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12.07.2018 / Allgemein

„Ich probiere, immer mit einem Lächeln herumzulaufen“

Trotz schwerer Beine hat sich Marvin Mehlem Zeit genommen, um eine zusätzliche Interview-Einheit zu absolvieren. Mit sv98.de sprach der 20-Jährige über gute Laune trotz der Strapazen, den gestrigen Triathlon und persönliche Ziele.

sv98.de: Marvin, was machen die Beine nach 6 Tagen Trainingslager?
Marvin Mehlem: Die Beine sind richtig schwer, insbesondere nach dem Triathlon gestern. Dazu kommen ein paar kleine Blessuren. Das ist aber alles ganz normal und wir nähern uns allmählich auch dem Ende.
sv98.de: Du hast den Triathlon angesprochen, der für euch alle eine neue Erfahrung gewesen ist. Wie bewertest du den „Dreikampf“ einen Tag danach?
Mehlem: Ich würde sagen, dass der Teamgedanke über allen anderen Sachen stand und es für die Gruppe eine super Erfahrung gewesen ist. Aber es war unglaublich anstrengend. Ich persönlich habe mich mit dem Schwimmen ziemlich schwer getan, danach war ich schon kaputt (lacht) Aber dann kamen noch 40 Kilometer auf dem Rad und der Lauf über 10 Kilometer…Aber als Teambuilding war es überragend.
sv98.de: Alle Gruppen saßen dann noch recht lange auf der Hoteltreppe und es machte den Eindruck, dass ihr in diesem Moment sehr erschöpft, aber auch sehr zufrieden mit dem Bestehen der Herausforderung gewesen seid…
Mehlem: Es war ein super Gefühl, dass es alle geschafft haben. Persönlich war man natürlich auch froh, die Strapazen hinter sich zu haben, da war die Stimmung trotz der Schmerzen gelöst. Allerdings muss ich anmerken, dass uns unser Gruppen-Navigator Ferro (Daniel Heuer Fernandes) teilweise irgendwo hingeführt hat (lacht) Da hätten wir uns vielleicht noch ein paar Kilometer auf dem Rad ersparen können.
sv98.de: Jetzt ist langsam das Ende des Trainingslagers absehbar. Ist dir mittlerweile jede Einheit zu viel, oder könntest du auch noch ein paar Tage dranhängen?
Mehlem: (lacht) Ne, wir sind schon alle froh, wenn wir wieder in Darmstadt sind und vielleicht auch noch einen Tag frei haben. Aber wir haben bislang sehr gut gearbeitet, waren nur mit dem Testspiel nicht wirklich zufrieden. Da haben wir aber morgen die Chance, es nochmal besser zu machen.
sv98.de: Du sprichst es an: Beim Testspiel gegen Oberachern habt ihr euch etwas schwer getan. Normal mit  schweren Beinen oder auch ein Zeichen, dass bis zum Ligastart noch einiges passieren muss?
Mehlem: Es ist natürlich etwas anderes, als ein Ligaspiel, in das man optimal vorbereit geht. Diese Spiele gehören zur Vorbereitung und wir sind aktuell mittendrin. Trotzdem gibt es viele Bereiche, in denen wir uns noch steigern müssen. Im Spiel waren noch einige Fehler und Dinge, die wir in den kommenden Wochen abstellen wollen. Die schweren Beine machen so eine Partie natürlich nicht einfacher.
sv98.de: Du persönlich kanntest einige Jungs beim SV Oberachern. Woher und hast du ihnen die spezielle Motivation angemerkt?
Mehlem:Mit drei Jungs habe ich in Karlsruhe in der Jugend gespielt, ein weiterer Spieler war bis zum vergangenen Jahr noch beim KSC aktiv. Sie kommen auch alle wie ich aus Karlsruhe und sind im selben Alter, von daher kannten wir uns. Für die Jungs war es natürlich ein Highlight der Vorbereitung und wir haben gesehen, dass sie alle 110 Prozent gegeben haben. So soll es aber auch sein, so werden wir getestet und so bekommen die Spiele auch Wettkampfcharakter. 
sv98.de: Bislang habt ihr wirklich ein straffes Programm absolviert. Wie viel mentalen Willen braucht es, um da immer an das Leistungslimit zu gehen?
