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21.11.2024 / Profis

Hannover 96 im Gegnercheck

Nach 38 Jahren! Lang ist’s her. Hannover 96 könnte sich im Dezember erstmals seit der Saison 1986/87 wieder die Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga sichern. Damals spielten die Niedersachsen, die auch aktuell wieder von der Tabellenspitze grüßen, eine ähnlich starke Saison. Das Endergebnis war 1987 der Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga. Vor 38 Jahren standen die Hannoveraner sowohl nach der Halbzeit als auch nach Ablauf der Saison ganz oben in der Tabelle. Kann die aktuelle Mannschaft die Geschichte von vor 38 Jahren wiederholen?

Foto: Fabio Deinert/Getty Images

Es sieht zumindest richtig gut aus. Hannover 96 ist Tabellenführer der 2. Bundesliga in der Saison 2024/25. Vor allem eine makellose Heimbilanz mit sechs Siegen aus sechs Spielen vor heimischer Kulisse sorgt für ein dickes Punktepolster. 22 Zähler haben die Niedersachsen auf der Habenseite – und damit einen Punkt Vorsprung auf die direkte Konkurrenz aus Paderborn und Düsseldorf. Doch nun kommt der SV Darmstadt 98 in die Heinz von Heiden Arena und ist gewillt, den Heimlauf der 96er zu stoppen. Bevor aber am Samstag (23.11./13 Uhr) der Ball rollt, nehmen wir den Gegner der Lilien einmal genauer unter die Lupe.

Transferfenster

Top-Zugänge Top-Abgänge
Bartlomiej Wdowik (Verteidiger, SC Braga) Bright Arrey-Mbi (SC Braga)
Jessic Ngankam (Angriff, Eintracht Frankfurt) Cedric Teuchert (St. Louis City SC)
Jannik Rochelt (Außenbahnspieler, SV 07 Elversberg) Louis Schaub (SK Rapid Wien)
Josh Knight (Verteidiger, Peterborough United) Max Besuschkow (FC Ingolstadt 04)
Hyung-ju Lee (Mittelfeld, FC Bayern München) Sebastian Ernst (SSV Jahn Regensburg)

Der Trainer

„Es war Arbeit, Fußball, Spiele und ganz wenig Freizeit“, so beschrieb Stefan Leitl, Cheftrainer von Hannover 96, einst seine Anfangszeit als Fußballprofi. Mit noch jungen 16 Jahren startete der ehemalige Mittelfeldspieler eine Berufsausbildung. Daneben betrieb er bereits Jugend-Leistungssport. Während er später seine berufliche Abschlussprüfung absolvierte, gelang ihm der Schritt von der Jugend zu den Profis des FC Bayern München. Ein allerdings viel zu großer Schritt, wie der heute 47-Jährige selbst im Interview mit seinem aktuellen Arbeitgeber zugab. Keine Chance, mitzuhalten. Zudem zu häufig verletzt. Der Traum vom großen Fußballgeschäft? Er schien zunächst geplatzt. Vom deutschen Rekordmeister ging es für Leitl zum SV Lohhof – von der Bundesliga in die Oberliga.

Doch Leitl rappelte sich auf, arbeitete an sich. Er wurde besser, stieg nach und nach auf. Über den 1. FC Nürnberg und der Spielvereinigung aus Unterhaching landete er im Sommer 2004 beim SV Darmstadt 98. Für die Lilien absolvierte der frühere Mittelfeldspieler mit Offensivdrang bis 2007 insgesamt 93 Pflichtspiele. Später in Ingolstadt fand er dann seine fußballerische Heimat, wo er weitere 190 Einsätze verbuchte.

Noch während seiner Zeit als Spieler absolvierte der gebürtige Münchner nach und nach einige Trainerausbildungen. „Den Schritt nach meiner aktiven Karriere zum Trainer habe ich meinem damaligen Trainer beim FC Ingolstadt, Benno Möhlmann, zu verdanken“, erklärte er in einem Interview mit Hannover 96. Begonnen bei der U17 der Ingolstädter arbeitete sich Leitl auch im Trainerberuf immer weiter nach oben. Er trainierte die Profis des FCI, heuerte anschließend bei der SpVgg Greuther Fürth an und schaffte im Jahr 2021 mit dem Kleeblatt den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Doch nach 30 Spieltagen im deutschen Fußball-Oberhaus verließ er den Verein, um eine Liga tiefer bei Hannover 96 neu anzufangen. Seit 2022 sitzt Leitl dort im Sattel und befindet sich in seiner dritten Saison in Niedersachsen – in der Saison, in der der Aufstieg in Liga eins gelingen soll?

Foto: Eibner-Pressefoto/Fabio Deinert

Prunkstück

Mit 16 Saisontoren steht Hannover 96 gerade einmal auf Platz 14 der Statistik. Zwar schoss Leitl’s Team nicht viele Tore, doch können sich die Niedersachsen auf eine enorm starke Defensive verlassen. Lediglich zehn Gegentore sind Ligabestwert – bemerkenswert, weil sie allein am vergangenen Spieltag drei gegen Elversberg kassierten. In sechs der zwölf Zweitliga-Partien gelang es Hannover allerdings, zu Null zu spielen – auch das ein Ligabestwert.

All Eyes on ...

Cagliari, Italien. Dort auf Sardinien kam 2004 der Sohn einer argentinischen Mutter und eines italienischen Fußballprofis auf die Welt. Nicolò Tresoldi. Schon als kleiner Junge liebte der Deutsch-Italiener den Fußball – aber auch den Tennissport. Bis heute hat er die Liebe zum Schläger nie verloren und liebt es noch immer, auf dem Court zu stehen. Doch sein Hauptaugenmerk liegt auf dem Fußball – auch, wenn ihm eine Tennis-Ikone dabei hilft. Vor jedem Spiel schaue er sich ein zehnminütiges Motivationsvideo von Rafael Nadal an. Das spanische Tennis-Ass ist sein absolutes Vorbild. Ein Motivationsritual, das zu fruchten scheint.

Bereits mit 17 Jahren gab der Deutsch-Italiener am ersten Spieltag der Saison 2022/23 sein Profidebüt für Hannover 96 in Kaiserslautern. Insgesamt kam der Youngster am Ende jener Spielzeit auf 13 Pflichtspieleinsätze im 96-Dress. Mittlerweile ist er aus dem Team der Niedersachsen kaum noch wegzudenken. In der vergangenen Saison schoss er in 30 Spielen sieben Tore, in dieser Spielzeit kam Tresoldi in allen Duellen zum Einsatz und traf bereits zweimal in des Gegners Kasten. Die Leistungen des 20-jährigen Angreifers zogen bereits auch die Aufmerksamkeit der DFB-Junioren auf sich. Und so wurde er zunächst für die U19-Nationalmannschaft nominiert. Seit September 2023 ist er zudem ein fester Bestandteil im Team des U21-Nationaltrainers Antonio Di Salvo. In acht U21-Partien gelangen dem 20-Jährigen fünf Tore. Druck macht sich Tresoldi dennoch keinen. Vielleicht ist genau das sein Erfolgsgeheimnis? „Ich möchte einfach rausgehen und Spaß haben. Mehr möchte ich nicht“, erklärte er gegenüber dem kicker.

Foto: Fabio Deinert/Getty Images

Blick in die Hannover-Vitrine

  • Deutscher Meister: 1937/38, 1953/54
  • Deutscher Zweitligameister: 1974/75, 1986/87, 2001/02
  • Deutscher Pokalsieger: 1991/92
  • Landespokalsieger: 1996/97, 1997/98

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