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30.12.2018 / Allgemein

„Es gibt viel schlimmere Schicksale“

Für Selim Gündüz fällt die Winterpause in diesem Jahr aus. Im Rehazentrum in Bickenbach arbeitet der 24-Jährige täglich für sein Comeback nach dem dritten Kreuzbandriss seiner Karriere. Sein Lächeln hat Gündüz trotz der Verletzung nicht verloren. Mit uns sprach der gebürtige Siegener über Fortschritte, sein Kämpferherz und eine positive Herangehensweise.

sv98.de: Selim, die Zeit zwischen den Jahren dient normalerweise der Erholung und Entspannung. Für dich bedeutet sie hingegen harte Arbeit…
Selim Gündüz: Natürlich ist es bitter, dass ich mir erneut das Kreuzband gerissen habe. Aber ich weiß aus meiner eigenen Vergangenheit, dass es sich lohnt, auch zwischen den Jahren Gas zu geben und für mein Comeback zu schuften. Es ist mein dritter Kreuzbandriss und ich kenne diesen Weg genau. Es ist kein einfacher Weg, aber ich werde ihn meistern und bin zuversichtlich, dass es stetig bergauf gehen wird.
sv98.de: Wie geht es dir aktuell, in welcher Phase deiner Reha befindest du dich, rund 5 Wochen nach der Operation?
Gündüz: Ich bin Gottseidank schmerzfrei mittlerweile, in den ersten beiden Wochen hatte ich noch starke Schmerzen und ein angeschwollenes Knie. Die ersten Monate sind sehr schwierig, ich kann noch nicht so viele Übungen machen, bin in meiner Beweglichkeit noch sehr stark eingeschränkt. Da muss ich viel Geduld aufbringen und trotzdem positiv bleiben.
sv98.de: Wie oft und wie lang arbeitest du wöchentlich für dein Comeback?
Gündüz: Ich bin täglich hier bei Theresport in der Reha und verbringe zwischen 4 und 6 Stunden am Tag mit den Rehamaßnahmen. Speziell in der Anfangsphase ist es sehr wichtig, dass Knie schmerzfrei zu halten und die Narben zu lockern. Ich werde hier super betreut und fühle mich sehr gut aufgehoben.
sv98.de: Die Nachricht nach dem Spiel gegen Bochum war ein Schock. Was hast du damals bei der Diagnose gedacht?
Gündüz: Es war zunächst ein Schock. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass es so heftig sein würde. Ich hatte mich nach der Knieverletzung aus dem Training für den konservativen Weg entschieden und hatte nie das Gefühl, dass mir das Knie Probleme bereitet. Nach der Nachricht habe ich dann ein paar Tage gebraucht, um die Nachricht zu verdauen. Aber ich bin ein Kämpfer und habe diesen Weg schon gemeistert. Und ich werde auch diesmal zurückkommen.
sv98.de: Woher nimmst du die Kraft und Energie, um jedes Mal wieder aufzustehen?
Gündüz: Mein Ziel ist es immer, meiner Mannschaft zu helfen. Ich bin super empfangen worden. Trainerteam, Verantwortliche, Mitspieler – sie alle stehen hinter mir, meine Eltern und Freunde sowieso. Ich habe in Darmstadt eine Chance erhalten, bislang konnte ich noch nicht viel zurückgeben. Und ich arbeite hart, um daran etwas zu ändern.
sv98.de: Trotz deiner Verletzung sieht man dich oft Lachen und Späße machen. Ist es dir wichtig, auch in einer schweren Phase das Lächeln nicht zu verlieren?
Gündüz: Ich bin ein lustiger Typ, der gerne und viel lacht. Es ist wichtig, immer den Spaß beizubehalten. Ich habe mir immer vorgenommen, in jeder Lebenslage positiv zu bleiben. Es gibt Menschen mit viel schlimmeren Schicksalen, da bin ich froh, dass es nur so eine „kleine“ Verletzung ist.
sv98.de: Auch wenn du dich in dem Spiel in Bochum verletzt hast. Die Minuten auf dem Platz und die Momente nach Abpfiff bei deinem Ex-Verein wirst du sicher nicht vergessen.
Gündüz: Es war wunderschön, dass ich dort meinen Abschied bekommen habe. Für mich war es sehr emotional und es bleiben Momente, für die es sich lohnt, wieder zurückzukommen.
sv98.de: Du schaust auch des Öfteren am Stadion vorbei…
Gündüz: Der Kontakt zum Team ist mir extrem wichtig, zumal ich noch recht neu in der Truppe bin. Ich bin ein Teil der Mannschaft, auch wenn ich nicht auf dem Platz stehen kann. Da ist es für mich selbstverständlich, dass ich regelmäßig in der Kabine oder beim Training vorbei schaue.

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