FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Anfang März 2020 brach sich Immanuel Höhn den Außenknöchel und fiel für den Rest der Saison aus. Er kämpfte sich wieder ran, war drauf und dran, zum Pokalauftakt in Magdeburg sein Comeback zu feiern. Doch erneut warf ihn eine Verletzung zurück. Jetzt ist die Leidenszeit vorbei, Höhn ist fit und steht wieder auf dem Platz. In Nürnberg feierte er seine ersten Pflichtspielminuten nach langer Zeit sowie den ersten Saisonsieg der Lilien. Genau darüber haben wir mit dem Innenverteidiger vor dem freien Länderspielwochenende gesprochen.
sv98.de: Nnürnberg, Montagabend, Flutlicht. Und mit einem Treffer in der 93. Minute auswärts gewinnen. Gibt es etwas Geileres im Fußball?
Immanuel Höhn: Nein, ich denke nicht. Das tat einfach gut. Zum einen war es wichtig für uns, den ersten Saisonsieg einzufahren. Zum anderen hat die Art und Weise sowie der ganze Rahmen einfach gepasst. Es war ein super Gefühl und die richtige Emotionalität für so einen Sieg. Das war schon außergewöhnlich gut.
sv98.de: Wie hast Du speziell den Siegtreffer erlebt?
Höhn: Das Spiel ging dem Ende entgegen und die Zeit wurde immer knapper. Jede Standardsituation ist dann immer so ein Punkt, an dem du genau weißt: Ok, hier sind wir gefährlich. Dann habe ich einfach gehofft, dass etwas entsteht. Der Ball von Tobi Kempe kam super rein und ich habe von hinten gesehen, dass Rappo relativ frei steht. Er hat ihn dann wunderbar reingeköpft. Was danach passiert ist, war einfach Freude pur.
sv98.de: Marvin Mehlem hat nach dem Spiel von einem “Sergio-Ramos-Kopfball” gesprochen. Teilst Du seine Einschätzung?
Höhn: Ja, absolut (lacht). Wir haben direkt danach in der Kabine schon unsere Späße gemacht. Das war einfach ein super Kopfball von Rappo.
sv98.de: Wird jetzt der Spitzname Sergio in der Mannschaft etabliert?
Höhn: Sein Spitzname Rappo bleibt bestehen. Aber den Sergio-Spruch wird er wohl noch das ein oder andere Mal hören (lacht).
sv98.de: Der Sieg in Nürnberg war der erste Dreier der neuen Saison. Ist der Knoten geplatzt?
Höhn: Ob der Knoten endgültig geplatzt ist, müssen wir im nächsten Spiel beweisen. Wir haben auch in den ersten Partien sehr guten Fußball gespielt und waren die dominantere, bessere Mannschaft. In beiden Spielen hätten wir es verdient gehabt, jeweils mit drei Punkten vom Platz zu gehen. Dass wir uns jetzt endlich mit dem ersten Sieg belohnt haben, war einfach enorm wichtig fürs Selbstvertrauen und die Selbstverständlichkeit in unserem Spiel.
sv98.de: Kommt die Länderspielpause jetzt vielleicht sogar zur Unzeit? Hätten Ihr nicht viel lieber direkt weitergemacht?
Höhn: Nein, die Länderspielpause kommt wie sie kommt. Wenn du drei Spiele in Folge gewinnst und dann die Pause hast, freust du dich, auch mal durchzuatmen. Wenn du aber nicht so erfolgreich bist, ist es vielleicht andersrum. Ich bin der Meinung, dass so eine Pause immer gut tut, um die ersten Spiele sacken zu lassen und danach weiter durchzustarten. Wir sind nach dem Sieg in Nürnberg absolut heiß, daran anzuknüpfen und in Osnabrück die nächsten drei Punkte einzufahren. Das ist unser Anspruch.
sv98.de: Für Dich war die Partie in Nürnberg Dein erstes Spiel nach langer Zeit. Wie war es für Dich, endlich wieder auf dem Platz zu stehen?
Höhn: Eigentlich war es so wie immer. Es war für mich eine wahnsinnig lange Zeit, in der ich darauf gewartet habe, wieder auf dem Platz zu stehen. Aber trotzdem war es nicht so, dass ich das Gefühl hatte, es hätte sich großartig etwas verändert. Das hat mir dann auch gut getan, dass diese Selbstverständlichkeit sofort wieder da war. Dementsprechend war ich einfach nur happy.
sv98.de: Du hast im Endspurt der letzten Saison lange gefehlt, musstest jetzt zu Beginn der neuen Spielzeit wieder zuschauen. Was macht das mit einem?
Höhn: Diese Zeit ist extrem schwierig und nervenaufreibend. Am Ende der letzten Saison hatte ich eine größere und schwerwiegendere Verletzung, bei der ich wusste, dass ich mehrere Monate raus bin und lange dafür arbeiten muss, wieder auf dem Platz zu stehen. Letzteres habe ich getan und mich sehr auf das erste Spiel gefreut. Als dann aber kurz vor Beginn nochmal was passiert ist und ich noch länger darauf warten musste, war es wahnsinnig ärgerlich. Das war schon echt frustrierend. Aber jetzt stehe ich wieder auf dem Platz. Das ist das, wofür ich die letzten Monate hart gearbeitet habe. Ich bin sehr froh und dankbar darüber, endlich wieder da zu sein.
sv98.de: Woher kommt die Motivation, wieder aufzustehen?
Höhn: Es ist einfach die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben und wie wir gemeinsam als Mannschaft in jedem Training gearbeitet haben. Das sind Dinge, auf die du dich am meisten freust und froh darüber bist, ein Teil davon zu sein. Wenn du aber von draußen oder sogar von zuhause aus zuschauen musst und die ganzen Abläufe nicht mehr mitbekommst, tut das einfach weh. Das ist dann aber auch der Punkt, an dem du weißt: Du willst unbedingt wieder zurück, du willst unbedingt wieder auf dem Platz stehen – mit den Jungs trainieren, mit den Jungs die Spiele bestreiten. Der ganze Rahmen vor dem Spiel, aber auch danach – wie am Montag in Nürnberg. Es waren diese Emotionen, die extreme Freude über den Sieg. Wir haben es gemeinsam zelebriert und gefeiert, die drei Punkte mitgenommen zu haben. Das sind solche Dinge, die ich vorher sehr vermisst habe. Doch darauf arbeitet man hin, dass man das wieder erleben darf.
sv98.de: Jetzt ist Länderspielpause. Wie verbringst Du die freien Tage: Bist Du jemand, der komplett auf Fußball verzichtest oder schaust Du Dir auch mal das ein oder andere Länderspiel an?
Höhn: Ich verfolge die Länderspiele der Teamkollegen – wie jetzt von Lasse Mai oder Victor Palsson – im Live-Ticker. Ansonsten bin ich eher der Typ, der auch mal ein bisschen Abstand gewinnt. Es kann auch vorkommen, dass ich mir das ein oder andere Länderspiel anschaue. Aber im Normalfall schalte ich ein bisschen ab und bin dann auch mal froh, wieder Kraft für die kommenden Aufgaben zu gewinnen.