Nürnberger bleibt in Darmstadt
Der SV 98 kann weiterhin auf die Dienste von Fabian Nürnberger bauen. Die Lilien haben den auslaufenden Vertrag mit dem bulgarischen Nationalspieler verlängert.
Nein, lange wollte sich der SV Darmstadt 98 nicht mit 1:2-Niederlage bei Hannover 96 aufhalten. Bereits wenige Minuten nach Abpfiff – kurz nachdem sich die Lilien bei den mitgereisten Fans bedankt und verabschiedet hatten – verschwand die Mannschaft geschlossen in der Kabine. Mit dem Ziel, sich noch in der niedersächsischen Landeshauptstadt direkt auf das Duell mit dem 1. FC Magdeburg (19.5./18.30 Uhr) einzuschwören. Einige Spieler ergriffen das Wort, auch der Cheftrainer richtete ein paar Sätze an das gesamte Team. Emotional. Motivierend. Marcel Schuhen: „Wir hatten eine hervorragende Situation in der Kabine. Jetzt freuen wir uns auf Freitag.“
Das alles geschah am Sonntagnachmittag in unmittelbarer Nähe des Maschsees. Und doch hatten die Lilien da schon den Freitagabend sowie das ausverkaufte Merck-Stadion am Böllenfalltor im Kopf. Erst nachdem sich die Mannschaft in den Katakomben der Hannoveraner Arena bereits auf das Spiel gegen den 1. FC Magdeburg einschwor, traten die Darmstädter Protagonisten vor die TV-Sender und die Aufnahmegeräte der in der Mixed-Zone wartenden Journalisten. Der Tonus, er war eindeutig. „In der Kabine hat man gerade gemerkt, dass jetzt schon alle heiß sind auf nächsten Freitag. Wir sind alle sehr motiviert, ein anderes Gesicht zu zeigen“, verdeutlichte Kapitän Fabian Holland. Auch Schuhen betonte: „Wir werden alles raushauen. Das wird man am Freitag sehen.“
Und doch gehört es für die Lilien dazu, die vorangegangen 90 Minuten unverblümt zu analysieren. Das gilt sowohl im Erfolgsfall als auch nach Niederlagen. Das haben Mannschaft und Trainer die 31 Spieltage zuvor schon so gehandhabt und so natürlich auch nach dem 1:2 gegen Hannover 96 getan. „In der Anfangsphase waren wir einfach zu schlecht“, lautete Hollands ungeschöntes Fazit. Denn der SV 98 kam gegen die Niedersachsen nicht recht in die Zweikämpfe, hatte wenig Zugriff und traf in beiden Sechzehnern die falschen Entscheidungen. Die Folge, ein 0:2 nach 31 Zeigerumdrehungen. „Unsere taktische Idee, wie wir das Spiel bestreiten wollten, stand heute zu sehr im Fokus. Daher nehme ich die Verantwortung für die Niederlage auf meine Schultern“, erklärte Torsten Lieberknecht selbstkritisch. Erst nachdem der Chefcoach die Grundordnung veränderte, kamen die Lilien besser ins Spiel. Schuhen: „Es zeugt von der Stärke des Trainers, dass er dann von Dreier- auf Viererkette umgestellt hat. Danach war das Spiel ein anderes.“ So zeigten die Lilien durch das Erzielen des Anschlusstreffers die richtige Reaktion. Doch reichte dieser nicht, um das Spiel noch einmal zu drehen und die Niederlage abzuwenden.
Die Mannschaft lebt für ihren großen Traum
Abhaken. Alle Sinne schärfen. Den Blick nach vorne richten. „Die Niederlage lässt uns alle fokussiert in die nächste Woche gehen“, so Lieberknecht. Mit 64 Punkten steht der SV Darmstadt 98 auch nach der Partie in Hannover noch auf dem ersten Tabellenplatz der 2. Bundesliga, spielt eine sensationelle Saison und hat zwei Spieltage vor Schluss weiterhin die Chance, diese aus eigener Kraft zu vergolden. Weil die Lilien sich immer wieder auf die eigenen Stärken besonnen haben. Weil sie auch nach Niederlagen immer wieder aufgestanden sind und einfach weitergemacht haben. Aufgeben? „Das steckt nicht in uns“, stellte Holland klar.
„Zweite Liga, Darmstadt ist dabei“, skandierten dennoch die Hannoveraner Fans nach Abpfiff. Motivation pur für den SVD. „Wenn man die Gesänge noch im Kopf hat, dann macht das etwas mit einem. Das lässt uns durchaus mit Wut im Bauch in das Spiel am nächsten Freitag gehen“, betonte Lieberknecht und versprach: „Wir werden am Freitag eine Reaktion zeigen und Vollgas geben, um unser großes Ziel zu erreichen.“
Dafür haben sich die Lilien schließlich schon am Sonntagnachmittag in der Kabine eingeschworen. Der Darmstädter Cheftrainer: „Die Mannschaft lebt für ihren großen Traum.“ Diesen wollen die Südhessen mit einem Sieg im eigenen Stadion gegen den 1. FC Magdeburg verwirklichen. Ob der SV 98 deswegen einen gewissen Druck verspürt, wurde Holland in Hannover gefragt. „Das ist doch der geilste Druck, den du haben kannst. Wir wollen gegen den FCM das Spiel gewinnen“, entgegnete er. Denn wenn eines nach der Niederlage am 32. Spieltag deutlich wurde, dann das alle Darmstädter Protagonisten eine große Vorfreude auf den Freitagabend verspüren. Mannschaft, Trainerteam, Lilien-Fans. Sie alle sind motiviert für Magdeburg, heiß auf Heimspiel.