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18.07.2019 / Allgemein

„Für was brauchen wir ein Maskottchen? Wir haben doch uns selbst.“

Die jüngste Edition des Wiest Lilien-Talks fand dieses Mal im Rahmen des traditionellen Darmstädter Heinerfests statt. Vor knapp 400 Zuschauern beantworteten Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch, Carsten Wehlmann (Sportlicher Leiter) und Cheftrainer Dimitrios Grammozis auf der Bühne Fragen von Lars Hennemann (Chefredakteur „Darmstädter ECHO“) und Jens-Jörg Wannemacher (Sportredakteur „Darmstädter Echo“). Auch den anwesenden Zuschauern war wie immer die Möglichkeit gegeben, selbst Fragen an das Trio zu stellen. Hier ein kurzes Protokoll eines informativen Abends.

Neben Informationen über Baumaßnahmen am Stadion stand dabei natürlich das Sportliche im Fokus. Vor allem die momentane Kaderplanung war dabei ein Thema: Mit Mathias Honsak und Dario Dumic hatte der SV Darmstadt 98 zwei weitere Neuzugänge nur Stunden vor der Talkrunde bekannt gegeben.
Wehlmann: „Zuerst einmal freuen wir uns, dass wir die Jungs unter Vertrag nehmen konnten. Manchmal ziehen sich die Dinge auch, trotzdem sind wir froh, dass wir die Jungs noch vor dem Trainingslager verpflichten konnten.“
Ob man noch auf den Transfermarkt zuschlagen oder noch jemanden abgeben würde, ließ Carsten Wehlmann dabei noch offen. Es sei jedoch kein Geheimnis, dass man gerne noch einen dritten Torwart verpflichten wolle.
Chef-Trainer Dimitrios Grammozis gab zudem Einblicke in die laufende Vorbereitung und äußerte sich zum bestehenden Kader.
Grammozis: „Das Training läuft sehr gut. Die Neuzugänge haben sich bisher sehr gut integriert und haben die Intensität auch sehr gut verkraftet, von daher sind wir zu diesem Zeitpunkt sehr zufrieden mit der Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentiert.“
Im Zuge dessen wurde auch die Verjüngung des Kaders angesprochen und die Frage nach einer veränderten Philosophie bei der Spielerauswahl gestellt.
Grammozis: „Grundsätzlich geht es immer um die Qualität der Spieler und um die Art von Fußball, die wir zeigen möchten.“
Laut Grammozis sei die Philosophie des SV 98 nach wie vor die Gleiche, nämlich die, sich "voll reinzuhängen" und stets alles zu geben. Für diese Vorhaben brauche man eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Dies sei in der laufenden Transferperiode gut gelungen.
Auch nach den Zielen für die kommende Runde wurde gefragt, zu welchen sich das Trio einstimmig äußerte. Zwar rief man keine eindeutige Zielvorgabe aus, dennoch waren sich alle drei einig, dass man zunächst einmal gut in die Saison starten und dann schauen wolle, wo der Weg hinführe.
Wehlmann: „An irgendwelchen Tabellenplätzen Ziele festzumachen, wäre zum jetzigen Zeitpunkt verkehrt. Wir haben eine neue Mannschaft mit vielen Neuzugängen, die integriert werden müssen. Nichtsdestotrotz haben wir natürlich den Anspruch, in jedes Spiel reinzugehen, um das Spiel zu gewinnen. Ob das am ersten Spieltag in Hamburg ist oder am letzten Spieltag in Stuttgart.“
Mit der richtigen Mentalität und Einstellung auf dem Platz und der Unterstützung von den Rängen sei laut Grammozis vieles möglich. Der Trainer zeigte sich dabei felsenfest davon überzeugt, dass man eine gute Runde spielen wird, wenn diese Faktoren zusammenkommen. Von einem Fan wurde Grammozis dann nach seinen eigenen Zielen mit dem SV Darmstadt 98 gefragt.
Grammozis: „Was mein persönliches Ziel angeht, ist das immer auch sehr stark vom Verein und von den Jungs abhängig. Ich bin ein Trainer, der mit Leidenschaft dabei ist, der sich wünscht, dass seine Mannschaft auch für etwas steht.“
Bereits beim ersten Gespräch mit Carsten Wehlmann habe der Coach gemerkt, dass die Philosophie der Lilien zu ihm passe. Er wolle daher den Verein und das Team weiterentwickeln und natürlich selbst auch dazulernen und wachsen.
Ebenfalls waren der Verein und seine Außenwirkung ein Thema beim einstündigen Talk. Präsident Fritsch erklärte hierbei, auf Nachfrage aus dem Publikum, nochmals die Bedeutung des Vereinsmottos „Aus Tradition anders“. Nach Aussage von Fritsch habe man hierbei einen Leitgedanken gesucht und gefunden. 
"’Aus Tradition anders‘ heißt nicht ‚Aus Tradition doof‘, sondern das heißt einfach, dass man mal nachdenkt und schaut, ob man die ausgetrampelten Pfade verlassen kann, aber trotzdem zum Ziel kommt. Das ist unter Umständen die richtige Definition."
Generell habe sich die äußere Wahrnehmung in den vergangenen Jahren geändert, sodass laut Fritsch viele fußballbegeisterte Fans die rasante Entwicklung des SV 98 mitverfolgt hätten. Weiterhin sei es wichtig, Demut zu wahren, aber sich dennoch nicht zu verstecken.
Wehlmann: „Um in den Worten unseres Vizepräsidenten zu sprechen, kann man sagen, dass Darmstadt ein richtig sexy Verein ist, der sich über die Jahre in einer kurzen Zeit relativ schnell entwickelt hat.“
Nach der steilen sportlichen Entwicklung sei es laut Wehlmann nun die Aufgabe, die weiteren Abteilungen des Vereins zu strukturieren und weiter zu entwickeln.
Bei den Fragen aus dem Publikum ergaben sich dann weitere interessante Themen. Ein Fan wollte beispielsweise wissen, ob der SV 98 nicht einmal in Brasilien spiele werde. Präsident Fritsch konnte dies zwar für die nähere Zukunft ausschließen, ergänzte aber schmunzelnd, dass es vielleicht in ein paar Jahren möglich wäre, wenn sich der Verein weiter so entwickle und man eine Einladung erhalte.
Zum Ende der Fragerunde wollte dann noch ein Zuschauer aus dem Publikum wissen, ob der SV 98 sich nicht in Zukunft ein Maskottchen zulegen wolle.
Fritsch: „Ich bin der Meinung: Für was brauchen wir ein Maskottchen? Wir haben doch uns selbst.“
Nach vielen Fragen und Antworten war der Wiest Lilien-Talk nach knapp einer Stunde vorbei. Die einhellige Meinung: Erneut war es eine gelungene Veranstaltung und eine unterhaltsame Fragerunde, die mit vielen verschiedenen Themen und Informationen gefüllt war.

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