Mehlem: Wir wollen zum Saisonstart topfit sein, von daher haben wir ein Ziel vor Augen, in das wir täglich investieren müssen. Das treibt an, aber natürlich hat gibt es auch mal den Gedanken, dass man lieber die Beine hochlegen oder vielleicht nur eine lockere Einheit absolvieren würde. Aber diese Intensität gehört zum Profifußball, die Vorbereitung legt nun mal den Grundstein. Da halten wir Spieler auch die Motivation oben.
sv98.de: Dein Zimmer teilst du dir mit Flo Stritzel. Vergleicht ihr da auch Torwart- und Feldspielertraining? Wahrscheinlich hält jeder seinen Part für den härteren…
Mehlem: Ich sage ihm immer, dass er im Vergleich zu uns eigentlich nichts machen muss (lacht) Aber das ist natürlich Quatsch, die einzelnen Übungen kann ich auch gar nicht genau bewerten. Wir sind zumindest beide jeden Abend glücklich, wenn die Einheiten überstanden sind und wir ins Bett fallen können.
sv98.de: Kommen wir zu dir persönlich. Am 29. Spieltag der letzten Saison bist du nach längerer Zeit wieder in die Startelf gerutscht, danach hat dich dann sofort wieder eine Gelbsperre gebremst. An den letzten 4 Spieltagen hast du dann wieder in der Anfangsformation gestanden. Ist es dein Ziel, auch gegen Paderborn wieder in der Startelf zu stehen?
Mehlem: Natürlich möchte jeder spielen und natürlich hat es mich auch geärgert, dass es bei mir so lange gedauert hat. Aber ich habe immer das Ziel verfolgt, irgendwann auch wieder in der Startformation zu stehen und habe dann alles gegeben, als ich in Kiel die Chance bekommen habe. Dass ich in den letzten vier Saisonspielen immer in der Startelf stand, war umso schöner und natürlich ist es mein Ziel, auch gegen Paderborn den Anpfiff auf dem Platz zu erleben.
sv98.de: Dirk Schuster hat offen erklärt, dass er mit deiner Wintervorbereitung nicht zu einhundert Prozent zufrieden gewesen ist und du dich erst herankämpfen musstest. Ein persönlicher Ansporn, es in dieser Vorbereitung „besser“ zu machen?
Mehlem: Ich war selbst unzufrieden mit der Wintervorbereitung. Da bin ich auch selbstkritisch genug, um zu wissen, dass ich einiges hätte besser machen können. Es ist schon eine zusätzliche Motivation, sowohl dem Trainer aber auch mir selbst zu zeigen, dass ich eine deutlich bessere Vorbereitung absolvieren kann.
sv98.de: Welches Fazit würdest du in dieser Hinsicht bislang ziehen?
Mehlem: Ich habe noch kein Feedback bekommen, aber ich bin bislang soweit zufrieden mit mir selbst. Nur beim Schwimmen habe ich keine Pluspunkte sammeln können (lacht) Ich weiß aber auch, dass ich in den kommenden Wochen keinen Prozentpunkt weniger machen darf.
sv98.de: Trotz der Strapazen und Belastung sieht man dich häufig lachen. Daran ändern auch die Strapazen im Trainingslager nichts, oder?
Mehlem: Ich bin ein lustiger Mensch, der es liebt, zu lachen. Klar gibt es auch schwierige Phasen, aber mein Lachen lasse ich mir nicht nehmen. Ich probiere immer, mit einem Lächeln herumzulaufen, gute Laune zu verbreiten und vielleicht auch andere anzustecken.
sv98.de: Siehst du das auch ein wenig als deine Rolle an, andere mitzuziehen?
Mehlem: Zum Glück habe ich bislang überhaupt nicht das Gefühl, dass jemand schlechter Laune hat. Wir sind weit entfernt von einem Lagerkoller und trotz der Anstrengungen allesamt positiv gestimmt. Es ist immer besser zu lachen, als sich beim Essen anzuschweigen oder miese Stimmung auf dem Platz zu verbreiten. Es herrscht eine Atmosphäre, in der es Spaß macht, gemeinsam zu arbeiten.

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