Dabei waren die Südhessen in der Anfangsphase der Partie überhaupt nicht wie "Kostverächter" aufgetreten, viel eher stellten sie die Gastgeber mit konzentrierter und strukturierter Spielweise vor einige Probleme. "Bis zum 1:0 war es eine total offene Partie", befand daher auch Ingolstadts Trainer Tomas Oral, der in den ersten 20 Minuten „Feldvorteile für Darmstadt“ beobachtet hatte. Auf die Siegerstraße brachte die Schanzer dann Sonny Kittel, der mit seinem Freistoß nicht nur zum 1:0 traf, sondern in Orals Augen auch den "Türöffner" für den FCI spielte.
Der letzte Tick fehlt
Zwar verzeichneten die Lilien über die gesamte Spielzeit deutlich mehr Ballbesitz und die bessere Passquote, für den Griff zur kostbaren Frucht in Form von drei Punkten fehlte es aber "bei jedem an ein paar Prozent", wie Patrick Herrmann ehrlicherweise zugab. Und auch sein Vordermann auf der rechten Seite, Marcel Heller, vermisste "den letzten Tick", den es für einen Comeback der Lilien an diesem Tag gebraucht hätte.
Spätestens nach dem 0:2 durch Dario Lezcano wenige Augenblicke vor dem Halbzeitpfiff war abzusehen, dass den Lilien im zweiten Abschnitt eine Herkulesaufgabe hervorstehen dürfte. Auf die der SV 98 sich in der Halbzeitpause einschwor: "Wir haben uns in der Kabine noch einmal viel vorgenommen", erklärte Dimitrios Grammozis mit Blick auf die 15 Minuten zwischen beiden Spielabschnitten, fügte dann aber an: "Im Endeffekt haben wir aber die letzte Galligkeit vermissen lassen. Die Niederlage müssen wir uns heute selbst zuschreiben."
Zwar ließen sich die Lilien auch nach dem vorentscheidenden 0:3 nicht hängen, aber auch der Lattenkopfball von Yannick Stark passte zum Gesamteindruck des Tages, dass das Spielglück der vergangenen Wochen diesmal nicht auf Seiten der Darmstädter stehen wollte. Zumal Tobias Kempe bereits nach 18. Minute am Außenpfosten gescheitert war.
Mit Blick auf den eigenen Anspruch brachten die Lilien ihre Unzufriedenheit angesichts der Schlappe beim formstärksten Team der Liga klar zum Ausdruck: "Wir sind sicher nicht hergefahren, um mit 0:3 zu verlieren", erklärte beispielsweise Heller, der ausführte: "Wir haben zu viele Standards in gefährlichen Räumen zugelassen. Ingolstadts Stärke bei diesen Situationen haben wir dann zu spüren bekommen. Wir werden das analysieren, um die richtigen Schlüsse für die kommende Woche zu ziehen."
Neue Chance
Denn die Möglichkeit, die Saison mit einem positiven Ergebnis zu beenden, bleibt bestehen. Am letzten Spieltag, im Heimspiel gegen Aue, strebt der SV 98 "einen ordentlichen Saisonabschluss mit den eigenen Fans an", wie Herrmann verdeutlichte, der zudem sofort klar machte, was es dafür benötigt: "Heute war es ein bisschen zu wenig von uns. Umso wichtiger ist es, dass wir in der kommenden Woche nochmal richtig Gas geben."
Ein Sieg im abschließenden Saisonspiel würde das Punktekonto der Lilien nicht nur auf starke 46 Zähler anwachsen lassen, es würde das Team zudem auch zum wohlverdienten Gewinner der bereits präsentierten Trophäe küren. Zum Titelträger der "Goldenen Ananas" für eine sorgenfreie Saison mit krönendem Abschluss.