FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
"Dem allgemeinen Empfinden von Gerechtigkeit entsprechend", so die Bedeutung des Wortes "gerecht". Doch gibt es Gerechtigkeit im Fußball? Ja, es gibt sie. Das perfekte Beispiel dafür ist das Endresultat zwischen dem SV Darmstadt 98 und dem VfL Osnabrück. Ein gerechtes Unentschieden, 1:1 im strömenden niedersächsischen Regen an der Bremer Brücke. Eine Punkteteilung zweier Mannschaften, die sich nichts schenkten. Zweier Mannschaften, von denen sich aber auch keine als die deutlich bessere herauskristallisierte.
Aus Sicht der Lilien: Torschüsse: 13:12. Gespielte Pässe: 432:430. Angekommene Pässe: 333:336. Passquote: 77 Prozent : 78 Prozent. Ballbesitz: 50:50. Tore: 1:1. Ausgeglichener geht’s kaum. “Am Ende hätten wir es nicht verdient gehabt, hier zu gewinnen”, stellte Cheftrainer Markus Anfang nach Spielende fest. Richtig, weder der SV 98 noch die lila-weißen Osnabrücker hätten an diesem Mittwochabend drei Punkte verdient. Es wäre nicht gerecht gewesen.
“Wir müssen den Punkt akzeptieren”
Da gab es in dieser Saison schon ganz andere Duelle. Partien, in denen die Südhessen das klar bessere Team waren. Spiele, die am Ende nicht mit dem Resultat endeten, welches zu Leistung der Lilien gepasst hätte. Doch das Nachholspiel des vierten Spieltags der 2. Bundesliga hatte einen fairen Ausgang. “Das 1:1 geht in Ordnung”, befand Fabian Holland. Auch Torschütze Victor Palsson teilte die Meinung seines Kapitäns: “Wir müssen den Punkt akzeptieren”. Während die Darmstädter noch im ersten Durchgang ein dominantes Auftreten zeigten sowie die tonangebende Mannschaft waren, entwickelten sich die zweiten 45 Minuten zugunsten der Gastgeber. Erst Darmstadt, dann Osnabrück. Fair, wenn so ein Duell mit einem Remis endet.
Zu erwarten, dass die Lilien jeden der 17 Gegner in der 2. Liga über 90 Minuten dominieren, wäre vermessen. Dennoch sorgen die bisherigen Partien für eine gewisses Selbstverständnis. “Wir sind schon an einem Punkt, an dem wir gewohnt sind, viel Ballbesitz zu haben, uns viele Chancen herauszuspielen und das Spiel zu dominieren”, so Anfang am Dienstag. Dementsprechend falle eben auf, wenn eine Mannschaft wie Osnabrück anders gegen die Lilien agiere und die Südhessen nicht so viel Ballbesitz verzeichnen. Doch dieser wäre gerade nach der langen 1:0-Führung bis tief in die zweite Hälfte hinein so wichtig gewesen. “Der VfL hat immer wieder versucht, uns aus der Ruhe zu bringen, sodass wir weniger Ballbesitz hatten. Das war einer der Knackpunkte”, betonte der Cheftrainer.
“Osnabrück hat uns gut zugesetzt. Wir sind auf einen Gegner getroffen, der es einfach richtig gut gemacht hat”, sagte er. Und das taten die Osnabrücker. Der VfL stresste die ganz in weiß gekleideten 98er, provozierte damit Ballverluste. “Dass wir nicht das gespielt haben, was wir in den letzten Wochen gemacht haben, lag eben auch an Osnabrück”, so der SV98-Coach und verdeutlichte: “Wir müssen akzeptieren, dass wir auch mal mit einem Punkt leben müssen.”
Fehler erkannt, Fokus auf Karlsruhe
Dass es trotz Führung nicht für drei Punkte reichte, lag aber nicht nur an den schwer zu bespielenden Hausherren. Gerade im zweiten Durchgang schlichen sich einige Nachlässigkeiten ins Darmstädter Spiel. “Bei uns muss der Ball nach der Pause einfach besser laufen. Wir hätten mehr Ballbesitz gebraucht und hätten mehr Zweikämpfe gewinnen müssen”, haderte Palsson. Auch Holland sah Luft nach oben. “Wir hatten phasenweise ein paar Probleme beim Anlaufen”, so der Kapitän des SV 98. Nach einem Fehler in den defensiven Abläufen fiel dann auch der Ausgleich. “Doch trotzdem hatten wir gute Aktionen, die wir noch besser ausspielen müssen”, sagte Holland.
Das gilt es, in Karlsruhe umzusetzen. Zwei Punkte aus zwei Spielen ist die bisherige Ausbeute dieser Englischen Woche. Plus drei sollen Sonntag auf das Punktekonto der Darmstädter gepackt werden, wenn die Lilien auswärts beim KSC (1.11., 13.30 Uhr) auflaufen. “Wir müssen uns nun zu einhundert Prozent auf Karlsruhe fokussieren”, fordert Palsson. Das Endergebnis am kommenden Sonntag? Es soll dem allgemeinen Empfinden von Gerechtigkeit entsprechen. Heißt? Einer starken Leistung der Lilien sollen drei Punkte folgen.