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06.02.2019 / Allgemein

„Hat mir gezeigt, dass ich es noch kann“

Einen knappen Monat lang trägt Sören Bertram mittlerweile die Lilie auf der Brust. Im Gespräch mit sv98.de zog der 27-Jährige ein erstes Fazit, sprach über seine Tor-Premiere und über den kommenden Gegner aus Heidenheim.

sv98.de: Sören, ein knapper Monat ist seit deiner Unterschrift bei den Lilien vergangen. Wie fällt das erste Fazit aus?
Sören Bertram: Durchweg positiv. Ich konnte die Vorbereitung ohne Ausfallzeiten durchziehen, das war in meiner Karriere auch schon anders. Auch die beiden Spiele liefen für mich persönlich positiv. Dass wir das Spiel gegen St. Pauli noch drehen konnten, war natürlich super. Und das Tor in Duisburg war auch ein schöner Moment, obwohl wir schlussendlich leider keine Punkte mitgenommen haben.
sv98.de: Der Einstieg wurde dir auch durch bekannte Gesichter vereinfacht. Hat das geholfen?
Bertram: Es war schon etwas Besonderes, dass ich so viele Spieler bereits vorher kannte. Mit Marcel Franke bin ich schon recht lange gut befreundet, mit Ferro und Basti Hertner habe ich im Verein zusammen gespielt. Und Serdar kenne ich noch von der Hamburg-Auswahl. Das hat mir das Einleben enorm erleichtert
sv98.de: Nun kamst du sofort in beiden Pflichtspielen zum Einsatz. Hast du damit gerechnet, dass es so schnell gehen würde?
Bertram: Ich habe es mir natürlich erhofft. Ich habe in der Vorbereitung Gas gegeben und versucht mich zu zeigen. Es ist natürlich schön, wenn man sofort Einsatzzeiten bekommt, zumal ich in Aue zuletzt gar nicht mehr ran durfte. Ich denke auch, dass die beiden Spiele okay waren, obwohl es immer Luft nach oben gibt. Und natürlich hoffe ich, dass meine Tore zukünftig auch für drei Punkte reichen (grinst).
sv98.de: Trotz der Niederlage in Duisburg hast du davon gesprochen, dass dein Treffer deiner Seele gut getan hat. Wie wichtig ist Zählbares zum Start für einen Offensivspieler?
Bertram: Das vergangene halbe Jahr war nicht so schön für mich, deshalb hat mir der Treffer ein schönes  Gefühl gegeben. Es hat mir gezeigt, dass ich es noch kann, dass ich noch weiß, wo das Tor steht und wie ich den Ball zwischen die beiden Stangen bekomme. Ich kann sicherlich ein gewisses Selbstvertrauen aus dem Spiel ziehen.
sv98.de: In den Trainingseinheiten und Testspielen hatten wir dich als Linksfuß kennengelernt, deinen Treffer hast du dann sehenswert mit rechts erzielt. Eine Ausnahme oder hast du da eine Waffe etwas geheim gehalten?
Bertram: Ich habe mit Marcel schon gewitzelt, dass ich mit rechts noch nie so weit geschossen habe (lacht). Aber Spaß beiseite, es war ein schönes Tor und mit rechts sind mir tatsächlich noch nicht so viele Treffer gelungen. Aber im Endeffekt ist es egal, ob der Ball mit links, rechts oder mit dem Kopf ins Netz befördert wird.
sv98.de: Du kennst die 2. Liga sehr gut, nun erlebst du sie in einem neuen Verein. Ein Sieg gegen den Tabellendritten, danach die Niederlage beim 18. Hat das erneut gezeigt, dass jeder jeden schlagen kann?
Bertram: Absolut. Selbst der HSV und Köln, die beiden Übermannschaften der Liga, haben mittlerweile ein paar Probleme und darüber hinaus ist alles total ausgeglichen. Duisburg war für mich beispielsweise in der vergangenen Saison eine extrem spielstarke Mannschaft, wo es mich sehr gewundert hat, dass sie so weit unten in der Tabelle stehen. Aber wir haben gesehen, wozu sie im Stande zu leisten sind. Jetzt kommt wieder eine Mannschaft von oben, die wir in unserem Stadion schlagen können und natürlich auch wollen.
sv98.de: Zuvor habt ihr eine lange Trainingswoche, die mittlerweile schon zur Hälfte hinter euch liegt. Speziell für euch Neuzugänge nochmal eine gute Chance, Abläufe zu verfestigen oder kennenzulernen?
Bertram: Es kamen ja noch drei neue Spieler an den letzten beiden Tagen vor Transferende, da tut es schon gut, zusammen auf dem Feld zu stehen, sich besser abstimmen zu können und viele Trainingseinheiten zu haben. Die Woche zuvor gab uns mit den beiden Spielen in vier Tagen quasi keine Möglichkeit dazu, daher tut uns die lange Woche jetzt sicherlich gut. Ich hoffe, dass wir das Ergebnis dann am Sonntag zeigen können.  
sv98.de: Am Sonntag gastiert der 1. FC Heidenheim am Bölle. Vielleicht die Überraschungsmannschaft der Saison, dazu nun auch Pokal-Viertelfinalist nach dem Sieg gegen Leverkusen?
Bertram: Ich habe in der Hinrunde mit Aue in Heidenheim gespielt, da haben sie ein starkes Spiel gemacht, waren auch fußballerisch sehr gut. Früher wurde oft gesagt, dass Heidenheim quasi nur aus Marc Schnatterer besteht, aber das ist längst nicht mehr der Fall. Dort spielen sehr viele gute Spieler, da steckt richtig viel Qualität in der Mannschaft. Natürlich kommt ihre Tabellenposition vielleicht ein wenig überraschend, aber sie stehen absolut verdient dort oben. Auch gestern gegen Leverkusen haben sie hochverdient gewonnen, da kommt ein richtiger Brocken auf uns zu.
sv98.de: Wie kann trotzdem der Heimsieg gelingen?
Bertram: Wir müssen wieder diszipliniert verteidigen und vorne haben wir immer die Qualität für Tore. Wenn wir an das Spiel gegen St. Pauli anknüpfen, dann wird etwas Zählbares für uns herausspringen.
sv98.de: Das Spiel gegen St. Pauli war zudem die erste Partie ohne Gegengerade.  Für die meisten Spieler ist diese Situation ungewohnt, du kennst sie bereits aus Aue. Gewöhnt man sich an die fehlende Tribüne oder wie bist du damit umgegangen?
Bertram: In Aue habe mich immer darauf gefreut, dass bald eine neue Tribüne im Stadion stehen wird. Hier sind zwei Tribünen bereits fertig, in Aue wurde alles neu gemacht. Ich kannte das Bölle mit der Gegengerade nur als Gästespieler, von daher war es für mich jetzt keine große Umgewöhnung. Aber ich glaube, dass wir es gegen St. Pauli alle gut gemeistert haben und die Stimmung auch super gewesen ist. Und natürlich hoffe ich, dass es gegen Heidenheim genauso sein wird.

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