FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Hinter Silas Zehnder liegen die wahrscheinlich aufregendsten Wochen seines Lebens. Zunächst wurde der 17-Jährige durch seine Einwechslung am 34. Spieltag zum jüngsten Bundesligaspieler der Lilien-Vereinsgeschichte, danach meisterte die Junglilie auch sein Abitur. Mit sv98.de sprach Zehnder über Prüfungen auf und neben dem Platz, das Gefühl bei seiner Einwechslung und über die anstehende Saisonvorbereitung.
sv98.de: Silas, zunächst einmal Glückwunsch zum bestandenen Abitur. Wie ist es gelaufen?
Silas Zehnder: Dankeschön, die letzten Wochen mit den mündlichen und schriftlichen Prüfungen waren natürlich anstrengend, zumal parallel zum Lernen auch noch die Einheiten mit den Profis auf dem Programm standen. Aber es ist alles gut über die Bühne gegangen und schlussendlich steht auch eine Zwei vor dem Komma. Dementsprechend zufrieden bin ich.
sv98.de: In welchen Fächern hast du die Prüfungen gemacht?
Zehnder: Schriftlich waren es Sport, Bio und Geschichte. Mündlich wurde ich in Deutsch und Mathe geprüft.
sv98.de: Willst du uns verraten, was gut und was eher weniger gut gelaufen ist?
Zehnder: Sport war natürlich hervorragend (lacht), Deutsch lief auch gut, Bio und Geschichte waren okay und Mathe erwartungsgemäß etwas schlechter (grinst)
sv98.de: Die letzten Klausuren fanden nach einer Prüfung der ganz anderen Art statt: Deinem Debüt in Gladbach. Was hat denn mehr Aufregung bei dir verursacht?
Zehnder: Ganz klar das Bundesliga-Debüt. Vor fast 55.000 Zuschauern im Stadion, das war schon außergewöhnlich. Natürlich sind auch Abiturprüfungen alles andere als alltäglich, aber die Situation bei meinem Debüt war schon unglaublich und auch schwer zu begreifen für mich. Das kostet natürlich einiges an Aufregung.
sv98.de: Deine Einwechslung ist nun einen knappen Monat her. Hast du mittlerweile realisiert, dass du dich Bundesligaspieler nennen darfst?
Zehnder: In den ersten Tagen konnte ich es noch nicht wirklich glauben und auch nur schwer realisieren. Das hat seine Zeit gedauert. Mittlerweile habe verstanden, was da passiert ist, zumal ich noch einige Male an die Einwechslung zurückgedacht habe. Dieser Moment wird mir mein Leben lang bleiben, und ich werde mich auch immer wieder daran erinnern.
sv98.de: Im Dezember letzten Jahres warst du als Jugendspieler zu Gast beim Wiest-Lilien-Talk und sagtest: „Ich werde alles dafür tun, eines Tages in der ersten Mannschaft zu spielen.“ Aber du hast sicher nicht damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde…
Zehnder: Nein, auf gar keinen Fall. Ich hatte auch mit Verletzungen zu kämpfen in der Vergangenheit und für mich war es schon etwas ganz Besonderes, in der Länderspielpause bei einem Testspiel der Profis mitwirken zu dürfen. Vom Gefühl habe ich damals überhaupt nicht damit gerechnet, dass es so schnell passieren könnte. Natürlich habe ich von dem Schritt geträumt und auch hart dafür gearbeitet, aber dass es dann so verläuft und dann noch in so geringen zeitlichen Abständen – das war wie im Film.
sv98.de: Deine Nominierung für den Kader in Gladbach war bereits eine Überraschung und dann folgte sogar die Einwechslung. Was hast du in dem Moment gedacht?
Zehnder: Im Teamhotel bin ich mit Benny Gorka auf dem Zimmer gewesen und habe am Vorabend kurz mit ihm gesprochen. Er hat mir gesagt, dass es auf dem Platz genauso sein wird, wie beim Kicken mit Kumpels auf dem Bolzplatz. Das habe ich ihm in dem Moment natürlich nicht geglaubt (lacht). Aber als ich auf den Platz gelaufen bin, da war es wirklich so. Das Umfeld war zweitrangig, ich war absolut im Tunnel und habe mich nur noch auf das Spiel fokussiert.
sv98.de: Dabei warst du sonst die U19-Hessenliga gewöhnt. Konntest du die 54.000 wirklich ausblenden?
