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21.10.2019 / Allgemein

„Ich freue mich, dass ich die Lilien auf dem virtuellen Rasen vertreten darf“

Am 4. November starten unsere eSportler in die neue Saison der Virtuellen Bundesliga. Wir haben Yannick de Groot, Luca Bernhard und Marc Horle gefragt, wie sie zum eSport und zum SV Darmstadt 98 gekommen sind und welche Ziele sie für die kommende Runde haben. Zudem wollten wir wissen, welche Eigenschaften einen guten eSportler auszeichnen und was Freunde und Familie davon denken, dass sie im professionellen eSport aktiv sind.

sv98.de: Wie seid ihr zum eSport gekommen? Wie wurdet ihr Teil unseres eSport-Teams?

Yannick:

„Ich bin seit FIFA 17 professionell im eSport tätig. Damals kam die Weekend League neu ins Spiel, dort bin ich in die Top 100 gekommen und habe mich stetig verbessert. Darauffolgend war ich dann auch auf den ersten internationalen Events von Electronic Arts. Auch in den folgenden Jahren wurde ich eingeladen und bin seitdem im eSport tätig.“

Marc:

„Ich war letztes Jahr auf einem Scouting-Turnier von Darmstadt 98 und habe dort recht gut abgeschnitten. So konnte ich das erste Mal auf mich aufmerksam machen. Vorher habe ich auch die Weekend League gespielt und habe gewusst, dass ich recht gut bin.“

Luca:

„Zu Beginn habe ich Livestreams von anderen Pro-Gamern angeschaut, wie sie die Weekend League gespielt haben. Danach habe ich selbst regelmäßig die Weekend League gespielt und habe ebenfalls die Top 100 erreicht. Beim letzten FIFA wurde ich im August Achter, das war schon ein Erfolg. Durch das Scouting-Turnier im letzten Jahr bin ich dann zum SV Darmstadt 98 gekommen. Ich habe das Turnier damals gewonnen.“

sv98.de: Warum habt ihr euch für den SV Darmstadt 98 entschieden? Was verbindet euch mit den Lilien?

Yannick:

„Ich habe es schon in die Wiege gelegt bekommen, Darmstadt-Fan zu sein. Ich bin bereits, als ich noch sehr jung war, mit meinem Opa ins Stadion gegangen. Ich war und bin noch regelmäßig im Stadion. Zudem bin ich auch in Darmstadt geboren, von daher passt es einfach perfekt, dass ich für die Lilien jetzt im eSports spielen kann. Ich freue mich auf die geile Zeit, die auf uns zukommen wird.“

Luca:

„Ich war früher, als ich zehn war, mit meiner Mannschaft hier im Stadion, da haben die Lilien noch dritte Liga gespielt. Seitdem war ich öfters im Stadion. Zuletzt war ich gegen Dynamo Dresden am Bölle. Es ist immer wieder schön, hierher zu kommen.“

Marc:

„Seit ich klein bin, gehe ich zusammen mit meinem Vater ins Stadion. Auch heute noch komme ich hierher und bin Besitzer einer Dauerkarte. Ich habe schon viel erlebt hier im Stadion und habe von der Regionalliga bis zur ersten Liga alles gesehen. Ich freue mich einfach auf die Zusammenarbeit und darauf, dass ich die Lilien auf dem virtuellen Rasen vertreten darf.“

sv98.de: Studiert oder arbeitet ihr nebenbei?

Marc:

„Ich habe dieses Jahr mein Abitur gemacht und habe ein Studium für Bauingenieurwesen an der h_da begonnen. Nebenbei arbeite ich zusätzlich als Aushilfe.“

Luca:

„Ich habe letztes Jahr eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann angefangen.“

Yannick:

„Neben dem eSport studiere ich BWL, ebenfalls an der h_da. Da das BWL-Studium nicht so zeitintensiv ist, habe ich schon viel Zeit für FIFA. Ich gehe in meiner Freizeit aber auch ins Fitnessstudio, da ich leider keinen Fußball mehr spielen kann. Zudem bin ich Vater von einem dreijährigen Sohn und verbringe mit ihm so viel Zeit wie möglich.“

sv98.de: Wie bekommst du beides unter einen Hut? Musst du in gewisser Weise Abstriche machen, bzw. dich umstellen?

Yannick:

„Am Wochenende bin ich eher mit dem eSport beschäftigt, da die Turniere hauptsächlich am Wochenende stattfinden. Unter der Woche nehme ich mir dann Zeit für meinen Sohn.“

sv98.de: Was sagen eure Freunde und Familie dazu, dass ihr als professioneller eSportler aktiv seid?

