FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Am gestrigen Montagabend kamen in der ENTEGA VIP-Lounge im Merck-Stadion am Böllenfalltor etwa 200 Lilienfans zusammen, um über die Stimmung am Böllenfalltor zu diskutieren. Der SV 98 bot in erster Linie die Plattform zur Diskussion der Fans untereinander.
Auf dem Podium sprachen zunächst Mannschaftskapitän Marcel Schuhen, sowie zwei Vorsänger der Südtribüne und je ein Vertreter des A-Blocks und der Gegengerade über die aktuelle Atmosphäre im Stadion, ehe auch die Lilienfans im Publikum Fragen und Statements platzieren konnten. Diese stammten aus allen Bereichen des Stadions.
Die gesamte Diskussion war geprägt von einem außerordentlichen Maß an Respekt und einem großen Willen des Miteinanders. So gelang es auch, schwierige Themen bzw. Themen mit verschiedenen Meinungen konstruktiv zu besprechen. Dabei zeigten sich alle Fanvertreter auch selbstkritisch. Man war sich durchweg einig, dass die Mannschaft in der aktuellen Saison eine tolle Leistung zeige, während das Publikum das früher bereits gezeigte Potential an Unterstützung bisher nur in wenigen Spielen komplett abrufen würde.
Wichtig war dabei auch die Perspektive vom Spielfeld aus: Die Energie von den Rängen wird von den Spielern sehr genau wahrgenommen. Hier wurde der eindringliche Appell an alle gerichtet, dass Fans & Spieler während der 90 Minuten absolut als Einheit auftreten und sich gegenseitig positiv pushen müssen. Kritik könne nach dem Abpfiff immer und auch lautstark geäußert werden, das gehöre zum Leben als Profi dazu. Während der Partie würden negative Äußerungen gegenüber den eigenen Spielern aber nur dem eigenen Team und Verein schaden, was alle Anwesenden unisono bekräftigten. Es müsse für jeden Gegner wieder „eklig“ sein, am Böllenfalltor zu spielen. Was früher über das alte Bölle und karge Kabinen dargestellt wurde, müsse nun auch mal das Publikum übernehmen.
„Die aktive Unterstützung der Mannschaft setzt zusätzliche Energien frei, die im weiteren Saisonverlauf sehr wichtig werden können“, bekräftigte Schuhen. Dementsprechend erhofft man sich auf dem Feld, dass auch andere Stadionbereiche als nur die Südtribüne am Support teilnehmen. Von dort kam ferner der Aufruf, an andere Stadionbereiche oder auch kleine Gruppen, wieder mehr selbst Gesänge oder Schlachtrufe anzustimmen. Die aktuellen Vorsänger stellten ferner klar, dass sie selbst keine großen Verfechter der Lautsprecherboxen vor der Gegengerade sind und deren Mehrwert eher in der Informationsweitergabe wie bei Choreos oder dem medizinischen Notfall beim Pokalspiel sähen. Stimmung und Gesänge sollten sich lieber authentisch und organisch ausbreiten, so dass die Nutzung der Boxen vor der Gegengerade weiter rückläufig sein wird.
Natürlich wurde auch analysiert, welche baulichen und strukturellen Maßnahmen zum Status Quo geführt haben und zukünftig zu Verbesserungen führen könnten. Da dies ausschließlich mittel- und langfristige Ansätze sein können, stand aber schnell im Mittelpunkt, sich das „Hier & Jetzt“ zu verdeutlichen, sich selbst zu fragen, was man mehr beitragen könne, um als einzelne Person positiv zum großen Ganzen beizutragen.
Dem SV 98 wurde seitens der Fans aufgetragen, sich mit dem Vorprogramm und ggf. über die Jahre verschwundenen Ritualen auseinander zu setzen, die ebenfalls zu einer positiven Gesamtstimmung beitragen können.
Allen Anwesenden wurde bewusst, dass man eine Stadionatmosphäre nicht auf Knopfdruck verändern kann, empfanden den Abend aber als Auftakt eines Prozesses, in dem es nun gilt, die Erkenntnisse ins eigene Stadionumfeld weiter zu tragen und vorzuleben: