FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Auf der Pressekonferenz nach Spielende gab Markus Anfang einen Einblick in das Innenleben seiner Spieler. "Sie sitzen in der Kabine und sind total bedröppelt", verriet der Cheftrainer und unterstrich damit die Szenen, die sich bereits direkt nach Abpfiff abgespielt hatten. Lukas Mai sank mit leerem Blick auf der Ersatzbank nieder, Fabian Holland stand noch lange regungslos auf dem umgepflügten Grün im Jahnstadion, Victor Palsson stemmte kopfschüttelnd die Arme in die Seiten. Wer allein diese Bilder sah, der dürfte sicher gewesen sein, dass die Lilien ihre Auswärtspartie in Regensburg verloren hatten. Dabei hatten sie ein Unentschieden erreicht. Allerdings auf eine Art und Weise, die zunächst einmal extrem schmerzte.
„Es fühlt sich wie eine Niederlage an“, erklärte Anfang angesichts des Gegentreffers in der 97. Minute, der dem SV 98 zwei Punkte entriss. Kaan Caliskaner war es, der die Lilien in buchstäblich letzter Sekunde um den (vollständigen) Lohn extrem harter Arbeit brachte. „Es ist gefragt, dass wir viel Leidenschaft und Willen an den Tag legen“, hatte Anfang noch am Freitag mit Blick auf die anstehende Begegnung gefordert. Eine Forderung, die seine Mannschaft verinnerlichte und über weit mehr als 90 Minuten auch auf den Platz brachte.
Auf dem matschigen und tiefen Untergrund wurde schnell deutlich, dass das Fußballspielen in den Hintergrund rücken dürfte. Kompaktheit und Intensität genossen Priorität. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie sich reingehauen und die Zweikämpfe angenommen haben“, so Anfang, der trotz des Geläufs in der 30. Minute einen blitzsauberen Angriff seiner Elf sah, den Tim Skarke zur durchaus verdienten Führung abschloss. Einer Führung, die fast 67 weitere Minuten Bestand haben sollte. Und trotzdem nicht ausreichte. „Fünf Minuten Nachspielzeit waren in Ordnung, dann aber bei 6:33 das Gegentor zu bekommen, ist mächtig bitter“, resümierte Anfang beim Blick auf die zusätzliche Spielzeit, in der zudem zwei klare Foulspiele an Lukas Mai und Felix Platte nicht geahndet wurden. Entscheidungen, die schlussendlich ihren Teil zum Endergebnis beitrugen.
„Habe gedacht, dann wird abgepfiffen“
Fabian Schnellhardt, der zum Zeitpunkt des Gegentreffers bereits ausgewechselt war, schilderte am Sonntag seine Eindrücke der Schlusssequenzen. „Ich habe gedacht, jetzt haben wir Abstoß, hauen das Ding nach vorne und dann wird abgepfiffen“, so der Mittelfeldspieler über seine Gedankengänge in der 95. Minute. Anderthalb Minuten später lag der Ball dann doch noch im Netz der Darmstädter. „Das ist extrem bitter“, bilanzierte Schnellhardt, der aber anmerkte: „Wir haben es vorher auch verpasst, stärker auf ein zweites Tor zu gehen. Wir haben viele Bälle weggeschlagen, was normalerweise nicht unser Spiel ist.“
„Keine Zeit zum Hadern“
Dem Punkt, der sich am Vortag noch wie eine Niederlage anfühlte, konnte der 27-Jährige am Tag nach Regensburg schon wieder etwas Gutes abgewinnen. „In der Hinrunde hatten wir zu diesem Zeitpunkt einen Punkt, jetzt haben wir vier. Das ist in Ordnung, auch wenn gerne sechs gehabt hätten. Aber wir haben gar keine Zeit zum Hadern, weil es direkt weitergeht.“
Und zwar am Dienstag. Im DFB-Pokal. In Kiel. „Das wird ein ganz anderes Spiel“, weiß Schnellhardt, der selbst eine Saison lang das Holstein-Trikot trug. „Natürlich ist Kiel eine Top-Mannschaft der zweiten Liga. Aber mit genau diesen Mannschaften wollen wir uns messen und natürlich eine Runde weiterkommen. Und im Pokal wird es auf jeden Fall kein 1:1 am Ende geben.“
Und damit kein Unentschieden, dass sich zunächst wie eine Niederlage anfühlen könnte. Es ist durchaus als gutes Zeichen zu werten, dass sich die Darmstädter nur eine Woche nach der vierten Niederlage in Folge schon wieder über einen Auswärtspunkt ärgern. Über ein 1:1, das eben keine Niederlage gewesen ist.