Yannick:

„Meine Familie unterstützt mich schon extrem. Früher haben sie natürlich auch gesagt, dass ich mehr nach draußen gehen soll, wenn ich nach der Schule gezockt habe. Seit ich im eSport tätig bin, unterstützen sie mich und stören mich jetzt beispielsweise nicht, wenn ich am Spielen bin. Als ich meinem Opa erzählt habe, dass ich jetzt für die Lilien spiele, hat man in seinen Augen richtig das Strahlen gesehen. Das hat mich auf jeden Fall richtig glücklich gemacht. Generell finden es meine Freunde auch gut und unterstützen mich.“

Luca:

„Meine Mutter sagt eigentlich andauernd, dass sie mal mit zu KOKE möchte, um sich dort ein Spiel von mir anzuschauen. Das kann sie dieses Jahr auf jeden Fall machen.“

Marc:

„Bei mir freuen sich meine Freunde schon fast mehr als ich selbst, da sie mich einfach spielen sehen wollen. Sie wollen verfolgen, wie ich bei den Turnieren abschneide.“

sv98.de: Wie vergleicht ihr die Emotionen auf den Platz im Vergleich zur Konsole? Was ist gleich, was ist anders?

Yannick:

„Ich denke, da muss man schon ein bisschen unterscheiden. Wenn ich beispielsweise auf dem Platz rüde gefoult werden würde, dann wäre ich schon wütend auf meinen Gegenspieler. Aber wenn so etwas in FIFA passiert, ist es mir eigentlich egal. Ansonsten ist es ähnlich. Mal gewinnt man und freut sich. Mal verliert man und regt sich auf. Da sind die Emotionen schon identisch. Es kommt aber auch immer drauf an, wie wichtig das Spiel ist. Wenn es sich beispielsweise um ein wichtiges Turnier handelt und ich in der letzten Minute einen Gegentreffer kassiere, dann werde ich schon wütend. Ähnlich erging es mir aber auch, wenn ich im Derby auf dem Rasen stand.“

Luca:

„Im realen Leben fühle ich mich nach einem Sieg deutlich besser. Das hat den einfachen Grund, dass ich in der Woche einmal spiele und an der Konsole zehn Spiele pro Tag mache.“

sv98.de: Was benötigt ein eSportler für Eigenschaften, um erfolgreich zu sein?

Marc:

„Man muss eine hohe Konzentrationsfähigkeit mitbringen, um von der ersten bis zur letzten Minute voll da zu sein. Insbesondere bei FIFA können Tore sehr schnell fallen.“

Luca:

„Es ist wichtig, die Ruhe zu behalten. Vor allem bei unnötigen Ballverlusten muss man die Nerven bewahren.“

Yannick:

„Auch für mich ist die Ruhe ein wichtiger Faktor. Anstatt sich über ein unverdientes Gegentor zu ärgern, muss man im Gegenzug noch besser spielen und fokussiert bleiben.“

sv98.de: Können sich die Profis bei euch etwas abschauen?

Marc:

„Es gibt schon Parallelen zwischen dem realen und dem virtuellen Fußball. Beispielweise, dass man in stressigen Situationen die Ruhe behält und von Beginn an konzentriert ist. Trotzdem sind die Spielzüge bei FIFA schon anders als auf dem Rasen. Ich denke nicht, dass sich die Profis viel abschauen können.“

sv98.de: Was hat sich in FIFA 20 zum Vorgänger verbessert? Was sollte dagegen dringend nachgebessert werden?

Marc:

„Die Server bei der Weekend League waren sehr schlecht und bei der Verbindung gab es sehr große Verzögerungen. Das macht dann eher weniger Spaß. Ich hoffe, dass sie das verbessern.“

Luca:

„Das Verteidigen hat sich für viele Spieler erleichtert. Wenn man beispielsweise sehr defensiv spielt, ist es kaum möglich Tore zu schießen. Meiner Meinung nach haben sich die Torschüsse auch verschlechtert. Ich habe deutlich mehr Torchancen, verliere aber am Ende trotzdem. Das ist aber etwas, was jeder Spieler kennt.“

sv98.de: Welche Ziele habt ihr euch dies für die kommende VBL-Saison gesteckt?

Luca:

„Unser Ziel ist dieses Jahr, die Playoffs zu erreichen. Das hat letztes Jahr leider nicht funktioniert. Dieses Jahr haben wir aber neue Spieler, die heiß auf die neue Saison sind.“

sv98.de: Wie seht ihr eure Chancen an? Was ist für den Verein in diesem Jahr möglich?

Yannick:

„Viele Vereine haben neue Spieler geholt, die sehr stark sind. Von daher ist es schwer einzuschätzen. Die Top 6 wären schon ein Traum, das wurde nämlich das Grand Final bedeuten. Wir müssen schauen, wie wir reinkommen, aber die Playoffs sollten schon unser Anspruch sein.“

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