FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Ein geschlossener Mannschaftskreis. Ein Großteil der Teams im Profifußball bildet eine solche Formation nach einem Spiel. Eng beieinanderstehend, den Arm um den Nebenmann gelegt. Auch beim SV 98 ist das so. Nach jeder Partie. Bei jedem Ergebnis. Erstmals in dieser Saison war der Kreis am 24. Juli zu beobachten. Auf dem Rasen des Merck-Stadions am Böllenfalltor. Nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Jahn Regensburg. 152 Tage später standen die Lilien wieder in diesem geschlossenen Verbund. Diesmal nach einem Sieg. Ebenfalls einem 2:0. Im Rückspiel in Regensburg. Dieser Kreis aus jubelnden und hüpfenden Darmstädtern, er stand in diesem Moment auch für die Entwicklung des Teams. Für den Weg, den die Mannschaft in den letzten Monaten gegangen ist.
Die Bässe der aufgedrehten Musikanlage in der Gästekabine wummerten bis in den Pressekonferenzraum des Jahnstadions, als Torsten Lieberknecht erklärte: „Die Truppe ist in der ganzen Zeit gewachsen. Das war heute sinnbildlich.“ Die ganze Zeit, damit meinte der Lilien-Cheftrainer den kompletten Saisonverlauf, an dessen Beginn eine Mammutaufgabe stand.
Zwei Spiele, 0:5 Tore, keine Punkte
„Von mir gibt es keinen Vorwurf an die Mannschaft. Wir wissen, wie schwierig die Herausforderung heute war und wie schwierig sie in den kommenden Wochen sein wird.“ Diese Worte wählte Lieberknecht nach Abpfiff des Hinspiels gegen die Regensburger. Nur unter Miteinbeziehung mehrerer U19-Spieler konnte der SV 98 damals die benötigten 16 Akteure aufweisen, um überhaupt als spielfähig zu gelten. Die Niederlage zum Auftakt? Die logische Konsequenz dieser Umstände. Es folgte das Auswärtsspiel beim Karlsruher SC. 0:3, Platz 17. Eine Woche später der nächste Nackenschlag: das Pokalaus bei 1860 München. Im Elfmeterschießen. Doch schon an diesem Abend im Grünwalder Stadion war spürbar: Hier steht ein Team auf dem Platz. Eine Mannschaft, die bereit ist, sich zu wehren. „Du wirst sehen: Wir werden so viel Energie aus der Scheiße ziehen“, versprach Marcel Schuhen damals. Worte, die danach mit Leben gefüllt wurden.
18 Spiele, 41:20 Tore, 35 Punkte
Seit Sonntag stehen die Lilien bei 35 Punkten. Mit einem Torverhältnis von 41:20. Und sie blicken mit einem Lächeln auf den bisherigen Saisonverlauf, wie Emir Karic verriet. „Das war genau das, was wir uns für das letzte Spiel vorgestellt haben. Jetzt können wir beruhigt in die Weihnachtspause gehen und unter dem Baum auch das ein oder andere Gläschen trinken.“ Torsten Lieberknecht sprach von einem „tollen Jahresabschluss“ und ergänzte: „Mich freut es, dass die Mannschaft nochmals eine große Mentalität gezeigt hat.“
Doch es ist nicht nur die Mentalität der Lilien, die dafür sorgte, dass sich die Südhessen am eigenen Schopf aus dem Morast des Saisonbeginns zogen. Es ist ein Teamgeist entstanden, ein besonderer Spirit, in dem alle Akteure in eine Richtung rudern. „Wir sind eine geile Truppe“, hatte Tobias Kempe schon nach dem Hinrunden-Abschluss in Paderborn erklärt, in Regensburg wurde der Routinier noch ausführlicher: „Es zeichnet uns aus, dass jeder für den anderen da ist. Wer reinkommt, der wirft alles rein. Es ist brutal, wie dieses Team seit Saisonbeginn mit Rückschlägen umgegangen ist.“
Belohnt wird diese Arbeitsweise nahezu wöchentlich mit offensivem Power-Fußball und vor allem mit Zählern. Wobei die vielleicht wichtigste Erkenntnis nichts mit der reinen Punktzahl zu tun hat und von Lieberknecht wie folgt zusammengefasst wurde: „Die Jungs lassen ihr Herz auf dem Platz und zeigen Identifikation mit dem Verein.“
Marvin Mehlem als Beispiel für den Teamgedanken
Das aktuellste Beispiel für die gelebte Gemeinschaft ist Marvin Mehlem, den der Cheftrainer im Anschluss an das Regensburg-Spiel explizit hervorhob. „Es gibt einen Spieler, der der eigentliche Gewinner ist, obwohl er nicht gespielt hat. Ich hatte im Hinterkopf, dass Marvin von Anfang an spielt. Aber er hat das Gespräch gesucht und mir gesagt, dass er noch nicht bei hundert Prozent ist. Das ist sinnbildlich für das Team und extrem hilfreich für den Trainer, wenn ein Spieler so sehr an die Mannschaft denkt.“
Schon im Kreis nach Spielende hatte Lieberknecht kaum Worte über das Spiel selbst verloren, auch dort hatte er Mehlem hervorgehoben. Abgelöst wurden seine Worte dann vom Gesang seiner Spieler. „Last Christmas“, intonierten die Lilien an diesem 19. Dezember passenderweise. Als großer Chor, der bewiesen hat: Gemeinsam ist man stark. Und ein jubelnder Mannschaftskreis ist die schönste Art, in der man in dieser Form zusammenkommen kann.