FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Am Samstag (14.8./12.30 Uhr) startet die U19 des SV 98 mit einem Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart in die neue Spielzeit. Vor dem Auftakt haben wir mit Cheftrainer Georg-Martin Leopold über die Ziele für die Saison, Einsätze von Junglilien im Profibereich und den Austausch mit dem Trainerteam der 1. Mannschaft gesprochen.
sv98.de: Leo, am Samstag geht’s für euch endlich los. Wie groß ist die Vorfreude auf den Start gegen den VfB Stuttgart?
Georg-Martin Leopold: Aufgrund der Corona-Situation wurde die vergangene Saison bekanntlich abgebrochen, entsprechend lange sind wir ohne Pflichtspiele gewesen. Umso stärker fiebern wir nun alle dem Saisonstart entgegen und hoffen, dass wir sie auch regulär beenden können. Die Anspannung steigt, sowohl bei den Jungs als auch bei uns im Trainerteam. Wir freuen uns, dass es losgeht.
sv98.de: Zum Saisonstart wird gerne von einer Standortbestimmung gesprochen. Trifft das auf euch auch in diesem Jahr zu?
Leopold: Wir spielen zum Start direkt gegen Stuttgart, Frankfurt und Hoffenheim – diese Mannschaften gehören sicherlich zur Crème de la Crème in der Liga. Da werden wir schon sehen, wo wir uns einordnen können. Wir hatten in der Vorbereitung wechselhafte Ergebnisse, entsprechend wird es gegen Stuttgart schon die zitierte Standortbestimmung.
sv98.de: Wie hat sich der Kader zur neuen Saison verändert, wie sah es in der Vorbereitung aus, als auch immer wieder Spieler bei der Profimannschaft trainiert haben?
Leopold: Generell ist es so, dass wir in der U19 nur noch in Verbindung und Absprache mit der Profiabteilung Spieler von außerhalb verpflichten. Unser Ziel ist es sonst, mit den Jungs zu arbeiten, die bereits im Verein sind. In diesem Jahr besteht der Kader zur Hälfte aus dem nunmehr älteren Jahrgang der letztjährigen U19 und zur Hälfte aus den Spielern, die aus der U17 aufgerückt sind. Dazu kommen drei externe Neuzugängen, das hält sich also im Rahmen. Aufgrund der verletzungs- und coronabedingten Problematiken bei der Profiabteilung haben in der Vorbereitung immer vier bis sechs unserer Spieler bei den Profis mittrainiert, das tut den Jungs natürlich sehr gut, war für den täglichen Trainingsbetrieb in der U19 aber teilweise schon eine Herausforderung. Aber es macht mir unheimliche Freude zu sehen, wie sie sich bei den Profis entwickeln und dann nehme ich es gerne in Kauf, dass wir als U19 zum Saisonstart noch nicht komplett eingespielt und bei einhundert Prozent sein können.
sv98.de: Zudem hast du mit Sandro Sirigu einen neuen Co-Trainer und gleichzeitig auch bekannten Namen an deine Seite bekommen…
Leopold: Zunächst einmal finde ich es wunderbar, dass Sandro zurück bei seinem Verein ist, bei dem er als Spieler erfolgreich gewesen ist und auch eine kleine Ära mitgeprägt hat. Und jetzt kann er als Co-Trainer auch Dinge aus dieser Zeit vermitteln, die für unsere jungen Spieler ganz wichtig sind. Beispielsweise, was sie durch Leidenschaft, Teamgeist und Willen erreichen können. Speziell in so einer schweren Saison, wie der bevorstehenden. Die ersten Wochen der Zusammenarbeit waren wirklich sehr gut und ich bin froh, Sandro an meiner Seite zu haben.
sv98.de: Hat die lange Zeit ohne Pflichtspiele auch Auswirkung auf die Gestaltung eurer Vorbereitung gehabt?
Leopold: Auf jeden Fall. Wir hatten viele Testspiele, alleine um zu gucken, auf welchem Level sich die Jahrgänge der anderen Vereine bewegen. Nach so einer Phase ohne Wettkampf ist es aber schwierig abzuschätzen, wie schnell die Jungs zum Start wieder in diesen Modus schalten können. Für alle ist es spannend, nach dieser langen Pause zu sehen, wo wir im Vergleich mit den anderen Teams stehen.
sv98.de: Speziell ist auch die Konstellation in der Liga: Im vergangenen Jahr gab es aufgrund des Abbruchs zwar keine Absteiger, Aufsteiger sind aber dennoch hinzugekommen. Das sorgt für insgesamt 21 Teams, von denen sieben (!) absteigen müssen. Im Jugendbereich steht ja häufig die individuelle Entwicklung der Spieler im Vordergrund, das reine Ergebnis ist teilweise nicht unbedingt der Maßstab. Hast du Bedenken, dass die hohe Anzahl an Absteigern dafür sorgen wird, dass es nur darum gehen wird, irgendwie Punkte zu sammeln?
