blöde Saison und habe davon geträumt, in diesem Jahr noch ein Tor zu schießen."
Diesen Traum erfüllte sich Platte selbst, der vom vorzeitigen Klassenerhalt wurde durch großartiges Teamwork zur Realität. "Es ist ein unglaubliches Gefühl", verriet Platte nach diesem hochemotionalen Abend in Köln. Und sprach damit wohl allen Darmstädtern aus der Seele.