FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Um 17.30 Uhr machte sich die gesamte Mannschaft noch einmal auf den Weg aus der Kabine in den Innenraum der Allianz Arena. Von den mitgereisten Anhängern lautstark gefordert, marschierte der Tross kollektiv in Richtung Gästekurve. Es folgten Gesänge und langanhaltender Applaus. Beidseitig. Ein akustischer Dank der Fans an ihre Mannschaft - und umgekehrt vom Team an diese ganz besonderen Supporter. Applaus für die Leistung auf dem Rasen und die Leistung auf den Rängen. Applaus für zwei unvergessliche Jahre in der Bundesliga.
„Dass die Fans ihre Mannschaft nach einem feststehenden Abstieg zurück auf das Feld rufen, um sie zu feiern und anzufeuern, das ist etwas Besonderes und alles andere als selbstverständlich“, so Aytac Sulu über den speziellen Moment, bevor der Kapitän anfügte: „Die Aktion zeigt einmal mehr die ganz besondere Fankultur in Darmstadt.“
Auch Jerome Gondorf beeindruckte der Wunsch der Anhängerschaft, die Erfüllung war für den Mittelfeldmotor daher auch eine Selbstverständlichkeit: „Wir wollten den Fans unseren Respekt zollen. Für die famose Unterstützung über die gesamte Zeit und heute speziell im Moment des Abstiegs.“
Ein Abstieg, der natürlich allen Beteiligten wehtut. Dessen Schmerz aber gemildert wird durch die Art und Weise, wie alle Lilien in den vergangenen Wochen mit dem drohenden Szenario umgegangen sind. Die Mannschaft, die trotz der aussichtlosen Situation Spieltag für Spieltag Charakter und eine überragende Mentalität an den Tag legte. Fans, die auch im Misserfolg zu hundert Prozent hinter dem Team stehen. Und ein Trainer, der all die Dinge vorlebt, die Darmstadt 98 ausmachen.
„Wichtig war, dass wir die komplette Zeit unter Torsten Frings unser wahres Gesicht gezeigt haben. Dass wir Spaß am Fußball hatten, der Teamgedanke an erster Stelle stand und ein Weg geebnet wurde, den der Verein weitergehen kann“, bilanzierte Sulu das, was alle Beobachter seit Rückrundenbeginn zu sehen bekommen hatte.
Das Spiel in München war nur das nächste Glied in dieser langen Beweiskette, mit der die Lilien nachwiesen, dass sie, wie Sulu betonte, „zurecht Bundesliga gespielt haben“. Oder durch die sie das „richtige Signal an die Konkurrenz, die Bundesliga und an ganz Fußballdeutschland“ sendeten, wie es Gondorf formulierte.
Auf dem Platz begegneten die Lilien dem Rekordmeister mit dem Mut und der Art des Fußballs, der sie zuvor zu drei Siegen in Folge geführt hatte. Und auch, wenn die tolle Vorstellung schlussendlich in der 0:1-Niederlage und dem Abstieg mündete – die Darbietung sorgte für deutlich mehr Stolz als Trauer.
„Solch eine Riesenleistung macht den Abstieg weniger schlimm“, betonte dann auch Cheftrainer Torsten Frings, der zudem ebenfalls auf die jüngere Vergangenheit zurückblickte: „Natürlich ist es bitter, aber ich bin wahnsinnig stolz auf die vergangene Wochen. Wir haben uns gewehrt bis zum Gehtnichtmehr.“
Das Gehtnichtmehr ereilte die Lilien nun also in München. „Es klingt vielleicht dumm“, resümierte Gondorf, „aber mit einer solchen Leistung in München abzusteigen, das ist vielleicht der schönste Abstieg, den es für uns geben konnte.“
Und spätestens in der gemeinsamen Zeit mit den Fans nach Spielende spürte jeder, dass der SV 98 mit hoch erhobenem Kopf die Liga verlässt. Und mit dem Wissen, die Werte des Vereins bis zuletzt auf den Bundesligarasen gebrannt und Spuren hinterlassen zu haben.