FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
www.sv98.de sprach vor dem Freundschaftsspiel SV 98 -Mainz 05 (4. September um 15 Uhr) mit Christian Heidel über das Erfolgsrezept des selbst ernannten Karnevalsvereins und über eine mögliche Regionalligareform.
SV 98: Herr Heidel, wie bewerten Sie den Start des 1. FSV Mainz 05 in die neue Bundesligasaison?
Heidel: Der Start hätte für uns besser nicht laufen können. Die Mannschaft hat zwei begeisternde Spiele gegen höher eingeschätzte Teams abgeliefert. Das 4:3 beim VfL Wolfsburg nach 0:3-Rückstand hatte für uns sogar den Charakter eines historischen Ereignisses. Die Mannschaft präsentiert sich als homogene, spielstarke, kämpfende Einheit. Unser Kader ist in jeder Hinsicht qualitativ gut aufgestellt. Das ist für mich die Grundlage, dass wir unseren Vertrag mit der Bundesliga um ein Jahr verlängern und als Bundesligist in die Coface Arena umziehen können. Wir müssen uns den Blick und die Konzentration für jedes einzelne Spiel bewahren.
SV 98: Sie sind seit 1991 bei Mainz 05 aktiv. Zu Beginn Ihrer Funktionärskarriere waren der FSV und der SV 98 noch auf Augenhöhe. Haben Sie einen Tipp, wie das Erfolgsmodell Mainz 05 auch in Darmstadt funktionieren könnte?
Heidel: Ich kann mir nicht anmaßen, über die Entwicklung anderer Klubs zu urteilen und Tipps zu geben, weil ich da keinen ausreichenden Einblick in die Geschichte habe. Ich kann nur für Mainz 05 sprechen. Und da ist für mich neben dem Know-how als Grundlage die Kontinuität in der Vereinsführung das entscheidende Kriterium. Wir arbeiten im Vorstand seit fast zwei Jahrzehnten in unveränderter personeller Konstellation zusammen. Daraus hat sich ein ganz tiefes Vertrauensverhältnis untereinander entwickelt. Wir sind selbst in den kritischsten Momenten wie im Abstiegskampf oder nach den verpassten Bundesligaaufstiegen nie unruhig geworden, sondern haben unsere Arbeit in enger Abstimmung untereinander konsequent verfolgt und immer einen guten Weg zwischen wirtschaftlicher Solidität und der Weiterentwicklung des Vereins gefunden. Unser Ziel war immer: In kleinen Schritten nach oben. Und genauso machen wir weiter.
SV 98: Der SV 98 setzt sich zusammen mit vielen anderen Vierligisten derzeit dafür ein, die Regionalligen zu reformieren. Ihre II. Mannschaft spielt selbst in der 4. Liga. Wie stehen Sie zu den Reformideen?
Heidel: Ich denke, diesen Weg können nur alle Vereine gemeinsam beschreiten. Ein Ausschluss der zweiten Mannschaften, der ja auch diskutiert wird, macht in meinen Augen keinen Sinn. Die Vereine der 3. und 4 Liga profitieren ja auch von den Profivereinen. Wir haben zugestimmt mit unseren zweiten Mannschaften nicht mehr am DFB-Pokal teilzunehmen. Unsere Zweite war zuvor zum Beispiel viermal in Folge da vertreten. Wir verzichten zudem auf unsere TV Gelder im Amateurfußball, dadurch wird der Anteil für die Amateure höher. Und: Der Profifußball zahlt bei Wechseln trotz des Bosman-Urteils weiterhin Entschädigungen an die Amateurklubs. Ich glaube in unserer Amateurmannschaft haben im vergangenen Jahr vielleicht drei Spiele mit Beteiligung von gestandenen Profis stattgefunden. Ist das Wettbewerbsverzerrung? Wie ist denn die Situation bei den zweiten Mannschaften von Dritt- und Viertligisten in unteren Klassen? Werden die auch ausgeschlossen? Uns allen hilft nur ein Kompromiss, mit dem alle leben können. Eine Konfrontation zwischen Profis und Amateuren wäre fatal und hätte nur Verlierer. Die Alleingänge einiger Amateurverbände sind amateurhaft und nicht durchdacht.
SV 98: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Heidel!