FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
"Ich wünsche einen angenehmen Feiertag." Mit diesen Worten beendete Dirk Schuster das Mediengespräch am Tag der Deutschen Einheit. Für den 50-Jährigen selbst stand der 28. Jahrestag der Wiedervereinigung ganz im Zeichen der konzentrierten Arbeit. Denn bereits am Freitag treffen die Lilien auf den Hamburger SV. Und das Duell mit dem Aufstiegsfavoriten erlaubt dem SV 98 bereits in der Spielvorbereitung keine Verschnaufpause.
Insgesamt acht Einheiten wird die Mannschaft seit der Niederlage in Kiel absolviert haben, wenn am Freitag um 18.30 Uhr der Anpfiff zum 9. Spieltag ertönt. Zeit, die Schuster und sein Team genutzt haben, um an verschiedenen Stellschrauben zu drehen und ihre Mannschaft bestmöglich auf das Kräftemessen mit den Hamburgern vorzubereiten. “Die Mannschaft hat die Trainingsinhalte sehr gut umgesetzt“, verriet der Cheftrainer mit Blick auf die bisherigen Einheiten, die auch eine "klare Fehleranalyse" der Englischen Woche und das "Aufzeigen von Lösungsmöglichkeiten" beinhalteten.
"Wir müssen wieder dahin kommen, wo wir am Anfang der Saison waren", verdeutlichte Schuster, welchen Schwerpunkt er für das Duell mit "einer Spitzenmannschaft" voller "Erstligaspieler" ansetzt. Konkret sprach der gebürtige Chemnitzer damit erneut das Defensivverhalten an, welches insbesondere gegen die enorme individuelle Qualität des HSV als unverzichtbare Basis dienen sollte.
"Wissen, was auf uns zurollt"
"Wir wissen, was auf uns zurollt", erklärte Schuster angesichts des namhaften Teams der Hansestädter, bevor er konkretisierte: "Ihr offensiver Fußball zeugt von Qualität und nun wurde der Fokus etwas mehr auf die Instabilität der Defensive gelegt. Auch das haben sie hervorragend in den Griff bekommen."
Chancenlos sieht Schuster seine Mannschaft gegen einen „Leader innerhalb der Liga“ aber dennoch keineswegs. Auch, weil bereits andere Teams den Hamburgern Paroli boten: "Tiefstehende, kompakte und sehr aggressive Mannschaften können dem HSV das Leben schwer machen", so der Übungsleiter in der Rückschau auf einige der bereits absolvierten Saisonpartien. Von einer absoluten Mauertaktik als Konsequenz dieser Analyse wollte Schuster jedoch nichts wissen: "Wir wollen uns nicht nur hinten reinstellen, Beton anrühren und hoffen, dass es irgendwie 0:0 ausgeht. Wir haben einen gewissen Plan, den wir verfolgen wollen."
Dieser Plan beinhaltet beispielsweise auch die Beendigung einer beeindruckenden Bilanz: Der nächste Gegner kassierte in den bisherigen drei Auswärtspartien nämlich noch kein Gegentor. "Das ist ein Qualitätsmerkmal", lobte Schuster anerkennend, fügte aber sofort an: "Wir werden versuchen, diesen Zustand zu ändern."
Für solche Spiele Fußballer geworden
Entgegenkommen dürfte den Lilien dabei auch der besondere Rahmen im fünften Heimspiel der aktuellen Spielzeit. Auf die Akteure wartet ein ausverkauftes Merck-Stadion am Böllenfalltor, das speziell unter Flutlicht und zu später Anstoßzeit schon oft als Bühne für packende Partien des SV 98 fungierte. "Es wird eine geile Atmosphäre herrschen. Für solche Spiele sind alle Spieler Fußballer geworden", schwärmte auch Schuster. Der Cheftrainer hofft, unter genau diesen Bedingungen mit seiner Elf auf den "Erfolgsweg" zurückzukehren und sich dadurch wieder ein "bessere Gefühl" zu verschaffen.
Rein psychologisch sieht der ehemalige Nationalspieler sogar einen kleinen Vorteil darin, nach zuletzt drei Niederlagen nun auf die vielleicht beste Mannschaft der Liga zu treffen. "Für uns kommt so ein Gegner genau richtig. Jeder wird eine sehr große Eigenmotivation mitbringen und über die Grenze hinausgehen, um gegen den deutlichen Favoriten eine Überraschung zu schaffen."
Gelingt die Umsetzung dieses Ziel, so könnten die Lilien am späten Freitagabend ihren ganz eigenen Feiertag begehen. Und wüssten umso mehr, wofür sich die Arbeit bereits im Vorfeld gelohnt hätte.