FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Auswärtsspiel beim Tabellenletzten der 2. Bundesliga. Und nach den in einer solchen Situation reflexhaften Unkenrufen konnte man die Uhr stellen: Die Favoritenrolle läge klar bei den Lilien, auch von “Pflichtaufgabe” war vor der Partie zu lesen. Hinfahren, drei Punkte einsacken, heimfahren: Klingt doch einfach, oder? Falsch. “Genau das sind die schwersten Spiele”, sagte Torsten Lieberknecht in den Katakomben des Audi-Sportparks. Umso wichtiger sei es deshalb, Tabellensituationen oder auch das Hinspiel-Ergebnis auszublenden und vielmehr dem Leistungsvermögen des Gegners den nötigen Respekt zu zollen. Und genau das tat der SV Darmstadt 98.
Seriosität zeigen. Das war das Motto. Eine Vorgabe, die Lieberknecht seinen Mannen vor dem Anpfiff mit auf den Weg gab. Mit Erfolg. “Meine Mannschaft hat eine gute Haltung gezeigt”, betonte der Cheftrainer des SV 98 sichtlich stolz. Denn beim 2:0-Sieg gegen einen im Vergleich zum Hinspiel personell stark veränderten FC Ingolstadt stand ein Darmstädter Team auf dem Feld, welches genau die richtige Einstellung zu diesem Duell an den Tag legte: Ein über 90 Minuten selbstbewusstes Auftreten, ohne dabei aber den Gegner zu unterschätzen. Konsequentes Verteidigen und der stetige Zug zum Tor. Leidenschaft und zu jeder Zeit der nötige Siegeswille. Dies alles sorgte dafür, dass die Lilien nach den Partien auf Schalke, in Aue, Paderborn und Regensburg auch das fünfte Auswärtsspiel in Serie gewannen – etwas, was dem SV 98 in seiner Vereinshistorie nur einmal in der Saison 1977/78 gelang.
Ein Sieg ist ein Sieg
“Es ist sehr schön, dass wir unsere Auswärtsserie ausbauen konnten”, betonte Tim Skarke. Er hatte die Darmstädter mit einem sehenswerten Treffer – seinem ersten in dieser Saison – in Führung geschossen. Weitere Lilien-Tore hätten allerdings durchaus folgen können. Mit 31:9 Torschüssen vermerkten die Statistiker einen deutlichen Vorteil für die Südhessen. Zwei davon fanden den Weg ins Ingolstädter Tor. Lieberknecht: “Wir müssen die Chancen einfach weglächeln, die wir liegengelassen haben.” Die Lilien kommen zu ihren Möglichkeiten, das sei die Hauptsache. “Wir sind immer weiter dran geblieben – egal, wie viele wir vergeben haben”, erklärte Skarke. Wie eindrucksvoll das Herausarbeiten dieser zahlreichen Möglichkeiten ist, zeigen zwei aktuelle Beispiele auf anderen Zweitliga-Plätze: Sowohl bei Schalke gegen Aue als auch im Hamburger Stadtderby hatten jeweils beide Mannschaften zusammen gerade einmal 26 Torabschlüsse.
Schlussendlich brachte Luca Pfeiffer aber all das auf den einen richtigen Punkt: “Natürlich hätten wir das Spiel früher entscheiden können. Aber ein Sieg ist ein Sieg.” Zudem der dritte Auswärtserfolg in Serie ohne Gegentor. Und dank diesem schaufelten sich die Darmstädter die Zähler 37, 38 und 39 aufs Punktekonto. Eine bemerkenswerte Ausbeute nach 20 Spieltagen. “Denn man weiß, wie wertvoll diese Punkte in dieser extrem ausgeglichenen Liga sind”, erkannte Lieberknecht. Ein solch gefülltes Punktekonto hat derzeit kein anderes Team des Wettbewerbs. Keine andere Mannschaft holte so viele Siege (12) oder schoss so viele Tore (45) wie der SV 98.
„Für Darmstadt 98 nicht alltäglich“
“Das ist eine schöne Momentaufnahme und vielleicht können wir in der Länderspielpause auch mal einen Blick drauf werfen”, sagte Pfeiffer über die daraus resultierende tabellarische Konstellation. Es gilt, sich über die “für Darmstadt 98 nicht alltägliche Situation” (O-Ton Lieberknecht) auch einmal zu freuen. Der Cheftrainer: “Wir sind sehr happy darüber und genießen diese Situation mit aller Bodenständigkeit”. Wohlwissend, dass in dieser Zweitliga-Saison noch 14 Spieltage zu absolvieren und damit satte 42 Punkte zu vergeben sind. Und klar: Die Lilien möchten weiter Gegner und Punkte jagen. Und auch die restlichen Begegnungen mit Nüchternheit, Seriosität und Haltung, aber auch mit der offenkundigen Spielfreude, mit Selbstvertrauen und dem augenscheinlichen Teamgeist bestreiten.
Die Freude über die Momentaufnahme, dabei aber nie den Blick für die kommenden Herausforderungen verlieren: Genau das ist die richtige Haltung. “Für uns geht es einfach nur darum, weiter zu machen und möglichst gegen den HSV wieder drei Punkte einzufahren”, so Pfeiffer. Denn dieses Schwergewicht der Liga und einer der absoluten Topfavoriten auf den Aufstieg gastiert nach der zweiwöchigen Länderspielpause am Böllenfalltor (6.2./13.30 Uhr). Ein formstarker Gegner, der in dieser Woche einen Erstligisten aus dem DFB-Pokal gekegelt und das Stadtderby für sich entschieden hat. Und genau diese schwierige Aufgabe wollen die Lilien erneut mit genau der richtigen Haltung angehen.