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11.03.2018 / Allgemein

Kein Tabellenrechner

Seit einigen Jahren bieten diverse Webseiten und Internetportale die Möglichkeit, per Tabellenrechner den Saisonendspurt der 2. Bundesliga im Voraus zu tippen. Den Lieblingsverein mit einer Siegesserie nach oben hieven oder aus der unteren Tabellenregion befreien – online wird die Wunschvorstellung schnell Realität. In ebendieser braucht es hingegen oftmals viel Geduld, bis das ersehnte Ziel erreicht werden kann. Siegesserien sind eher die Ausnahme, viel eher besitzt jeder einzelne Punkt seine Bedeutung. So auch bei den Lilien, die das Remis gegen Ingolstadt dementsprechend einordneten.

„Es war klar, dass wir bis zum Saisonende nicht jedes Spiel gewinnen werden. Das schafft nicht der FC Bayern und wir schon gar nicht“, verneinte Aytac Sulu nach Spielende Forderungen nach einer unbedingt notwendigen Aneinanderreihung von Erfolgen. Zumal der FC Ingolstadt am Samstag eben nicht nur ein Name in einer virtuellen Spieltagsprognose war, sondern eine Mannschaft, die den SV 98 mit einer starken Leistung über die gesamte Spieldauer forderte. „Es ist schwierig. Es sind zwei Mannschaften, die alles in die Waagschale werfen und bei denen eben auch nicht alles klappt“, fasste Sulu das Geschehen zusammen, wollte aber auch nicht verhehlen, dass seine Farben speziell in den ersten 45 Minuten noch einiges an Luft nach oben gelassen hatten: „Die erste Halbzeit war nicht so berauschend. Das wissen wir, und das haben wir so auch gesagt bekommen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann alles rausgepfeffert. Es ist ein Punkt, den wir gerne mitnehmen.“
Anderes Gesicht nach der Halbzeit-Pause
Auch Terrence Boyd wollte dem verpassten Heimsieg am Folgetag nicht lange nachtraueren, zumal der US-Amerikaner wusste, dass die Lilien den drei Punkte nicht näher waren als der bayrische Gast: „Vor dem Spiel wollten wir mehr, aber nach dem Rückstand mussten wir gucken, dass wir nicht verlieren. Wir sind zum dritten Mal in Folge unbesiegt geblieben, haben einen Punkt mitgenommen und wissen, dass wir als Gefüge zusammenstehen – das ist wichtig für die restlichen Spieltage.“
Wie gewohnt hatte der 27-Jährige in vorderster Front geackert, einen Pfostentreffer verzeichnet und mit einer weiteren Szene entscheidend zum Punktgewinn beigetragen, die Dirk Schuster später als „Initialzündung“ im Spiel seiner Mannschaft ausmachte. In der 53 Minute erzwang Boyd zunächst gegen Tobias Levels einen Presseschlag, bevor er den abprallenden Ball im Duell mit Hauke Wahl endgültig sicherte und nur wenige Sekunden später fast mit dem Assist zum Ausgleich belohnt worden wäre. „Ich bin froh, wenn ich damit andere mitgenommen habe“, blieb Boyd selbst bescheiden bei der Einordung der Szene, in deren Nachgang die Lilien immer mehr die Spielkontrolle übernahmen und ein „anderes Gesicht“ als vor dem Pausenpfiff zeigten, wie es Boyd ausdrückte.
"Müssen mit dem Punkt leben"
Schlussendlich mündete dieses Gesicht in dem Ausgleichstreffer von Tobias Kempe und der Erhöhung des Punktekontos auf 27. Im virtuellen Tabellenrechner hätte sicherlich Dong-Won Ji seine Chance kurz vor Spielende noch zum 2:1 genutzt, oder eine der Ecken in der Schlussminute wäre irgendwie im Netz gelandet, in der Realität blieb es schlussendlich beim 1:1. Und damit beim leistungsgerechten Endergebnis. „Wir haben zum Schluss noch versucht, den Sieg zu erzwingen. Aber wir hatten ihn heute auch nicht verdient“, bilanzierte Dirk Schuster nach Spielende und ergänzte: „Wir haben das Ziel Heimsieg leider verpasst und müssen mit dem Punkt leben.“
In der Spieltagstabelle sorgt dieser Zähler für keinen großen Sprung der Lilien, für das abschließende Ranking nach dem 34. Spieltag könnte die Bedeutung umso größer sein. „Was der Punkt wert ist, werden wir später sehen“, verwies Boyd auf diesen möglichen zukünftigen Ertrag des Unentschiedens und auch Aytac Sulu erklärte: „In unserer Phase zählt jeder Punkt. Wir haben es weiterhin selber in der Hand.“
Die nächste Möglichkeit auf einen Erfolg bietet sich den Lilien am kommenden Sonntag in Nürnberg. Nicht nur im Tabellenrechner, sondern auch auf dem Feld.

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