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15.02.2018 / Allgemein

„Hundertprozentige Emotionen“ im Hier und Jetzt

Natürlich wurde die Frage nach der letzten Reise auf die Bielefelder Alm gestellt. An die Bilder, die der 19. Mai 2014 bei Dirk Schuster hervorruft. Und der Cheftrainer der Lilien wollte nicht verhehlen, dass es „überragende Erinnerungen“ sind, die auch er mit diesem Tag verbindet. Aber dann machte der 50-Jährige deutlich, dass sich alle Gedanken nicht mehr um diesen „Höhepunkt der Vereinsgeschichte“ drehen, sondern alleine darum, am Samstag den „Turnaround“ zu schaffen. Ein Vorhaben, das keinen Platz für melancholische Rückblicke lässt.

"Es ist eine kritische Situation, die wir nicht leugnen können", erklärte Schuster, angesprochen auf die aktuelle Tabellensituation, zu der auch der vergangene Freitag seinen Teil beigetragen hat: "Wir haben die Niederlage in Bochum akribisch und sehr selbstkritisch aufgearbeitet", so der Übungsleiter beim Blick auf die Analyse am Wochenanfang.
Bielefeld: Stabiler und gut organisierter Gegner
Beim gemeinsamen Videostudium wurde auch deutlich, welche Vorgaben am Samstag umgesetzt werden müssen, um mit Punkten die Rückreise nach Südhessen anzutreten: "Wir brauchen die selbe defensive Organisation und Aggressivität im Zweikampf wie in den ersten 60 Minuten", verwies Schuster zunächst auf die Abwehrarbeit, bevor er sich dem Angriffsspiel widmete: "Wir müssen mehr investieren in offensive Abläufe, die Bewegung nach vorne und das Bieten von Optionen."
Eine kompakte Defensive, gepaart mit variablem Offensivspiel, wird es auch brauchen, wenn der SV 98 die Arminia ins Wanken bringen möchte. Die Bielefelder sind im Jahr 2018 noch ungeschlagen und auch deshalb "mit viel Selbstvertrauen ausgestattet", wie Schuster anmerkt. Überhaupt fand der ehemalige Nationalspieler viele lobende Worte für die Elf von Jeff Saibene, die mit 31 Zählern auch die vorderen Plätze noch nicht aus den Planungen gestrichen hat. "Bielefeld ist stark im Aufwind. Sie sind sehr stabil und gut organisiert aufgetreten in den letzten Monaten", berichtete Schuster von seinen Beobachtungen und ergänzte: "Sie haben die Ergebnisse zuletzt nicht umsonst geholt."
Hundertprozentige Emotionen, Willenskraft und Bereitschaft
Umso eindringlicher fiel der Appel aus, den Schuster auf der Pressekonferenz in Richtung seiner eigenen Mannschaft richtete: "Wir sind gefordert, hundertprozentige Emotionen, aber auch Willenskraft und Bereitschaft in das Spiel hineinzulegen."
Eigenschaften, die der gebürtige Chemnitzer seit Montag in den Trainingseinheiten beobachten konnte: "Jeder hat gebrannt und wollte zeigen, dass er der Richtige für Bielefeld ist."
Auch deshalb ließ sich Schuster am Donnerstag noch nicht in die Karten gucken, was eine mögliche Startformation für das Duell auf der Bielefelder Alm angeht. Erschwerend hinzu kommt die "etwas angespannte Personalsituation", da mit Peter Niemeyer, Joel Mall, Felix Platte, Slobodan Medojevic und Sandro Sirigu gleich fünf Spieler mehr oder weniger fraglich für das Wochenende sind.
"Zweitligafußball, speziell in unserer Tabellenregion, wird nicht mit Schönspielerei gemeistert"
"Wir werden mit einem guten Kader nach Bielefeld fahren", zeigte sich Schuster dennoch optimistisch und nahm auch die Anhänger der Lilien mit ins Boot, die das Team nach Ostwestfalen begleiten werden: "Wir haben volles Verständnis dafür, dass die Stimmung in der Fankurve nicht so gut war nach dem Bochum-Spiel. So war sie auch in der Mannschaft. Aber wir schaffen es nur gemeinsam und werden alles tun und anpacken, um von unserer Seite alles zu investieren, um Spiele zu gewinnen."
Was es braucht, damit die Heimfahrt am Samstagabend mit besserer Laune angetreten werden kann, verdeutlichte Aytac Sulu: "Zweitligafußball, speziell in unserer Tabellenregion, wird nicht mit Schönspielerei gemeistert. Wir brauchen Kampf, viel Fleiß, defensive Kompaktheit und viel Wucht, um unten rauszukommen."

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