FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Barfuß machte sich Dominik Stroh-Engel rund 45 Minuten nach Abpfiff auf den Weg in Richtung Kabine. Einen Schuh hielt der Angreifer in der Hand, das Gegenstück hatte ein glücklicher Fan ergattert. Auch beide Stutzen hatten den Besitzer gewechselt, das Trikot mit der Nummer Neun trug "Dodo" längst nicht mehr am Leib. Zumindest die Fragen nach seiner Hose hatte der 31-Jährige lächelnd verneinen können. Es war, als wollte jeder Zuschauer eine Erinnerung mit nach Hause nehmen. Eine Erinnerung an ihren ewigen Torschützenkönig.
Bereits bei der Verabschiedung vor Anpfiff schallten die Gesänge durch das Rund des Böllenfalltores. Das Lied, welches Stroh-Engel seit der Saison 2013/14 begleitet. Dem Jahr in der 3. Liga, in dem Stroh-Engel mit 27 Saisontoren eine Rekordmarke setzte, und sich zum Torschützenkönig krönte. "Immer Torschützenkönig, immer Torschützenkönig, DSE!", so dröhnte es aus tausenden Kehlen, während der Besungene eine Leinwand mit seine schönsten Momenten in der Hand hielt, und sich mit der anderen eine Träne aus dem Knopfloch wischte.
"Ich hatte ein bisschen Pipi in den Augen", beschrieb es Stroh-Engel später auf seine eigene Art und konkretisierte "Es waren geile Momente heute, ein geiles Theater, auf das ich mich riesig gefreut habe. Ein Gänsehautgefühl hoch Zehn."
Dieses Gefühl kostete DSE "bis auf den letzten Tropfen" aus. Bei der offiziellen Verabschiedung, auf seiner ersten Ehrenrunde noch vor Anpfiff, in den 26 Minuten auf dem Rasen und in der Dreiviertelstunde nach Abpfiff.
Seine persönliche "Riesensause" komplett machte die Einwechslung in der 64. Minute, als Stroh-Engel noch einmal den Rasen in seinem Stadion betrat: "Vielen Dank auch an den Trainer, dass er mich und auch Benny Gorka heute nochmal gebracht hat. Mir hat es riesigen Spaß gemacht."
Spaß machte der 1,97-Mann in seinen knapp vier Jahren im Lilien-Dress insbesondere den Fans. In seinen 95 Pflichtspielen netzte Stroh-Engel 39 Mal ein. Und bedankte sich nach seinen Treffern stets per Verbeugung bei den Fans. Bilder und Momente, die in Darmstadt auf ewig mit dem Torschützenkönig verknüpft sein werden.
Und natürlich mischte sich auch beim Mittelstürmer eine gehörige Portion Wehmut in das "unbeschreibliche" Gefühl des Tages. "Der Abschied fällt mir unglaublich schwer. Ich habe hier alles erlebt, mit den Aufstiegen, der Bundesliga und hatte vier geile Jahre", so Stroh-Engel, bevor er schmunzelnd genau in die Kamera blickte und versprach: "Ich werde den Verein immer im Herzen halten. Also Fans, macht Euch keine Sorgen: Ich komme sicher nochmal wieder."
Nicht nur die Fans werden Stroh-Engel vermissen, der in seinen vier Jahren nicht nur Publikumsliebling war, sondern auch ein Mitspieler, der in der Kabine absolut fehlen wird.
"Ich habe mich riesig darüber gefreut, als Dodo und Benny eingewechselt wurden. Die beiden haben Unglaubliches für den Verein geleistet und es ist sehr schade, sie nun nicht mehr tagtäglich zu sehen", beschrieb Sandro Sirigu sein Innenleben und Jerôme Gondorf erklärte: "Ich hatte Gänsehaut, als die beiden verabschiedet wurden. Ich habe ein Herz und da lasse ich so etwas rein."
Im Herz aller Lilien-Fans wird Stroh-Engel immer bleiben. Als Ihre Nummer Neun und als ewiger Torschützenkönig.