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02.12.2024 / Profis

„Idee und Glaube daran, unsere Chance nutzen zu können“

Pokal-Pressekonferenz vor dem Achtelfinale des SV Darmstadt 98 bei Werder Bremen! Am Dienstagabend (3.12./20.45 Uhr) treten die Lilien im Weserstadion an. Zuvor stand Florian Kohfeldt am Montag (2.12.) den Journalisten als Gesprächspartner zur Verfügung. In der Vorspieltags-PK beantwortete der Cheftrainer des SV 98 die Fragen zum kommenden Gegner und zu seiner persönlichen Beziehung mit Werder Bremen. Weiter ging es über den Ablauf bis zum Spiel, die Auswärtsaufgabe an sich und Entwicklungspotentiale. Wir haben die wichtigsten Kohfeldt-Aussagen für Euch zusammengefasst.

Foto: SV 98

Personalupdate: Fabian Holland, Paul Will, Matthias Bader und Christoph Zimmermann fehlen langzeitverletzt. Klaus Gjasula ist einsatzbereit und hat die Chance auf einen Kaderplatz.

… über Regeneration und den Ablauf bis zum Bremen-Spiel:

Ich muss unsere verantwortlichen Personen sehr für die Rahmenbedingungen loben, die sie auch in dieser Englischen Woche geschaffen haben. Die Reisezeit ist nicht wirklich ein Thema. Trotzdem ist der Abstand zwischen den Spielen natürlich sehr kurz. Werder hat zwar auch am Samstag gespielt, allerdings fünf Stunden früher. Das macht einen kleinen Unterschied. Wir haben am Samstag nach dem Spiel direkt regeneriert, die Jungs sind nicht wie sonst nach Hause gefahren. Sie hatten Regernationsmaßnahmen hier im Stadion. Am gestrigen Sonntag hat jeder Spieler individuell trainiert und regeneriert. Heute Nachmittag werden wir als Mannschaft ein kurzes Abschlusstraining haben, was aber deutlich weniger intensiv sein wird, als die Abschlusstrainings sonst sind – einfach, um das Verletzungsrisiko so gering wie möglich zu halten. Wir werden dann am Dienstagvormittag in Bremen kurz anschwitzen und am Abend in einem guten körperlichen Zustand auflaufen. Die Mannschaft hat schon in der letzten Englischen Woche gezeigt, dass sie das kann.

… über den kommenden Gegner:

Werder Bremen hat sich über die vergangenen Jahre als Kollektiv sehr gefestigt. Sie arbeiten nun schon seit drei Jahren mit Ole Werner zusammen, was man sieht. Werder hat klare Abläufe, ist gegen den Ball sehr mutig und mannorientiert. Ich erwarte sie uns sehr hoch pressend. In dieser Saison sind sie zudem variabler in den Grundordnungen geworden und wechseln zwischen Dreier- und Viererkette. In allen Mannschaftsteilen haben sie Spieler, die ein Spiel allein entscheiden können. Weiser, Ducksch, Schmid, Friedl, Lynnen oder Stage: Das sind alles Unterschiedsspieler. Von der Kaderqualität gehören sie zur oberen Tabellenhälfte. Und aktuell spielen sie eine sehr solide Saison in der Bundesliga.

… zum Pokalachtelfinale gegen Werder Bremen:

Es wird eine sehr große Herausforderung. Und es braucht eine enorm gute inhaltliche Leistung. Wir haben für eine Zweitliga-Mannschaft ein sehr ausgeprägtes und gutes Gespürt fürs Positions- und Offensivspiel. Wir sind weiter in der Lage, immer mehr stabil zu verteidigen. Mit Sicherheit müssen wir aber auch mental eine enorm starke Leistung bringen. Es wird wahrscheinlich auch Phasen im Spiel geben, in denen wir ein bisschen leiden müssen. Es wird nicht so sein, dass wir konstant die dominantere Mannschaft sein werden, auch wenn wir diesen Ansatz nicht gänzlich aufgeben wollen. Zudem erwartet uns eine Wucht und Energie des Stadions, die wir für uns positiv kanalisieren müssen. Wenn wir das alles schaffen, halten wir die Möglichkeit hoch, diesen einen Moment zu finden, der uns als Außenseiter ins Viertelfinale bringen kann. Wir haben die Idee und den Glauben daran, dass wir die kleine Chance nutzen können, um weiterzukommen.

… über die Auswärtsaufgabe im Weserstadion:

Auswärts in Bremen gewinnt Werder wahrscheinlich neun von zehn Spielen. Aber neun von zehn heißt nicht zehn von zehn. Es gibt wenig coolere Orte, um an einem Dienstagabend um 20.45 Uhr unter Flutlicht ein geiles Fußballspiel zu bestreiten. Nichts anderes haben wir vor. Und das sollte auch im Mittelpunkt stehen. Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen Münster. Morgen sind wir sicherlich nicht der Favorit. Das Münster-Spiel war vom Spektakelgrad her überschaubar, trotzdem habe ich viele positive Aspekte gesehen. Für verschiedenste Ansätze des Gegners erarbeiten wir uns Lösungen. Deshalb freuen wir uns jetzt auf eine ganz andere Aufgabe.

… über Potentiale und Augenhöhe:

Es gibt Bereiche in unserer Mannschaft, wo wir Potentiale haben, uns dahin zu entwickeln, Werder auf Augenhöhe zu begegnen. In Bremen wird man sicherlich nicht sagen, dass das Spiel ein Selbstläufer ist. Unsere Aufgabe ist es, morgen bei einhundert Prozent zu sein. Mit meiner Mannschaft spüre ich eine große Verbundenheit und bin begeistert von unserer Zusammenarbeit. Ich bin fest davon überzeugt, dass es einige Spieler in unserer Mannschaft gibt, die das Entwicklungspotential haben, dauerhaft in der ersten Liga in Deutschland spielen zu können.

… über die eigene Beziehung mit Werder Bremen:

Ich bin offen und ehrlich: Natürlich ist es ein sehr besonderes Spiel für mich. Werder ist der Verein, bei dem ich als Trainer und Spieler einen Großteil meiner Zeit verbracht habe. Bremen und Werder sind meine emotionale Heimat. Mit dem Stadion verbinde ich wunderbare Erinnerungen sowohl als Zuschauer als auch in aktiver Rolle. Ich war fast 20 Jahre im Verein und freue mich daher auf viele Menschen, mit denen ich über Jahre tagtäglich zusammengearbeitet habe. Mein Gefühl vor dem Spiel ist ein zwiespältiges. Einerseits ist es ein Gefühl von nach Hause kommen. Ich hoffe, dass mir das jeder Darmstadt-Fan nachsieht. Auf der anderen Seite fahre ich aber mit dem Ziel dort hin, ins Pokal-Viertelfinale zu kommen. Ich habe den Abend nicht durchchoreographiert. Ich werde es auf mich zukommen lassen. Es kann schon den einen oder anderen emotionalen Moment geben. Aber ich glaube, dass diese Themen nach Abpfiff auftreten werden. Zuvor liegt mein voller Fokus auf meiner Mannschaft und der Spielvorbereitung.

… über Darmstadt und den SV 98:

Mir gefällt es in Darmstadt und in diesem Umfeld enorm gut. Ein Verein mit sehr viel Menschlichkeit, aber auch Erfolgsorientierung. Die Verbindung zwischen der Stadt und den Fans schätze ich sehr. Genauso schätze ich die Arbeit mit der Mannschaft. Ich bin sehr glücklich hier. Ich bin genau an dem Ort, an dem ich sein möchte. Wir wollen gemeinsam Erfolg haben.

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