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05.10.2017 / Allgemein

„Können davon ausgehen, dass Masterplan fristgerecht bei DFL eingereicht werden kann“

Im Interview mit sv98.de äußert sich Präsident Rüdiger Fritsch über den aktuellen Stand bei der Ausarbeitung des Masterplans, den geplanten zeitlichen Ablauf des Umbaus sowie den Finanzierungsplan. Sein Zwischenfazit fällt positiv aus.

Ende Oktober soll der Masterplan bei der DFL eingereicht werden. Wie kommt man bei der Ausarbeitung voran?
Rüdiger Fritsch: Die Planungen von Verein und Stadt laufen auf Hochtouren. Wir befinden uns während dieses gesamten Prozesses in enger Abstimmung mit der DFL, den Sicherheitsbehörden, der Bauaufsicht und der Nachbarschaft. Diese Zusammenarbeit läuft sehr vertrauensvoll und zielorientiert. Insofern können wir davon ausgehen, dass der Masterplan fristgerecht bei der DFL eingereicht werden kann.
Wie ist der zeitliche Ablauf des Umbaus skizziert?
Fritsch: Der Umbau beinhaltet drei Baukomplexe: ein neues Funktions- und Bürogebäude für die Mannschaft und die Verwaltung, die Modernisierung der Gegengerade sowie die der Haupttribüne. Der Startschuss für das Umbauprojekt soll in ein paar Monaten, nämlich im Frühjahr 2018, mit dem Baubeginn für das Funktionsgebäude am Standort des Vorbaus der Böllenfalltorhalle fallen. Dies ist ein extrem wichtiger Schritt für den Verein, da am Standort Böllenfalltor tagtäglich der gesamte Trainingsbetrieb inklusive der medizinischen Versorgung der Profi-Mannschaft stattfindet und auch die mittlerweile über 20 Mitarbeiter der Geschäftsstelle dort ihren Arbeitsplatz haben. Es ist bekannt, dass die Bedingungen dafür schon seit Jahren nicht mehr zeitgemäß und konkurrenzfähig sind. Im Zuge dieser Baumaßnahmen werden übrigens auch die Umkleidekabinen und Sanitätsbereiche für den Breiten- und Vereinssport in der Böllenfalltorhalle verbessert.
Wann werden die Gegengerade und die Haupttribüne in Angriff genommen?
Fritsch: Der Umbau der Gegengerade soll im Sommer 2018 starten. Uns ist es wichtig, dass die umgebaute Gegengerade auch nach Fertigstellung "aus Tradition anders" ist: Deshalb wurde für die Gegengerade gemeinsam mit den Fans das Konzept "Stehen vor Sitzen" erarbeitet. Im oberen Bereich existieren also künftig Sitzplätze, der untere Bereich wird auch weiterhin fast 5000 Stehplätze umfassen – der komplette Bereich wird überdacht sein. Damit werden wir die DFL-Forderungen nach überdachten Tribünen und mindestens 8000 Sitzplätzen im Stadion erfüllen können. Im zweiten Bauabschnitt ab Sommer 2019 wird dann die Haupttribüne neu gebaut. Das jetzige, alte Stadion mit den hohen Instandhaltungs- und Sanierungskosten weiter in Betrieb zu halten, ist wirtschaftlich völlig unvernünftig. Zudem benötigen wir für unsere Sponsoren und Partner adäquate, der heutigen Zeit angemessene Hospitality-Möglichkeiten.
Wie sieht es mit den neuen Kopf – Tribünen aus? Und wie präsentiert sich das sanierte Stadion im Endzustand?
Fritsch: Die in der letzten Saison neu geschaffenen Kopftribünen, die von den Fans bestens angenommen werden, bleiben im Sinne einer effektiven Mittelverwendung bis auf weiteres erhalten. Verbessert wird zudem im gesamten Stadionbereich die Toiletten- und Cateringsituation. Ziel ist es, dass das Stadion – übrigens mit einer Gesamtkapazität von 18.000 bis 19.000 Zuschauern – auch nach dem Umbau seinen Charme behält.
Ist das Projekt baurechtlich diesmal umsetzbar?
Fritsch: Es wird hier – und das ist der Unterschied zur Vergangenheit – keine Multifunktionsarena neu errichtet, sondern wir bauen ein reines Fußballstadion im Bestand um, das ja bekanntermaßen an dem Standort seit fast 100 Jahren steht und übrigens früher einmal für über 30.000 Zuschauer Platz geboten hat. Dies ist nicht vergleichbar mit der seit letztem Jahr ruhenden Bauleitplanung. Wir haben die Thematik natürlich intensiv mit Bauaufsicht und Baurechtlern besprochen und geprüft. Wichtig ist uns aber auch eine intensive Kommunikation mit der Nachbarschaft. Keiner muss Angst haben, dass es hier künftig Pop- oder Rockkonzerte geben wird.
Wie konkret ist der Finanzierungsplan ausgearbeitet?
Fritsch: Auch hier sind die Planungen weit fortgeschritten. Auf Stadt- und Vereinsseite werden die Lösungen derzeit in den Gremien vorgestellt und besprochen. Frei nach dem Motto "Stadion geht nur gemeinsam" wurde hier in enger Abstimmung ein Finanzierungsplan erarbeitet, der in der letzten Oktoberwoche vorgestellt wird. Oberstes Prinzip ist weiterhin, dass für den Verein die finanziellen Belastungen berechenbar und zu bewältigen sind.
Wird der Verein künftig den Stadionbetrieb übernehmen bzw. welche Modelle stehen hier in den Gesprächen im Raum?
Fritsch: Das Thema "SV 98 – Stadiongesellschaft" und Übernahme des Stadionbetriebes wurden ebenfalls neu besprochen. Auch hier werden derzeit die ausgearbeiteten Lösungen in den jeweiligen Gremien vorgestellt. Über alle Details werden Stadt und Verein dann bis Ende Oktober berichten. Außerdem steht die Stadionthematik auch auf der Tagesordnung unserer Mitgliederversammlung am 24. Oktober. Auf dieser werden wir unsere Mitglieder umfassend informieren.
Das Zwischenfazit ist also positiv?
Fritsch: Definitiv. Bis zur Abgabe des Masterplanes am 31. Oktober 2017 ist noch ein wenig Zeit, in der weitere finale Konkretisierungen erfolgen werden. Basis unseres Tuns ist ausschließlich das Bestreben, den Verein nachhaltiger aufzustellen und für die nähere Zukunft zu präparieren. Die Stadionmodernisierung ist hierbei ein ganz elementarer Baustein.

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