Zehnder: Beim Warmmachen war ich unglaublich aufgeregt und habe natürlich auch diese Kulisse wahrgenommen. Aber mit der Einwechslung hat sich das dann wirklich gelegt.
sv98.de: Was ist mit deinem Debüt-Trikot passiert?
Zehnder: Das Trikot habe ich mir noch am Abend nach dem Spiel von allen Mitspielern unterschreiben lassen. Es hängt jetzt bei mir zuhause und wird da auch sehr lange hängen bleiben.
sv98.de: Du hast zuvor bereits einige Zeit mit dem Team trainiert. Wie ist es als 17-Jährige unter langjährigen Profis?
Zehnder: Es ist natürlich nicht alltäglich, dass ich als so junger Spieler mit solchen Spielern zusammen auf dem Platz stehen darf. Wenn ich beispielsweise an Hamit Altintop denke, der eine unglaubliche Karriere bei Schalke, Bayern und Real Madrid hatte, dann gibt es ein richtig gutes Gefühl, gemeinsam mit ihm zu trainieren. Ich hatte auch immer das Gefühl, absolut dazuzugehören und wurde von Anfang an sehr gut integriert.
sv98.de: Auch wenn du nun zum Profi-Kader gehörst, dein Draht zur U19 bleibt natürlich eng. Du hast dir auch das U19-Hessenpokalfinale angesehen, das leider knapp mit 1:2 gegen Eintracht Frankfurt verloren ging.
Zehnder: Es ist mir wichtig, den Kontakt natürlich weiterhin beizubehalten. Viele Spieler sind zu guten Freunden geworden, die mir auch über das Spielfeld hinaus wichtig sind. Durch meinen Profieinsatz ändert sich daran auch überhaupt nichts, über die U19 habe ich überhaupt erst die Chance bekommen, mich bei den Profis zu beweisen. Es ist selbstverständlich, dass ich dann nicht direkt von dort verschwinde, zumal ich ja auch in der kommenden Saison noch für die U19 spielberechtigt bin.
sv98.de: Am Montag startet nun die Vorbereitung auf die neue Saison. Hast du schon mal nachgefragt, was dich dabei erwarten wird?
Zehnder: (lacht) U19 Trainer Petr Ruman hat mir schon gesagt, wie hart die Vorbereitung für mich werden wird. Und auch sonst habe ich natürlich mit Vertrauten darüber gesprochen, was da auf mich zukommt, insbesondere, was die Intensität angeht. Ich bin mir bewusst, dass es die härteste Vorbereitung meines Lebens werden wird (lacht)
sv98.de: Ab sofort sieht dein Alltag Training statt Schule vor. Sicherlich kein schlechter Tausch…
Zehnder: Den Tausch gehe ich sehr gerne ein (grinst) Fußball war schon während der Schulzeit mein Leben und dass ich ihn jetzt zum Beruf machen konnte, ist natürlich sensationell.
sv98.de: Als junger Spieler lernt man fast täglich dazu. Was sind deine persönlichen Ziele für die nächsten Monate?
Zehnder: Ich möchte mich optimal gut präsentieren und mich noch weiter in die Mannschaft integrieren. Im Vergleich zu den anderen Spielern bin ich natürlich noch sehr jung, trotzdem möchte ich mich zeigen und alles aus mir rausholen. Und natürlich möchte ich auch verletzungsfrei bleiben.
sv98.de: Am 30. Juni wirst du dann auch 18. Hst du dir schon überlegt, was du der Mannschaft spendieren willst? Und wie kommst du bis dahin zum täglichen Training?
Zehnder: Überlegt habe ich mir noch nichts, aber natürlich wird es etwas für die Mannschaft geben. Das mache ich auch gerne, zumal es auch der 18. Geburtstag ist. Meinen Führerschein habe ich seit einem Dreivierteljahr und bin oftmals dank des begleitenden Fahrens mit meinen Großeltern oder meinem Vater zum Training gekommen. Ansonsten eben mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Aber ich freue mich darauf, wenn ich ab dem 30. dann selbständig mit dem Auto zu den Einheiten kommen kann.