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11.12.2020 / Allgemein

„Kann nur empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren“

Zum "Tag des Ehrenamtes" haben wir ein Interview mit Wolfgang Arnold geführt. Als Präsidiumsmitglied mit dem Zuständigkeitsbereich Amateurabteilungen hat der 70-Jährige einen genauen Überblick über die ehrenamtlichen Tätigkeiten rund um den Breitensportverein SV Darmstadt 98.

Welche Bedeutung hat das Ehrenamt für den Verein SV Darmstadt 98?

Auch wenn der Profifußball beim SV 98 in der Öffentlichkeit die größte Außenwirkung hat, sind wir doch ein Breitensportverein. Die insgesamt acht Sportabteilungen sowie die Fan- und Förderabteilung sind durch das ehrenamtliche Engagement geprägt. Dazu kommen noch die Ehrenamtler im Gesamtverein, stellvertretend will ich hier nur die Vereinsschreiber und den Ältestenrat nennen. Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre ein so aktives Vereinsleben nicht möglich.

Was sind die wichtigsten Aspekte des ehrenamtlichen Engagements?

Aus meiner Sicht gewährleistet das Ehrenamt die Ausübung des Sports für die Mitglieder, zunächst einmal durch Schaffung der entsprechenden Rahmenbedingungen. Zum einen wird eine funktionierende Abteilungsleitung benötigt, zum anderen gewährleisten Trainer und Betreuer die Ausübung des Sports. Die ehrenamtliche Arbeit kann aber auch über den Verein hinaus wirken, wie wir es bei der Arbeit der Fan- und Förderabteilung der Lilien sehen. Vertreter der FuFa sind z.B. in bundesweiten Initiativen engagiert.

Was sind für Dich die wichtigsten Motive für ein ehrenamtliches Engagement?

Alle, die sich in unserem Verein ehrenamtlich engagieren, tun dies um etwas zu bewegen. Sei es aus dem Bestreben heraus, die jeweilige Abteilung sportlich weiter zu entwickeln oder einfach nur, durch entsprechende organisatorische Strukturen den Mitgliedern die Ausübung ihres Sports zu ermöglichen. Im Vordergrund steht die Verbundenheit, ja man kann sagen die „Liebe“, zum Verein und der jeweiligen Sportart, die in den Abteilungen ausgeübt wird.

Welche persönlichen Erfahrungen und Kompetenzen hast Du aus Deiner ehrenamtlichen Tätigkeit mitgenommen? Was hat Dich am meisten geprägt?

Meine Frau behauptet immer, ich sei der klassische Ehrenamtler! Ich glaube, das stimmt auch in vielerlei Hinsicht. Zum SV 98 bin ich 1990 gestoßen. Als sich für die F-Jugend meiner Söhne kein Trainer fand, habe ich diese Tätigkeit bis zur D-Jugend übernommen. Parallel dazu war ich stellvertretender Jugendleiter der Fußballabteilung und später Kassenprüfer des Gesamtvereins. 1996 wurde ich zum ersten Mal als Vorstandsvorsitzender der Amateurabteilungen in das Präsidium gewählt. Diese 24 Jahre waren geprägt von einer vertrauensvollen, freundschaftlichen Arbeit mit den Abteilungsleitern und den Abteilungen. Innerhalb des Präsidiums wurde die Arbeit der Breitensportabteilungen immer wertgeschätzt und gefördert. Mit den ehemaligen und aktuellen PräsidiumskollegInnen verbindet mich eine herzliche Freundschaft.

Was würdest Du einem, an ehrenamtlichem Engagement interessierten, jungen Menschen mit auf den Weg geben?

Ich kann jungen Menschen nur empfehlen, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dabei ist ein Engagement im sozialen Bereich genauso wichtig wie im Sport. Man übernimmt Verantwortung und dient der Gemeinschaft. In der Regel erfährt man dann auch Anerkennung durch die entsprechende Organisation bzw. die Öffentlichkeit.

Anerkennung ist ein entscheidender Begriff im Ehrenamt. Wie verhält es sich in Deinem Verein mit der Anerkennungskultur? Wie sollte ehrenamtliches Engagement aus Deiner Sicht ausreichend und entsprechend gewürdigt werden?

Beim SV 98 gibt es eine ausgeprägte Anerkennungskultur für das Ehrenamt. Das war sicher nicht immer so, der damalige Präsident Hans Kessler hat in seiner Amtszeit das „Ehrenamtsfest“ initiiert. Seit langen Jahren gibt es den Ehrenabend, hier werden verdiente Mitglieder geehrt. Im Mitgliedermagazin „98er“ wird den Berichten über ehrenamtliche Tätigkeit breiter Raum eingeräumt. Ehrenamtler präsentieren den Verein auch bei Veranstaltungen wie dem „Tag der Vereine“ im Darmstadtium oder dem „Lilien-Tag“ am Böllenfalltor.

Welchen Herausforderungen begegnest Du regelmäßig in der (ehrenamtlichen) Führung?

Ehrenamtliches Engagement ist immer mit einem relativ hohen Zeitaufwand verbunden. Egal, ob in der Abteilung oder Vereinsführung – der bürokratische Aufwand ist hoch, ohne Unterstützung bzw. Verständnis der Familie wird es schwierig, diesen Spagat zu schaffen. Problematisch ist auch die Altersstruktur bei den Ehrenamtlern, es ist schwierig, geeignete Nachfolger zu finden.

Was hilft ehrenamtlichen Führungskräften bei der Ausübung Ihrer Funktion?

Wie schon erwähnt, ist das Ehrenamt mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden. Hier sind wir bei den Lilien in der glücklichen Lage, die Ehrenamtler in den Abteilungen durch Übernahme administrativer Aufgaben zu entlasten. Dazu gehören Aufgaben wie die Hallennutzungsanträge an die Stadt Darmstadt, Anträge auf Zuschüsse, Unterstützung bei Abteilungsveranstaltungen, Kontakte zu städtischen Ämtern und zu Sportverbänden.

Vielerorts liegt das Ehrenamt fest in der Hand von Ehrenamtlichen die sich oftmals bereits mehr als 20, 25 Jahre engagieren. Das Zepter muss jedoch irgendwann an die junge Generation weitergegeben werden…

Das ist ein echtes Problem! So schön es natürlich ist, mit Personen zusammen zu arbeiten, die man schon über viele Jahre kennt, denen man vertraut und die zuverlässig sind, die Förderung jüngerer Menschen für das Ehrenamt ist außerordentlich wichtig. Wir haben beim SV 98 die tolle Erfahrung gemacht, dass sich in den letzten Jahren immer wieder junge Vereinsmitglieder ehrenamtlich engagiert haben. Beispielhaft sind hier die Abteilungen Headis, Modernes Sportkarate und Basketball zu nennen. 

Viele weitere Information rund um das Thema Ehrenamt findet Ihr hier: www.dfb.de/ehrenamt

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