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16.01.2022 / Allgemein

„Jetzt haben wir vier“

“Wenn wir diese harte Prüfung durch- und überstehen, werden wir im Laufe der Saison gestärkt zurückkommen”, hatte Torsten Lieberknecht einmal gesagt. Das war vor fünfeinhalb Monaten. Zweiter Spieltag, Wildparkstadion. Die Lilien mussten sich nach dem verlorenen Auftakt gegen Regensburg (0:2) nun auch gegen den Karlsruher SC mit 0:3 geschlagen geben. Die Bilanz eines corona-geplagten Saisonstarts? Null Punkte, null Tore.

Foto: eibner Pressefotos

Gegenwart. Und insgesamt 36 gesammelte Punkte später. Der Cheftrainer des SV 98 sollte Recht behalten. Die Lilien, sie würden enorme Stärke aus dem missglückten Saisonauftakt ziehen. Gesagt, getan. In den vergangenen 17 Spieltagen haben sich die Südhessen rasant weiterentwickelt. Eine Tatsache, die allein die letzten beiden Partien untermauern. “Wir wissen, dass wir zum gleichen Zeitpunkt der Hinrunde null Punkte auf dem Konto hatten, jetzt haben wir vier”, verdeutlichte Lieberknecht auf der Pressekonferenz nach dem 2:2 zum Jahresauftakt am Böllenfalltor. Ein Unentschieden, mit dem die Südhessen leben können.

Sieg und Niederlage nah beieinander

Schließlich sind die Lilien damit in der Rückrunde ungeschlagen, haben seit vier Spielen nicht mehr verloren und kassierten ohnehin nur eine Niederlage in den vergangenen zwölf Partien. Und doch ärgerten sich die blau-weißen Protagonisten nach der Partie. Selbstverständlich. Fabian Holland ließ es in seinem Statement anklingen, auch Klaus Gjasula erklärte: “Schlussendlich will ich einfach Spiele gewinnen”. Die Gier der Lilien nach Siegen ist auch durch die Erfolge der jüngeren Vergangenheit nicht gestillt worden. Dennoch wussten sie die Partie gegen den KSC richtig einzuordnen. Ein wildes, ja packendes Spiel. “Sieg und Niederlage lagen heute nah beieinander”, betonte Holland.

Trotz Spielkontrolle und einigen guten Möglichkeiten verabschiedeten sich die Gäste mit einer 1:0-Pausenführung in die Kabine. Die Lilien aber, sie hatten wie schon so oft in dieser Saison die richtigen Antworten parat: Zunächst der erste Pflichtspieltreffer im Lilien-Trikot für Gjasula, nur drei Zeigerumdrehungen später die zwischenzeitliche Führung durch den Kapitän des SV 98. Doch wenn diese Partie eines lehrte, dann dass man in dieser Liga über 90 Minuten hochkonzentriert und fokussiert bleiben muss. Etwas, was den Lilien an diesem 19. Spieltag nicht gelang. Beim ersten Gegentor? “Geschlafen”, so Gjasula. Der zweite Gegentreffer? “Extrem bitter”, haderte Holland.

Mangelnde Chancenverwertung, trotzdem zwei Tore

Und das Fazit? “Wir haben insgesamt einen guten, wenn auch fehlerhaften Auftritt gezeigt”, fasste Lieberknecht zusammen. Gut waren in diesem Fall vor allem die Reaktion in der zweiten Halbzeit sowie das nötige Feuer nach der Winterpause und die Spielkontrolle über weite Strecken der Partie. Eine Zweikampfquote von 61 Prozent gewonnener Duelle sprach zudem für die nötige Einsatzbereitschaft der Südhessen. Fehlerhaft war dagegen das Abwehrverhalten bei beiden Gegentoren und die Chancenverwertung. Viele hochkarätige Möglichkeiten ließen die Darmstädter ungenutzt. Diese bemerkenswerte Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse, die den SV 98 in den letzten Wochen und Monaten auszeichnete, war am Samstagabend nicht vorhanden. Trotzdem. “Ja, trotzdem haben wir heute wieder zwei Tore geschossen. Es wäre viel schlimmer, wenn man kein Muster gesehen hätte, wie wir zu Möglichkeiten kommen”, erklärte Lieberknecht. Natürlich wusste aber auch er: “Von den Chancen her hätten wir gewinnen müssen.”

Genauso gut hätte das Pendel aber auch für den Gegner ausschlagen können. “Der KSC hatte Situationen und Phasen, um das Spiel für sich zu ziehen. Daher können wir mit dem Punkt gut leben”, betonte der Cheftrainer des SV 98. Ein Unentschieden und die Gewissheit, dass die Lilien auch aus diesem Punktgewinn wieder Stärke ziehen werden. Schließlich geht es in sechs Tagen direkt weiter, wenn die Blau-Weißen am kommenden Samstag (22.1./13.30 Uhr) beim FC Ingolstadt gastieren. Und das Pendel? Das soll dann wieder für den SV Darmstadt 98 ausschlagen und das Rückrundenkonto von aktuell vier Zählern um weitere erhöhen.

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