FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Ob Dimitrios Grammozis, der im zweiten Durchgang Richtung Haupttribüne wild mit dem Armen fuchtelte und noch den letzten Funken Extra-Lautstärke aus ihr herauskitzelte. Dario Dumic, der bei seinem Tête-à-Tête mit Dovedan dem FCN-Stürmer zu sagen schien „Not in my house“. Oder Neuzugang Paik, der sofort fast jeden Ball elektromagnetisch anzuziehehen schien: Jedem, der es mit den Lilien hielt, war am Sonntagmittag anzumerken, dass er die drei Punkte unbedingt an sich reißen wollte. Vor einem lautstarken Heimpublikum entwickelte sich so eine packende Partie gegen den Bundesliga-Absteiger aus Nürnberg, das in einem wilden 3:3 mündete.
Vom Publikum und den Medien ernteten die Hausherren anschließend viel Lob für den spielerischen Auftritt. Eine starke 82-prozentige Passquote und 54 Prozent Ballbesitz unterstrichen das Gefühl, dass die Lilien ihren Gegner vor sich hergetrieben hatten, mit klugen Schnittstellenpässen das Mittelfeld überbrückten und Diagonalbällen die Nürnberger-Defensive oft in Bedrängnis gebracht hatten. „Wir wussten, dass Nürnberg eine starke Mannschaft ist, deswegen sind wir mit der Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind, schon sehr zufrieden. Gerade auch die Art und Weise, wie wir mit dem Ball Nürnberg sehr viele Probleme bereitet haben“, analysierte Kapitän Fabian Holland.
Doch es war nicht nur die spielerische Komponente, die auffällig war. Auch mental trotzten die Lilien allen Widerständen: Etwa dem, dass man nach dem starken Start und dem Führungstreffer postwendend bei einem Konter den Ausgleich kassierte. Dass man sich mit dem vermeintlichen erneuten Führungstreffer belohnen konnte, nur um dann nach minutenlanger Video-Analyse wegen einer hauchdünnen Abseitsposition zurückgepfiffen wurde. Dass man quasi mit dem Halbzeitpfiff in Rückstand ging, weil Nürnbergs Hack einen echten Sonntagsschuss auspackte. „Die Jungs haben in der Halbzeit gesagt, dass sie das Spiel unbedingt drehen wollen. Ich finde, dass sie eine sehr tolle Moral gezeigt haben“, lobte Grammozis. Eine Willensleistung, die in der zweiten Halbzeit mit zwei Toren belohnt wurde. „Diese Mannschaft hat Charakter, das hat sie heute erneut bewiesen“, fasste Serdar Dursun zusammen: „Wir haben einfach weitergearbeitet.“
Weiterarbeiten wird sie ab Dienstagabend, wenn es dann in die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Heidenheim geht. Dursun: „Es ist schade, dass wir uns für unsere Leistung gegen Nürnberg nicht mit einem Sieg belohnt haben. Einen Punkt nehmen wir natürlich mit, aber drei Punkte wären natürlich besser für uns alle. Nun wollen wir es gegen Heidenheim schaffen.“ Ob dann der nächste Entwicklungsschritt gesetzt wird und sich die Mannschaft dann auch wieder mit drei Punkten belohnt, wird sich zeigen. Gegen Dresden stand die Defensive nach der Osnabrück-Pleite wieder sicher, gegen Sandhausen setzte man trotz der Niederlage dann auch offensiv wieder Akzente. Gegen den Bundesliga-Absteiger erspielten sich die Südhessen zahlreiche Chancen, zeigten Mut, Wille und Tempo und ergatterten einen hochverdienten Punkt. Beim FCH will man beim SV 98 nun dafür sorgen, dass der nächste Schritt erfolgt – damit es endlich wieder zum Dreier reicht.