FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Als die Lilien am Samstagmorgen die Augen aufrissen und aus dem Fenster blickten, sahen sie eine schneebedeckte Stadt. Auch auf dem Platz im Merck-Stadion am Böllenfalltor sammelte sich eine zentimeterhohe Schneedecke. Ob hier überhaupt ein Fußballspiel stattfinden könne, schoss so manchem durch den Kopf. Ja, schon. Doch dafür brauchte es helfende Hände und den Einsatz der Darmstädter Anhängerschaft. Etwas, worum man die Lilien-Familie nicht zweimal bitten muss. Mit Schneeschippen bepackt machte sie sich in großer Zahl auf den Weg ins Stadion. Egal, ob Groß oder Klein. Alt oder Jung. Fans oder Mitarbeitende des Verein. Alle packten mit an. Gemeinsam.
“Wenn ich daran denke, dass die Fans heute den Platz für uns geräumt haben, dann bekomme ich Gänsehaut”, verriet Marcel Schuhen. Auch er fragte sich noch am Morgen, ob gespielt werden könne oder wie ramponiert der Platz wohl sein werde. “Doch dann kommen wir hier her und alles ist gut”, traute der Torhüter scheinbar selbst seinen Augen kaum. Doch der großartige Zusammenhalt der Lilien machte es möglich. Schuhen: “Das zeigt, was diesen Verein ausmacht. Das ist einfach sowas von geil. Das sind genau die Kleinigkeiten, die alle dazu beitragen, dass wir dort oben mitspielen. Das große Ganze muss stimmen und das war wieder ein Baustein, der sehr gut in unsere Saison passt.”
Symbiose zwischen Fans und Mannschaft
Dass in dieser Spielzeit eine große Gemeinschaft zwischen Fans und Mannschaft entstanden sei, hatte Torsten Lieberknecht schon auf der Pressekonferenz vor der Partie betont. Und genau das zeigte sich dann auch in den Stunden vor dem Anpfiff. Die Fans taten alles dafür, um bestmögliche Bedingungen für 90 Minuten Fußball am Böllenfalltor zu schaffen. Und die Mannschaft, sie zahlte es mit einem starken Auftritt und einem hochverdienten 3:1-Sieg gegen Holstein Kiel zurück. Eine Selbstverständlichkeit? Ganz und gar nicht. Schließlich hatten die Lilien in der Länderspielpause, gleich eine zweistellige Anzahl an positiven Corona-Fällen zu verzeichnen. Die Vorbereitung auf die Partie gegen Kiel, sie war deutlich gestört.
Doch wenn der SV 98 in dieser Saison etwas bewiesen hat, dann dass ihn Rückschläge nur noch stärker machen. So war es schon im Sommer, so war es auch jetzt in dieser Phase. “Wir haben viel in Grüppchen trainiert und konnten uns nicht geschlossen vorbereiten. Aber wir haben diese nicht optimalen Umstände angenommen, das Beste daraus gemacht und wurden zum Glück mit dem Sieg belohnt”, verdeutlichte Aaron Seydel. Auch der Cheftrainer unterstrich: “Nach der Corona-Situation war es umso wichtiger, dass unser Gemeinschaftssinn heute sehr ausgeprägt war.” Etwas, das Lieberknecht schon seit Wochen beschwört. Mit Erfolg. “Die Mannschaft hat bewiesen, dass jeder Mann gebraucht wird”, so der Darmstädter Coach.
Feuerwerke, Spielmomente und ein heißer Endspurt
Zudem zeigten die Lilien eindrucksvoll, dass sie trotz der schwierigen Umstände bereit waren, an ihre Grenzen zu gehen. So brannten sie ein “absolutes Feuerwerk” ab, wie Schuhen die Leistung des SV 98 in Halbzeit eins betitelte. Bereits in den ersten 45 Minuten erspielten sich die Darmstädter aufgrund eines mutigen und fokussierten Auftritts zahlreiche Chancen. Verdient ging man mit einem 2:0-Vorsprung in die Pause. Eine Führung, die noch höher hätte ausfallen können. Doch so wurde es nach dem Seitenwechsel und dem Anschlusstreffer der Kieler für einen kurzen Moment noch einmal spannend. “Doch wir hatten die Spielmomente auf unserer Seite, die du für ein Spiel benötigst”, so Lieberknecht. Die entscheidenden Momente, die richtigen Antworten. Das Tor von Braydon Manu zum 3:1 oder der gehaltene Elfmeter von Schuhen waren genau solche.
Dank dieser sowie der tatkräftigen Unterstützung der Fans konnte der SV Darmstadt 98 drei weitere Zähler einheimsen. Mit nun 51 Punkten auf dem Konto haben die Lilien nun bereits die Ausbeute der Vorsaison eingefahren und starten nun in den heißen Saisonendspurt dieser 2. Bundesliga. Sechs entscheidende Spiele haben die Südhessen noch vor der Brust. Nürnberg, Schalke, St. Pauli und Aue heißen die Gegner im April. Düsseldorf und Paderborn folgen im Mai. Viele direkte Duelle, Spannung bis zum Schluss. “Ich grinse beim Gedanken an die kommenden Gegner”, sagte Schuhen voller Vorfreude, betonte dann aber schnell wieder mit ernster Miene: “Klar ist, dass wir so ein Feuerwerk wie heute jede Woche abziehen müssen. Wir werden bis zum Schluss alles geben.” Die Mannschaft auf dem Platz, die Fans auf den Rängen. Eine blau-weiße Gemeinschaft.