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05.08.2019 / Allgemein

(Fast) alles nach Plan

Es war eine neue, und doch bestens bekannte Route, die von den Lilien beschritten wurde. Der Ehrenrunde nach erfolgreichen Partien hatte es in den vergangenen Monaten an einer bedeutungsschweren Teilstrecke gefehlt - nun begann die gemeinsame Siegesfeier mit den Fans wieder vor der Gegengeraden. Voll besetzt und in blau-weißer Pracht rundete sie nicht nur das Stadionbild, sondern auch einen Nachmittag ab, der für die Lilien einen erfolgreichen Heimauftakt bedeutete. Und einen Plan, der aufgegangen war. Der darüber hinaus aber auch Optimierungspotenzial beinhaltete.

"Wir haben leidenschaftlich verteidigt, kaum etwas zugelassen, waren im eigenen Strafraum sehr präsent. Die Defensivleistung heute war sicher der Schlüssel. Wir haben schon in Hamburg gut gestanden, das haben wir heute weiter fortgeführt", bilanzierte Marcel Heller einige Minuten nach Abpfiff und lag damit auf einer Wellenlänge mit Cheftrainer Dimitrios Grammozis: "Wir wollten das Kieler Kombinationsspiel im letzten Drittel nicht zulassen, das ist uns auch ganz gut gelungen. Wir müssen kompakt stehen und die Ordnung halten. Generell in der zweiten Liga, aber speziell gegen solch spielstarke Mannschaften. Wir haben kein Gegentor bekommen und selbst zwei erzielt. Das zählt am Ende und ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen für die Leidenschaft, mit der sie heute verteidigt hat." 65 Prozent gewonnene Zweikämpfe untermauern dieses Lob.
Lob für Stritzel
Denn tatsächlich war es den Lilien über nahezu die kompletten 90 Minuten hervorragend gelungen, den Offensivwirbel des Kontrahenten weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten, die kombinationsstarken Störche vermehrt auf die Außenpositionen zu drängen und dadurch zu Flanken zu zwingen. Deren Abnehmer hießen in schöner Regelmäßigkeit Immanuel Höhn, Dario Dumic oder speziell Florian Stritzel. "Flo verdient ein Lob von uns allen, er hat das sehr gut gemacht und den Ausfall von Marcel Schuhen aufgefangen", erklärte Grammozis mit Blick auf seinen Schlussmann, der mit seiner Leistung einen großen Anteil am Erfolg hatte. Lediglich zwei gegnerische Schüsse ließen die Südhessen auf das eigene Tor zu, die ihrerseits fünfmal den KSV-Kasten unter Beschlag nahmen.
Ein souveräner Torwart, eine überzeugende defensive Darbietung der gesamten Mannschaft – die Mixtour, die schlussendlich ausschlaggebend für Gelingen des Matchplanes war, den das Trainerteam um Grammozis ausgearbeitet hatte. Der aber auch noch Punkte erkennen ließ, an denen der SV 98 zukünftig weiter arbeiten wird. "Teilweise standen wir zu tief, das gebe ich zu", äußerte sich beispielsweise Grammozis im Rahmen seiner Analyse und auch Heller bemerkte, dass sich seine Farben in gewissen Phasen "zu weit hinten reindrücken" hatten lassen. Es waren wenige Meter, die den Lilien offensiv die Wege in der Umschaltbewegung verlängerten und damit ebenfalls für eine Notiz auf der To-do-Liste für die nächsten Tage sorgten: "Die Konter können wir besser zu Ende spielen", analysierte Grammozis dementsprechend angesichts von zahlreichen ungenutzten Gegenangriffen, in denen der 41-Jährige seine Elf "in Überzahl" in der gegnerischen Hälfte gesehen hatte, dort dann aber einige "falsche Entscheidungen" registrierte.
Weiterhin Stellschrauben vorhanden
Es sind also weiterhin Stellschrauben vorhanden, an denen die Lilien zukünftig drehen möchten. Den seit Beginn der Vorbereitung angestoßen Agenda-Punkt der Gegentor-Reduzierung (53 Gegentreffer im Vorjahr) setzen die Lilien aktuell bereits vielversprechend um. Dieses Niveau gilt es nun zu bestätigen und um weitere Komponenten zu erweitern, wie auch Heller erklärte: „Heute ist unser Plan aufgegangen. Aber wir werden sicherlich auch wieder höher stehen und auch unsere Offensivaktionen besser ausspielen. Davon bin ich überzeugt."
Die nächste Möglichkeit zur minimalen Plananpassung bietet sich den Lilien am kommenden Sonntag im Pokal beim FC Oberneuland: Dann dürfte sich der SV 98 vor allem damit beschäftigen, wie man einen eher defensiv eingestellten Gegner knackt, wie man eine Mannschaft bespielt und spielerische Lösung bei vermehrtem Ballbesitz finden kann. Mit vier Punkten zum Saisonstart lässt sich diese Herausforderung aber deutlich selbstbewusster angehen. Damit es auch am Sonntagabend wieder heißt: Plan erfolgreich ausgeführt.

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