FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
"Teilen" ist eine Eigenschaft, die an sich positiv konnotiert ist. Schon im frühen Kindesalter wird beigebracht, dass man Spielzeug oder Essen teilen sollte. Wer teilt, der handelt nicht egoistisch, der denkt auch an seine Mitmenschen. So gesehen, sind die Lilien so etwas wie die barmherzigen Samariter der 2. Bundesliga. Denn auch gegen den VfL Osnabrück musste der SV 98 beim heimischen 2:2 die Punkte teilen. Zum fünften Mal in Folge war das nun der Fall, zum elften Mal insgesamt in dieser Saison. Die Stimmungslage nach einem beherzten Auftritt der Lilien, der jedoch nicht belohnt wurde, ließ sich leicht an den Gesichtern aller Lilien ablesen: Zufriedenheit über einen Punkt? Nein. "Teilen", davon haben sie am Böllenfalltor langsam die Nase voll. Klar, man hatte Spiel und Gegner dominiert, doch da man nicht in der wichtigsten Statistik die Nase vorne hatte, überwog die Enttäuschung.
Enttäuscht. Warum? Es war eindeutig mehr drin. „Wir haben zwei Punkte liegengelassen“, verdeutlichte Felix Platte, der mit seinem ersten Tor nach langer Leidens- und Verletzungszeit den Lilien einen Zähler sicherte. Doch nach dem Spielverlauf war dieser zu wenig, darüber waren sich alle in blau und weiß einig. Zu wenig, weil der SV 98 spielbestimmend war, sich deutlich mehr Torchancen herausspielte, mutig agierte und gerade in der Offensive immer wieder Gefahr ausstrahlte. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht“, befand auch Yannick Stark. Der SV 98 war dran, ging verdient in Führung. Trotz des Ausgleichs und des späteren Führungstreffers der Osnabrücker ließen sich die Lilien nicht beirren und machten weiter, belagerten zeitweise die gegnerische Hälfte. Doch die maximale Belohnung blieb aus. „Wir hätten mit drei Punkten vom Platz gehen müssen“, betonte Kapitän Fabian Holland, dem die Verärgerung darüber ins Gesicht geschrieben war.
Verärgert. Warum? 57,9% Ballbesitz für den SV 98, 13:7 Eckstöße und 23:16 Torschüsse. Mehr Flanken, die bessere Zweikampfbilanz: Die Statistiken sprechen allesamt für die Darmstädter. Umso ärgerlicher, dass der Ertrag nur ein Zähler ist – gerade wenn man sieht, wie häufig der SV 98 im Strafraum war, wie häufig er gefährlich wurde und wie häufig er sich gute Tormöglichkeiten erspielte. „Wir müssen die Dinger aber auch reinschweißen“, brachte es Platte auf den Punkt. Es war das Manko der 98er im Duell mit dem VfL aus Osnabrück. Drei, vier oder gar fünf Treffer hätten es sein können – wenn nicht sogar müssen. „Aber in den entscheidenen Momenten haben wir uns immer wieder falsch entschieden“, haderte Dimitrios Grammozis. Es fehlten Zentimeter, mal Millimeter. „Es sind Kleinigkeiten, die in der 2. Bundesliga entscheiden“, so Yannick Stark. Kleinigkeiten, die es besser zu machen gilt. Denn die Ansätze waren da. Das sorgte trotz der Enttäuschung über das Unentschieden für ein kleines bisschen Optimismus.
Optimismus. Warum? Vor allem im Hinblick auf das vergangene 1:1 bei Holstein Kiel unter der Woche war es eine deutliche Leistungssteigerung. „Wir haben sehr gute Angriffe gezeigt und konnten uns immer wieder Torchancen kreieren. Das ist positiv“, erklärte der Lilien-Coach. Dort müsse der SV 98 ansetzen, genau dort weitermachen. „Dann bin ich mir sicher, dass wir die Tore machen und auch endlich wieder drei Punkte holen werden“, so Grammozis weiter. Spaß hat es ihm gemacht, „den Jungs dabei zuzuschauen, wie sie sich Chancen erspielen“. Die Art und Weise macht trotz aller Enttäuschung über zwei liegengelassene Punkte dennoch Mut.
Mut. Warum? Die Spielweise war überzeugend, auch wenn sie sich nicht in dreifach Zählbares ummünzen ließ. „Wir hoffen, dass die Kleinigkeiten wieder in unsere Richtung ausschlagen. Dann werden wir wieder drei Punkte holen“, betonte Yannick Stark. Drei Punkte, nach denen sich die Lilien sehnen – nach fünf Unentschieden in Folge. Doch auch dieser Trend hat zwei Seiten: Einerseits sind die Lilien seit fünf Spielen in Serie unbesiegt. „Wir sind schwer zu schlagen“, weiß auch der Mittelfeldspieler. Andererseits sprang aber eben auch kein Dreier heraus. Was heißt das nun für die kommenden Aufgaben? „Wenn die Jungs mit gekrümmten Körper in die Kabine gekommen wären, weil sie eine schlechte Leistung gezeigt haben, wäre das ein Alarmzeichen gewesen. Doch ganz im Gegenteil: Mit der Leistung bin ich einverstanden“, stellt Grammozis klar. Nun gilt es, am Freitag bei Dynamo Dresden (7.2./18.30 Uhr) ähnlich aufzutreten – und dann aber auch den Ball ein verflixtes Mal mehr im anderen Tor unterzubringen als die gegenüberliegende Seite. Damit am Ende keine geteilten Zähler zu Buche stehen, sondern – ganz egoistisch – die volle Punktzahl.