FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Die erste Saison bei den Lilien lief für Erich Berko alles andere als optimal. Aufgeben oder ein Wechsel waren für den 26-Jährigen dennoch nie eine Option. "Ich bin jemand, der sich durchbeißen möchte", so Berko in seinem Gespräch mit sv98. Zudem sprachen wir mit dem Offensivspieler über seinen ersten Treffer für den SV 98 und den Lohn für harte Arbeit.
sv98.de: Am 21. April 2019 hast du zuletzt in der 2. Liga getroffen. Damals noch für Dynamo Dresden. Wie groß war die Erleichterung nach deinem Treffer am Freitag?
Ich bin sogar davon ausgegangen, dass mein letztes Tor mehr als zwei Jahre zurückliegt. Wir haben am Freitag noch beim Mittagessen in der Mannschaft darüber gesprochen und ich habe gesagt: ‘Außer alten Bekannten habe ich in meiner Zeit in Darmstadt bislang nicht viel getroffen.‘(lacht) Deswegen tat es schon sehr gut, dass es nun endlich geklappt hat.
Fabi Holland hat nach dem Spiel gesagt, dass es sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet hatte, dass du bald treffen wirst. Hattest du dieses Gefühl auch?
Jein.(grinst) Es ist natürlich positiv, dass ich jetzt getroffen habe. Ich denke auch, dass meine Leistungen zuvor recht ordentlich waren und natürlich freue ich mich, dass ich erneut in der Startelf stehen durfte. Das erhöht automatisch die Chance auf ein Tor.
Hamburg war dein drittes Spiel in Folge in der Anfangsformation. Macht das direkt vieles leichter?
Es ist schon so, dass ein Spieler oftmals ein paar Minuten und Aktionen braucht, um richtig in einem Spiel anzukommen. Das Wissen, in der Startelf zu stehen, macht da einiges leichter. Es ist auch schön, dass es jetzt ein paar Spiele in Folge waren, häufig bin ich ja nach einer Partie wieder rausgerutscht. Das hilft, den Rhythmus zu finden.
Trotzdem betonst du schon über den kompletten Saisonverlauf hinweg, dass du dich über jede Minute freust. Liegt das auch daran, dass die vergangene Saison für dich persönlich nicht so gut gelaufen ist?
Nach dem schwierigen ersten Jahr gehe ich dankbarer und demütiger an die ganze Sache heran. Dementsprechend freue ich mich wirklich über jede Form von Einsatzzeit, über die Chance mich zu beweisen und auch den Leuten zu zeigen, dass ich kicken kann.
Es gibt auch Spieler, die sich nach so einer ersten Saison hängen lassen würden oder eine andere Herausforderung suchen. Bist du jetzt doppelt froh, dass du ruhig geblieben bist und immer weiter gearbeitet hast?
Definitiv. Ich bin jemand, der sich durchbeißen möchte. Ich bin froh, dass es jetzt ein wenig geklappt hat. Dass ich mich zumindest etwas mehr zeigen konnte. Einige haben sicherlich gedacht: ‚Der Berko kann gar nichts‘. Es ist weiterhin ein Prozess, ich bin noch lange nicht am Ende, aber aktuell bin ich froh über diese Momentaufnahme.
Nimmst du schon wahr, dass einige Leute ihre Meinung über dich revidieren? Beispielsweise über die sozialen Medien?
In der Mannschaft war das sowieso nie ein Thema. Aber ich habe ein Jahr fast überhaupt nicht gespielt und dann verstehe ich auch, dass die Leute sich fragen: ‚Was sucht der hier?‘ In der breiten Masse wurde ich dadurch automatisch kritisch gesehen, das ist auch irgendwo logisch. Aber jetzt merke ich schon, dass es sich ein wenig ändert. Wobei das insgesamt eher zweitrangig für mich ist.
Was viele vielleicht gar nicht so direkt auf dem Schirm haben: Mit fünf Torvorlagen bist du nach Tobi und Serdar der drittbeste Assistgeber. Siehst du dich auch selbst eher in der Rolle des Vorbereiters?
Ich bin schon jemand, der gerne Tore auflegt. Deswegen bin ich vielleicht eher der Typ Assistgeber. Aber ich habe es in der Zeit vor Darmstadt schon auch regelmäßig geschafft, einen Ball über die Linie zu drücken. (lacht) Das ist mir hier nicht ganz so oft gelungen, aber ich habe definitiv große Lust, noch ein paar Tore für die Lilien zu schießen.
sv98.de: Dein Jubel nach dem Treffer sah eher nach Erleichterung aus als nach grenzenloser Freude. Jetzt wo der Knoten geplatzt ist: Kann man sich auf zukünftig auf etwas Spezielles einstellen?
Ich mache das immer recht spontan. In Hamburg wollte ich mich selbst auch nicht so feiern, weil die Vorlage von Honsi schon das halbe Tor gewesen ist. Ich musste selbst nicht mehr ganz so viel machen. Zudem war ja auch noch die Erfahrung aus Braunschweig im Kopf, deswegen war ich eher zurückhaltend. (lacht)
sv98.de: Nun seid ihr in die neue Trainingswoche gestartet, am Freitag wartet Greuther Fürth, das nächste Team, das um den Aufstieg spielt. Was stimmt dich positiv, dass ihr erneut die drei Punkte behalten werdet?
Fürth hat eine sehr gute Mannschaft, die völlig zurecht dort oben steht. Aber die Liga ist und bleibt unberechenbar. Es wird einmal mehr auf Kleinigkeiten ankommen und wir wollen natürlich sofort nachlegen.