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13.02.2025 / Profis

Eintracht Braunschweig im Gegnercheck

Am Ende war es Schiedsrichter Eric Weisbach, der dreimal im Wildparkstadion in seine Pfeife pustet und die Begegnung zwischen dem Karlsruher SC und Eintracht Braunschweig damit beendet. Aufseiten des BTSV folgte ein großer Jubel. Denn ein Vierteljahr musste vergehen, ehe die Löwen mal wieder einen Dreier eintüten konnten. Acht Spiele in Folge blieb das Team von Daniel Scherning in der 2. Bundesliga ohne Sieg. Mit dieser Serie war nach dem Spiel in Karlsruhe aber Schluss. „Gewinnen tut immer gut. Fußball macht nur Spaß, wenn man gewinnt. Heute haben wir uns das Ding auch verdient durch eine sehr engagierte Leistung über 90. Minuten“, sagte Braunschweigs Cheftrainer nach Abpfiff im Interview mit der Sportschau.

Foto: eibner Pressefotos

Für Eintracht Braunschweig war der Sieg auch ein kleiner Schritt nach vorn im Abstiegskampf. Momentan befindet sich das Team mit 18 gesammelten Zählern auf dem 16. Platz der 2. Bundesliga. Aufgrund des jüngsten Erfolgs konnten die Löwen zu den Nicht-Abstiegsplätzen leicht aufschließen, so haben sie nur noch zwei Punkte Rückstand auf Rang 15. 

Top-Scorer Liga & Pokal

Top-Torjäger 
Top-Vorlagengeber
Rayan Philippe – 9 Tore Sebastian Polter – 3 Assists 
Levente Szabó – 4 Tore Sven Köhler – 3 Assists 
Ermin Bicakcic – 2 Tore Rayan Philippe – 2 Assists 
Lino Tempelmann – 2 Tore Levente Szabó – 2 Assists 
Fabio Kaufmann – 1 Tore Johan Gómez – 2 Assists 

Der Trainer

Zwar ist Daniel Scherning seit November 2023 im Amt bei Eintracht Braunschweig. Dennoch ging er mit einem „gefühlt“ neuen Team in die Zweitliga-Saison 2024/25. Vor Rundenstart verzeichneten die Niedersachsen ganze 17 Abgänge und zwölf Neuzugänge. Der Inbegriff eines Umbruchs. Wie formt man aus so einer neu zusammengewürfelten Mannschaft ein echtes Team? „Wir haben bewusst ein frühes Trainingslager gewählt, um diesen Integrationsprozess zu beschleunigen, damit wir früh viel Zeit miteinander verbringen. Ich glaube, am Anfang waren es 17 Tage am Stück ohne einen freien Tag dazwischen“, erklärte der Coach gegenüber der vereinsinternen Medienabteilung.

Damit kam auf den 41-Jährigen und sein Trainerteam, das bis auf den Abgang von Torwarttrainer Manfred Petz größtenteils zusammengeblieben ist, eine Menge Arbeit zu. Besonderes Augenmerk vor der Saison legte der Cheftrainer auf das Einüben verschiedener Formationen – einerseits die Fünferkette, andererseits in einem Viererkettensystem. „Es wird im Laufe einer Saison wichtig sein, dass wir ein bisschen variabler sind“, so der Chefcoach der Braunschweiger.

Das zeigte Schernings Team dann auch. Er stellte seine Mannschaft bislang in fünf verschiedenen Systemen auf und passte die Truppe an den jeweiligen Gegner an. Auffällig dabei ist aber, dass sein Team bislang nie in einer Viererkette verteidigte.

Foto: Eibner-Pressefoto/Florian Wiegand

Prunkstück

Laufen. Laufen. Laufen. Das dürfte den Spielern von Eintracht Braunschweig nicht so viel ausmachen. Denn das Team von Daniel Scherning zählt zur oberen Hälfte der Liga, was absolvierte Sprints diese Saison angeht – 4.643 sind es an der Zahl. Damit verbunden stehen die Niedersachsen ebenfalls auf den siebten Rang bei den intensiven Läufen (14.477). Nur die Teams: Köln, Elversberg, Hertha BSC, Schalke 04, Magdeburg und der SC Paderborn stehen im Vergleich besser da. Hinzukommt, dass die Braunschweiger am vergangenen Spieltag mit knapp 124 Gesamtkilometern gute 5,5 Kilometer mehr liefen als jedes andere Zweitliga-Team am vergangenen Wochenende.

All Eyes on ...

Erst die Einwechslung im DFB-Pokal für den VfB Stuttgart, anschließend das Europapokaldebüt und zu guter Letzt das Bundesligadebüt gegen den FC Bayern München. Genau so begann die Profikarriere des Ermin Bičakčić, der im Alter von zwei Jahren vor dem Bosnien-Krieg flüchtete und so nach Deutschland kam. Der Fußball erleichterte dem Bosnier das anfängliche Leben im neuen Land. „Es war nicht einfach, sich unter diesen Umständen ein neues Leben aufzubauen. Ich musste mich also integrieren. Und am besten konnte ich das durch den Fußball, zumal ich schon in jungen Jahren richtig gut war. So habe ich auch die Aufmerksamkeit der anderen Kinder bekommen“, erzählte er einst in einem Spox-Interview.

Sein fußballerisches Talent verhalf ihm dabei, den Weg einzuschlagen, den der Innenverteidiger bis heute geht. Von einem kleinen Verein auf dem Lande wechselte Bičakčić 2005 in die Jugend des VfB Stuttgart, wo er sich schließlich bis zu den Herren hochspielte. Seinen Karriereaufschwung erlebte der heute 35-Jährige aber später in der Saison 2011/12 bei Eintracht Braunschweig. Mit der Eintracht schaffte er als absolut gesetzter Spieler den Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga, bevor es ihn für neun Jahre zurück nach Baden-Württemberg zur TSG Hoffenheim zog.

In der vergangenen Saison folgte die Rückkehr nach Niedersachsen zur Eintracht, wo er mittlerweile als absoluter Führungsspieler vorangeht. „Eintracht Braunschweig ist für mich eine Herzensangelegenheit – die Stadt, der Verein und die Fans hatten für mich immer einen besonderen Stellenwert. Ich fühle mich fit und spüre das Feuer in mir“, sagte Bičakčić nach seiner Unterschrift 2023.

Vom Kriegsflüchtling über den Fußball zum Anführer einer Mannschaft: Eine beeindruckende Geschichte, die der Fußball im Fall Bičakčić geschrieben hat.

Foto: eibner Pressefotos

Blick in die Vitrine

  • Deutscher Meister: 1966/67
  • Deutscher Drittligameister: 2010/11
  • Landespokal-Niedersachsen-Sieger: 2003/04, 2010/11

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