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10.05.2019 / Allgemein

Gegner im Fokus: FC Ingolstadt 04

Im letzten Auswärtsspiel der Saison gastieren die Lilien beim FC Ingolstadt. Vor dem Spiel am Sonntag (12.5./15.30 Uhr) haben wir die Schanzer unter die Lupe genommen.

Allgemeines
Der Zusatz 04 im Vereinsnamen der Ingolstädter lässt zunächst auf eine lange Vereinshistorie schließen. Tatsächlich befinden sich die Schanzer alterstechnisch jedoch viel eher in der Pubertät: Im Februar 2004 führte eine Fusion aus den Vereinen MTV Ingolstadt und ESV Ingolstadt zur Gründung des Klubs aus Oberbayern. Seitdem ging es rasant bergauf. In der Bayernliga gestartet, gelang 2006 der Aufstieg in die Regionalliga Süd und schon 24 Monate später der Einzug in die zweite Bundesliga. Vom direkten Wiederabstieg 2009 ließ man sich in Ingolstadt nicht beirren und kehrte im Folgejahr zurück ins deutsche Unterhaus. Dort etablierten sich die Schanzer mit mehreren Mittelfeldplatzierungen, bevor 2015 der Aufstieg in die Bundesliga gelang – bekanntermaßen zusammen mit den Lilien. Das erste Jahr in der „Beletage“ verlief unter Aufstiegstrainer Ralph Hasenhüttl auch äußerst erfolgreich, sodass der Klassenerhalt erstaunlich früh perfekt gemacht werden konnte. In der Saison 2016/17 dagegen fielen die Schanzer ihrer Heimschwäche zum Opfer und mussten letztendlich den Gang zurück in die Zweitklassigkeit antreten – abermals begleitet von den Lilien. Doch während der SV 98 bereits für eine weitere Spielzeit in der zweiten Liga planen kann, kämpft der FCI noch um den Klassenerhalt.
Kader
Die Abgänge der Verteidiger Marcel Tisserand (VfL Wolfsburg) und Florent Hadergjonaj (Huddersfield Town) im letzten Sommer sorgten zwar für eine gewissen Unruhe bei den Schanzern, spülten aber gleichzeitig eine Menge Geld in die Vereinskassen. Geld, das die Oberbayern im Sommer insbesondere in Lucas Galvao (Rapid Wien), Benedikt Gimber (TSG Hoffenheim), Thorsten Röcher (Sturm Graz) und Konstantin Kerschbaumer (FC Brentford) investierten. Da trotz der namhaften und kostspieligen Zugänge das Kalenderjahr mit mageren 10 Punkten und dem 18. Tabellenplatz endete, verstärkte sich der FCI im Winter erneut. So wurden Mergim Mavraj (Aris Thessaloniki) und Björn Paulsen vom schwedischen Hammarby IF verpflichtet, um für defensive Stabilität bei den Ingolstädtern zu sorgen. Auch auf der Torhüterposition fand im Winter eine Veränderung statt: Nachdem sich in der Hinserie gleich drei Keeper um die Nummer Eins gestritten hatten, wurde Philipp Tschauner von Hannover 96 ausgeliehen, um auf dieser Position für Konstanz zu sorgen. In der Offensive sind es in dieser Spielzeit vor allem Sonny Kittel und Dario Lezcano, die auf sich aufmerksam machen. Beide Spieler trafen bisher acht Mal, Kittel bereitete außerdem sechs Treffer vor, Lezcano immerhin vier. Auf diese beiden Spieler wird die Lilien-Defensive am Sonntag also ein besonderes Auge werfen müssen.
Saisonverlauf
Dass im Profifußball Trainer entlassen werden, wenn es nicht läuft, ist keine Seltenheit. Dass bei einem Verein allerdings gleich drei Trainer in einer Saison ihren Hut nehmen müssen, ist hingegen schon bemerkenswert. So geschehen ist es in dieser Spielzeit beim FC Ingolstadt. Nachdem in sechs Spielen lediglich ein Dreier eingefahren werden konnte, trennte sich der Verein von Cheftrainer Stefan Leitl. Sein Nachfolger Alexander Nouri wurde nach acht sieglosen Partien bereits wieder beurlaubt und von Jens Keller beerbt. Doch auch der dritte Trainer in der Hinrunde sollte keine Fortune bringen: Anfang April befanden sich die Schanzer sieben Punkte vom rettenden Ufer entfernt auf dem letzten Tabellenplatz, weswegen die Vereinsführung ein weiteres Maß die Reißleine zog und Keller seines Amtes enthob. Und der der neuerliche Personalwechsel scheint dieses Mal Früchte zu tragen. Unter dem aktuellen Coach Tomas Oral wurden in fünf Spielen 13 Punkte eingefahren, was gleichbedeutend mit der besten Ausbeute aller Zweitligateams in diesem Zeitraum ist. Entsprechend ist der fast unmöglich erschienene Klassenerhalt wieder in greifbare Nähe gerückt. Mit 32 Punkten befinden sich die Ingolstädter auf dem Relegationsrang und haben den Ligaverbleib somit in der eigenen Hand.
Bilanz
Elfmal sind die Schanzer in ihrer kurzen Vereinsgeschichte bislang auf die Lilien getroffen. Und das in drei verschiedenen Ligen. Nicht selten gestalteten sich die Partien zwischen den beiden Kontrahenten dabei ausgesprochen ausgeglichen, was sechs Remis untermauern. Wenn ein Team aber die Nase vorn hatte, waren es meist die Ingolstädter, die sich viermal die drei Punkte schnappen konnten. Lediglich einen Sieg konnten die Südhessen bisher gegen Ingolstadt feiern. Beim Duell der Bundesligaaufsteiger sorgten Konstantin Rausch und Sandro Wagner im Frühjahr 2016 für das 2:0 der Blau-Weißen. Ein Ergebnis, das die Lilien so sicherlich wieder unterschreiben würden.

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