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07.11.2024 / Profis

Hertha BSC im Gegnercheck

Es ist das Jahr 2011. Eine Flut von 77.116 Menschen strömt am 34. Spieltag der 2. Bundesliga in das Berliner Olympiastadion. Bis heute der Zuschauer-Rekord in der eingleisigen zweiten Liga. Die Begegnung gegen den FC Augsburg (2:1) wird der würdige Abschluss einer fulminanten Spielzeit der Hertha, die bereits am 31. Spieltag den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht hatte. Die Rückkehr ins Oberhaus ist natürlich auch mit der Hoffnung verbunden, zukünftig wieder zu einer festen Größe der Bundesliga zu werden. Ein Ziel, das bis zum heutigen Zeitpunkt nicht vollends erreicht werden konnte.

Foto: Eibner-Pressefoto/ Claudius Rauch

Rund um die Jahrtausenwende gehörte die Hertha regelmäßig zur absoluten Spitzengruppe der Bundesliga und qualifizierte sich mit großer Regelmäßigkeit für die internationeln Pokalwettbewerbe. Umso überraschender der Abstieg in der Saison 2009/10 als Tabellletzter, nachdem man die Spielzeit im Vorjahr noch auf Platz vier beenden konnte. Es folgten der direkte Wiederaufsteig und ein erneuter Abstieg, der wiederum durch die direkte Rückkehr in die Bundesliga ausgemerzt wurde, bevor sich die „Alte Dame“ zehn Jahre am Stück im Fußball-Oberhaus halten konnte. 2023 musste der Club aus der Haupstadt dann den Gang in die Zweitklassigkeit antreten und spielt aktuell die zweite Saison in Folge in dieser Spielkasse. Vor der aktuellen Spielzeit vollzog die Hertha einige Veränderungen im Kader, wir blicken vor dem Duell etwas genauer auf unseren kommenden Gegner. 

Top-Scorer

Top-Torjäger Top-Vorlagengeber
Michaël Cuisance – 4 Tore Jonjoe Kenny – 5 Assists
Ibrahim Maza – 3 Tore Michaël Cuisance – 4 Assists
Florian Niederlechner – 3 Tore Ibrahim Maza – 2 Assists
Luca Schuler – 2 Tore Kevin Sessa – 1 Assists

Der Trainer

„Abendspiel, volles Haus, ein Wahnsinnserlebnis. Die Größe und Strahlkraft dieses Clubs sind bekannt. Jetzt bin ich Cheftrainer dieses Vereins – ohne Worte. Ich bin sehr froh darüber“, so Christian Fiél in einem Vereinsinterview vor der Saison. Der 44-Jährige war den Vereinsverantwortlichen zuvor besonders durch seine Spielphilosophie aufgefallen. Die offensive Art, die der neue Mann seit Amtsübernahme im Sommer vorlebt, soll die Hertha wieder zurück ins deutsche Oberhaus führen. Geschäftsführer Thomas E. Herrich zeigte sich erfreut darüber, dass die Hertha in Fiél ihren ‚Wunschkandidaten‘ als Nachfolger von Pal Daradai verpflichten konnte.

Zuvor arbeitete Fiél eng mit Dieter Hecking beim 1. FC Nürnberg zusammen und übernahm schlussendlich in der Saison 2023/24 die Rolle des Cheftrainers beim FCN. Erste Erfahrungen sammelte der Übungsleiter mit spanischen Wurzeln nach seiner Spielerkarriere bei der SG Dynamo Dresden im Jugendbereich und trainierte dort zwischen 2018 und 2019 die Profimannschaft.

Ein wenig gewöhnsungsbedürftig für viele Hertha-Fans dürfte der Umstand gewesen sein, dass mit Fiél ein Ex-Unioner den Cheftrainerposten bei ihrem Herzensverein übernommen hat. Der aus Essingen stammende Trainer spielte ein sehr erfolgreiches Jahr 2001, national sowie international, in den rot-weißen Trikots im Stadion an der Alten Försterei. Kurz darauf wechselte er aufgrund seiner individuell starken Saisonleistung von Köpenick zum VfL Bochum. Trotz des kurzen Aufenthalts in Berlin schwärmt der Übungsleiter beim rbb von „einer Zeit, die ich nie vergessen werde und auch nicht missen will.“ Bei der Hertha hofft der Coach nun erneut auf eine erfolgreiche Zeit in der Haupstadt, bestenfalls gekrönt von einem Aufstieg in die Bundesliga.

 

Foto: Eibner-Pressefoto/ Claudius Rauch

Prunkstück

Die Auswärtsstärke. Häufig redet man im Fußball vom berühmten Heimvorteil oder dem Glück, zu Hause spielen zu dürfen. All das trifft bei der Hertha in dieser Spielzeit eher weniger zu. Sechs Punkte sammelten die Berliner in ebenso vielen Auftritten in ihrem Wohnzimmer, während auf fremden Platz bereits elf Zähler in fünf Begegenungen ergattert werden konnten. Den Lilien bietet sich nun also die Möglichkeit, der „Alten Dame“ die erste Auswärtsniederlage der laufenden Runde zuzufügen. 

 

All Eyes on ...

Diego Costa, Diego Simeone, Diego Forlán, Diego Ribas oder doch Diego Maradona. Viele große Spieler aus Südamerika teilen sich diesen Vornamen. Besonders letzterer war ausschlaggebend dafür, dass auch ein kleiner Junge aus Herford so bennant wurde. Der Vater von Hertha Spieler Diego Demme benannte seinen Sohn nach dem legendären Argentinier. Mit diesem bekannten Vornamen war der Weg zum Fußballprofi für den heutzutage 32-Jährigen wohl schon geebnet. Aus der Jugend von Arminia Bielefeld ging es für den Mittelfeldspieler zum SC Paderborn, ehe es nach Leipzig verschlug. Vor allem der darauffolgende Wechsel dürfte seinen Vater stolz gemacht haben, denn Demme ging ins Ausland, besser gesagt zu keinem geringeren Klub als dem SSC Neapel, für den einst auch Maradona sehr erfolgreich die Fußballschuhe geschnürt hatte.

Aber nicht nur auf dem Fußballplatz hat der Deutsch-Italiener so einiges drauf, sondern auch an der Konsole. Während seiner Zeit in Leipzig herrschte bei ihm eine Dreifachbelastung. Neben den nationalen und internationalen Wettbewerben füllte der damalig 27-Jährige auch den Kader der E-Sport-Abteilung auf und trat in der Virtual Bundesliga an. Bei seinem Playstation-Debüt leistete sogar der damalige Cheftrainer und heutiger Nationaltrainer Julian Nagelsmann Unterstützung und saß neben seinem damaligen Schützling. Am Ende musste sich Demme aber mit 0:2 geschlagen geben. „Es war eine geile Erfahrung. Hat Spaß gemacht“, so Demme im Anschluss an seine erste Erfahrung in der Virtual Bundesliga. 

 

 

Foto: Eibner-Pressefoto/Marcel von Fehrn

Blick in die Hertha-Vitrine

  • Deutscher Meister: 1929/30, 1930/31
  • Deutscher Zweitligameister: 1989/90, 2010/11, 2012/13
  • Deutscher Ligapokalsieger: 2001/02, 2002/03
  • Landespokalsieger: 1919/20, 1923/24, 1927/28, 1928/29, 1932/33, 1942/43, 1957/58, 1958/59, 1965/66, 1966/67, 1986/87

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