FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Leicht links versetzt liegt es schräg hinter dem Brustbein. Von außen kann man es nicht sehen und doch ist es da - etwa faustgroß, wiegt bei Sportlern bis zu 500 Gramm. Und es ist der wichtigste Muskel im Körper des Menschen. Das Herz. Bei den meisten Menschen kann man den Herzschlag fühlen, wenn man die Hand auf den Brustkorb legt. Bei Sportlern aber – genauer gesagt bei Fußballern – kann man es trotzdem immer wieder beobachten, ohne in den Körper zu schauen. Denn sie zeigen es einem. Herz zeigen, Beherztheit an den Tag legen. Das haben die Mannen vom SV Darmstadt 98 auf der Bielefelder Alm getan. Und das, obwohl sie mit 0:1 beim frischgebackenen Aufsteiger namens Arminia verloren.
Wer sich ein Herz fasst, der geht etwas mutig an. Beherztheit steht daher für eine Form des Mutes, so die Definition. Ein gutes Beispiel hierfür war der Auftritt der Lilien am Donnerstagabend (18.6.). Gegen den Spitzenreiter der 2. Bundesliga, dem der Aufstieg ins deutsche Fußball-Oberhaus schon vor dem Spieltag nicht mehr zu nehmen war, zeigte der SV 98 eine durchaus positive und ansehnliche Leistung. „Wir haben sehr mutig gespielt und haben Bielefeld früh angelaufen“, betonte Serdar Dursun, der zusammen mit Marcel Heller den Angriff bildete, während sich dahinter ein Dreier-Mittelfeld und wie schon beim Last-Minute-Heimsieg gegen Hannover 96 eine Fünfer-Abwehrkette positionierte. Ein System, mit dem die Südhessen immer besser zurechtkommen. „Wir haben uns nicht hinten reingestellt, sondern nach vorne gespielt“, erklärte Marcel Schuhen, der im ersten Durchgang zunächst zwei überragende Paraden auspacken musste und dann sah, wie seine Vorderleute immer besser ins Spiel kamen – ja, vor der Pause regelrecht am Drücker waren.
Der Schlüssel der Effektivität
Das Herz der Lilien schlug dabei weitaus mehr als die im Ruhemodus 60- bis 80-Mal in der Minute. „Gefühlt sind meine Jungs gerannt wie die Wilden“, bemerkte der Schlussmann des SV Darmstadt 98. Doch fehlte es der zweitbesten Mannschaft der Rückrunde beim besten Team der zweiten Saisonhälfte an der letzten Konsequenz. Es ist das, was sich die Südhessen ankreiden lassen müssen – trotz eines guten und chancenreichen Auftritts. „Wenn man so viele Möglichkeiten kreiert, muss man eben einfach ein Tor machen“, befand Dimitrios Grammozis und lieferte die Erklärung gleich mit, warum dies nicht gelang. „Leider waren wir vor dem Tor nicht zielstrebig genug. Die Effektivität hat uns gefehlt“, so der Cheftrainer des SV 98 weiter. Seine Jungs waren definitiv nicht die schlechtere Mannschaft, Bielefeld war aber einfach nur effektiver und nutzte eine entscheidende Standardsituation zum Tor des Tages.
„Wir haben zuhause noch eine Serie zu verteidigen“
Und trotzdem. Was bleibt, ist eine positive Leistung. „Wir haben uns wirklich teuer verkauft. Das macht Mut für die kommenden Aufgaben“, verdeutlichte Dursun. Denn viel Zeit zum Durchschnaufen bleibt den Lilien in dieser Englischen Woche erneut nicht. Schon am Sonntag (21.6. / 15.30 Uhr) gastiert der SV Wehen Wiesbaden zum hessischen Nachbarschaftsduell im Merck-Stadion am Böllenfalltor. Es ist der letzte Auftritt des SV 98 in Darmstadt für diese Saison – leider ohne Lilienfans im Stadion. „Doch wir wollen für alle Fans, die vorm Fernseher sitzen und unsere Spiele verfolgen, eine gute Leistung zeigen und zuhause gegen Wiesbaden gewinnen“, sagt Marcel Schuhen. Aber es gibt noch eine Portion Extra-Motivation für die Lilien: In diesem Kalenderjahr haben die Südhessen noch kein Heimspiel verloren. Das soll auch am Sonntag so bleiben. „Wir haben zuhause schließlich noch eine Serie zu verteidigen“, betont der Schlussmann der 98er.
Was es dafür braucht, ist klar. Dieser etwa 500 Gramm schwere, faustgroße Muskel, der leicht linksversetzt hinter dem Brustbein liegt. Das Herz. Dass sie es haben, haben die Lilien in Bielefeld trotz der Niederlage in Bielefeld unter Beweis gestellt. Genauso mutig und mit großer Beherztheit wollen die Darmstädter auch gegen die hessische Landeshauptstadt auftreten. Herz zeigen, so das Motto – nur das Ergebnis soll ein anderes sein.