Leopold: Ich hätte mir grundsätzlich eine andere Regelung gewünscht. Dem DFB schwebte ursprünglich mal ein Konzept vor, in dem es überhaupt keine Absteiger geben sollte, um die individuelle Ausbildung in den Vordergrund zu stellen. Das halte ich in jüngeren Jahrgängen für sinnvoll, bei der U19 sollten die Spieler schon mit dem Wettkampf und eventuelle Misserfolgen umgehen können. Aber sieben Absteiger bei 21 Teams, diese Anzahl ist viel zu groß. So kann es schon sein, dass sich die Spielweise vieler Teams verändern wird, die Partien eventuell auch an spielerischer Attraktivität verlieren werden, weil jeder Punkt Gold wert sein kann und vielleicht der reine Kampf bei einigen Mannschaften nach oben rückt. Ob uns das liegt, das werden wir sehen. Ich bin eigentlich ein Freund des spielerischen Ansatzes, aber nachdem absehbar war, dass einige der Jungs erstmal bei den Profis bleiben werden, haben wir schon geschaut, wie wir zunächst einmal die ersten beiden Spiele angehen möchten. Danach sind nochmal drei Wochen Pause und wir wollen dann bis zum 3. Spieltag ein System und eine Struktur gefunden haben, mit der wir durch die Saison gehen wollen.
sv98.de: In welchem Modus wird die Saison ausgetragen? Bei 21 Mannschaften dürfte eine Hin- und Rückrunde unmöglich sein…
Leopold: Es wird eine einfache Runde gespielt, wir spielen also gegen jedes Team nur einmal. Ich bin sehr offen für dieses System, auch die Auslosung der Heim- und Auswärtsspiele hat aus meiner Sicht für einen fairen Spielplan gesorgt. 20 Spiele halte ich für einen guten Rahmen, es bleibt noch Zeit für Testspiele und die Nationalspieler haben genug Zeit für ihre Lehrgänge. Mehr Freiräume im Wettbewerbskalender finde ich gut, die Anzahl der Absteiger aber leider realitätsfremd.
sv98.de: Besteht bei sieben Absteigern auch die Gefahr, dass die „Angst“ vor einem Abstieg speziell bei einem schwächeren Saisonstart nicht mehr aus den Köpfen verschwindet? Sonst hat man das rettende Ufer ja immer irgendwie im Blick, nun muss mindestens Platz 14 von 21 erreicht werden…
Leopold: Genau. Wir versuchen die Jungs auch darauf vorzubereiten, dass so etwas immer mal passieren kann. Das Auftaktprogramm ist schwierig, aber alle sind jetzt einfach heiß und fokussiert auf den Start und da spielt die Tabelle keine große Rolle in den Köpfen.
sv98.de: Drei der Spieler, die noch von die U19 spielberechtigt sind, sind in dieser Saison bereits in der 2. Liga zum Einsatz gekommen. Was löst es bei dir aus, wenn Clemens Riedel, John Peter Sesay oder Philipp Sonn plötzlich dort auflaufen…
Leopold: Es macht das gesamte NLZ stolz, auch wenn der gesamte Verein auf die schwierige Situation im Profibereich verzichten hätte können. Schlussendlich ist es für uns wichtig, dass unsere Jugendspieler ihren Mann stehen können, wenn sie gebraucht werden. Und das haben sie bislang absolut getan. Unsere Jungs müssen der Profiabteilung helfen können, nur dann zahlt sich die Arbeit im NLZ auch wirklich aus. Und deswegen haben diese Einsätze für noch mehr Motivation bei uns gesorgt und die Spieler sehen, dass die Durchlässigkeit da ist. Ich weiß nicht, ob ich das als U19-Trainer sagen darf, aber ich würde auch auf Siege der U19 verzichten, wenn die drei Jungs dafür langfristig oben dabeibleiben. (schmunzelt) Sicherlich wird es ohne diese Spieler schwieriger für uns, aber es ist das größtmögliche Ziel, dass Spieler den Sprung zu den Profis schaffen.
sv98.de: Was wünschst du dir für die neue Saison? Angefangen bei messbaren Zielen wie einem möglichen Tabellenplatz bis hin zur Entwicklung der Mannschaft und Spieler?
Leopold: Natürlich geht man nie in eine Saison und sagt, dass es kein Problem wäre, abzusteigen. Dementsprechend wollen wir natürlich den Klassenerhalt packen, damit Darmstadt 98 weiterhin auf bundesweiter Ebene im Nachwuchs vertreten bleibt. Und dann hoffe ich sicherlich auch auf möglichst viele Einsatzminuten für die jungen Spieler bei den Profis und darauf, dass sich meine Jungs in der U19 weiterentwickeln und die nächsten Schritte gehen.
sv98.de: Wie läuft generell der Austausch zur Profiabteilung? Ein neues Trainerteam bei der 1. Mannschaft ist für euch sicherlich auch immer wieder mit neuen und spannenden Entwicklungen verbunden…
Leopold: Der Austausch ist total harmonisch. Zumal von Beginn an ein intensiver Austausch bestand, durch den personellen Engpass bei den Profis. Unsere Jungs wurden gebraucht, wir haben das Trainerteam direkt sehr gut kennengelernt. Zudem wurde mit Pascal Pellowski bekanntlich ein Übergangskoordinator installiert, der diese Rolle hervorragend ausfüllt und viele Dinge direkt angehen kann, die sonst eventuell ein wenig auf der Strecke geblieben sind. Wir spüren, dass das Interesse des Trainerteams an unserer Arbeit sehr groß ist, darüber freuen wir uns natürlich.