Kaufoption gezogen: Dettoni bleibt eine Lilie
Grayson Dettoni wird auch zukünftig das Trikot des SV 98 tragen. Die Lilien haben die Kaufoption für den bislang vom FC Bayern München ausgeliehenen Verteidiger gezogen.
Im Vorfeld des Heimspiels gegen Eintracht Braunschweig (14.9./13 Uhr) beantwortete Florian Kohfeldt am Donnerstag (12.9.) die Fragen der anwesenden Journalisten. Wie lief die erste Woche als Cheftrainer der Lilien? Wie groß ist die Vorfreude auf seine Premiere am Bölle? Und wie blickt er auf den kommenden Gegner? Wir haben Euch die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.
Personalupdate: Paul Will, Matthias Bader und Fabian Holland fehlen mit Kreuzbandverletzungen, zudem fällt Oscar Vilhelmsson weiterhin mit Adduktorenproblemen aus.
Natürlich wünscht man sich keine Schwerverletzten in der ersten Woche. Das ist tragisch, insbesondere für die Spieler. Ansonsten ist mein Eindruck ist durchweg positiv, insbesondere von der Mannschaft. Wir hatten drei sehr intensive Einheiten. Damit meine ich nicht, dass wir nur gelaufen sind. Wir haben versucht, viele taktische Dinge und Spielprinzipien in die Mannschaft zu bringen. Ich bin auch sehr zufrieden mit dem Lernfortschritt. Am Dienstagnachmittag gab es dann einen kleinen Moment, wo wir gemerkt haben, dass wir nun nicht noch mehr Input reingeben sollten, weil wir die Mannschaft sonst eventuell überfordern. Aber es war uns wichtig, diesen Punkt zu finden.
Auch die Woche im Trainerteam war sehr gut. Es waren intensive und lange Tage, wir wissen bereits, wo hier die Lichtschalter sind (lacht). Die Unterstützung aus dem Staff ist toll und auch der Umgang mit den Verletzungen gefällt mir, weil alle ruhig und lösungorientiert geblieben sind und nicht in Panik verfallen. Wir werden am Samstag eine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz bringen.
Heute stehen die letzten Gespräche an, dann habe ich mit allen Spielern gesprochen. Mit Ausnahme der Verletzten. Bei den Gesprächen habe ich ein durchweg positives Bild erhalten. Es war mir wichtig, in diesen Einzelgesprächen ein Bild von der Mannschaft zu bekommen. Teamstruktur, Teamchemie und der Glaube an sich selbst sind vorhanden. Und dann habe ich versucht, die Mannschaft hinter einen kleinen Idee zu vereinen, wie wir gemeinsam Fußball spielen möchten. Dabei konnten wir nicht jede Facette beleuchten. Die Hauptthemen waren, wie wir offensiv gewisse Räume schnellstmöglich in der Tiefe finden und wie wir uns gegen den Ball in der Grundordnung verhalten möchten.
Ich habe schon versucht, Rollen innerhalb der Mannschaft zu verteilen. Für eine gewisse Struktur. Dabei geht nicht nur um Führungsrollen. Jeder Spieler ist wichtig. Das ist vieleicht vielleicht eine Plattitüde, aber es ist so. Jeder Spieler hat von mir eine Einschätzung bekommen, wo ich ihn aktuell in dieser Mannschaft sehe. Es geht auch um Spieler, die eine Achse bilden sollen. Es geht um Rollenspieler, die ihre Momente haben werden und um Spieler, die sich im Laufe der Saison in eine andere Rolle entwickeln sollen. Das habe ich auch versucht, in den Einzelgesprächen zu vermitteln.
Beide Spieler hätten natürlich mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Startelf gestanden. Aber man muss als Trainer damit umgehen können, wenn es Verletzungen gibt. Wir haben Ideen, wie wir das auffangen können. Speziell im zentralen Mittelfeld haben wir eine hohe Anzahl an Spielern. Auf der rechten Schiene gibt es verschiedene Varianten, mein erster Gedanke ist aber: Volles Vertrauen in Sergio Lopez.
Braunschweig hat viel Geschwindigkeit in der letzten Linie gepaart mit Neuzugang Polter, der eine große Physis mitbringt. Sie sind sehr gut im offensiven Umschalten, haben auch einen spielerischen Ansatz, sind sich aber nicht zu schade, unter Druck den Ball direkt in die Tiefe zu spielen. Auch bei offensiven Standards sind sie sehr stark. Im Anlaufverhalten wechseln sie ein wenig in der Höhe, da gibt es kein ganz klares Bild. Uns erwartet eine sehr erfahrene Mannschaft.
Ich freue mich ungemein auf den Samstag. Ich freue mich auf die Stimmung, auf das Kribbeln und das Gefühl, wofür wir das alles machen. Dieses Gefühl habe ich bislang nirgendwo sonst in meinem Leben gefunden. Im Tunnel zu stehen, rauszugehen und dann auf die Anforderungen, die in so einem Spiel auf einen warten. Und ich freue mich darauf, die Fans erstmals im Stadion zu sehen.
Grundsätzlich freue ich mich, wenn es um etwas geht. Wenn man Angst vor dem Wettkampf hat, dann ist man im Profifußball falsch. Aber wir sind noch sehr früh in der Saison, da möchte ich nicht von einem Abstiegsduell sprechen. Es ist natürlich ein wichtiges Spiel für beide Teams, die den bisherigen Start ein wenig korrigieren wollen. Ich möchte das Spiel aber nicht zu hoch hängen für den Verlauf der gesamten Saison. Es ist aber ein wichtiger Fingerzeig für das, was wir in dieser Woche erarbeitet haben.