FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Ein paar Sekunden vor Ablauf der angezeigten Nachspielzeit beendete Sven Waschitzki die Partie am Böllenfalltor. Vielleicht hatte auch der 32-Jährige Unparteiische das Gefühl gewonnen, dass ein Unentschieden das richtige Ergebnis für diesen Nachmittag darstellen würde. Zu dieser Spielbewertung kamen auch die Lilien in ihrer ersten Analyse nach einem Punktgewinn, der einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt bedeutete – und mit dem der SV 98 dementsprechend gut leben konnte.
"Der Punkt geht für beide Mannschaften in Ordnung", bilanzierte Dimitrios Grammozis auf der Pressekonferenz und fand damit eine passende Überschrift für das vorausgegangene Spielgeschehen. Ein weiterer Zähler, den der 40-Jährige speziell mit Blick auf einen anderen Platz als positives Resultat verbuchen konnte: "Das Ergebnis von Magdeburg macht unseren Punkt noch wertvoller."
Noch nicht am Ziel
10 Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang nach 30 gespielten Runden sorgen für eine Ausgangssituation, die der Cheftrainer der Lilien bei seinem Dienstantritt Ende Februar mit Sicherheit unterschrieben hätte. Eine Signatur unter die hypothetische Textzeile "Klassenerhalt geschafft" verweigerte Grammozis am Sonntag hingegen vehement: "Im Fußball habe ich schon zu viele Sachen gesehen. Ich bin ein Mensch, der nicht auf die Hoffnung setzt, sondern der es sicher haben muss."
Eine Denkweise, der auch die Spieler der Lilien folgen, wie Christoph Moritz stellvertretend erklärte: "10 Punkte Vorsprung hören sich gut an, aber solange wir rechnerisch nicht gesichert sind, werden wir keine Gratulationen annehmen."
Zumindest die Glückwünsche zur zweiten weißen Weste in Serie nahm der 29-Jährige mit einem leichten Schmunzeln entgegen, zwei Ligaspiele ohne Gegentreffer waren den Darmstädtern zuvor letztmals im August 2018 gelungen. "Wir verteidigen im Block sehr diszipliniert und lassen nicht viel zu", so Moritz, der seine Position vor einer neuformierten Innenverteidigung bekleidet hatte: "Victor (Palsson) hat es sehr souverän gespielt. Insgesamt ist das ein Qualitätsmerkmal der Mannschaft."
Konstante Punktausbeute
Vier ungeschlagene Heimspiele in Serie, kein Gegentreffer in den vergangenen beiden Begegnungen. Statistiken, die für die Konstanz sprechen, mit der die Lilien in den vergangenen Wochen ihren Vorsprung zur Gefahrenzone immer weiter ausbauen konnten. An den vergangenen sechs Spieltagen sammelten nur zwei Teams mehr Punkte als die Darmstädter, die sich der Wichtigkeit eines jeden Zählers genau bewusst sind und das eigene Spiel in der Schlussphase gegen Bochum auch ein wenig darauf abstimmten. "Wenn es nicht gelingt, sich zahlreiche Chancen zu erspielen, dann will man zumindest hinten die Null halten", fasste Moritz zusammen und lag damit erneut auf einer Wellenlänge mit seinem Cheftrainer: "Wenn man nicht gewinnen kann, dann muss man mit einem Punkt zufrieden sein."
Im Hinspiel in Bochum (0:1) oder auch bei Grammozis Debüt auf der Bielefelder Alm (0:1) hatten die Lilien noch schmerzhaft erfahren müssen, was ein Scheitern dieses simplen Ansatzes bedeutete – in Magdeburg (1:0) oder eben gegen Bochum zeigte sich nun, dass das Team einen weiteren Schritt in der eigenen Entwicklung vorangekommen ist.
"Wäre toll, den Klassenerhalt in Köln klar zu machen"
Zumal das konstante Punkten automatisch auch für eine breite Brust sorgt, die den SV 98 nun durchaus optimistisch zum anstehenden Auswärtsspiel beim Ligaprimus aus Köln gucken lässt. "Das wird eine ganz schwere Aufgabe", ordnete Moritz mit Blick auf Freitag zunächst ein, bevor er ergänzte: "Aber es wäre natürlich toll, dort den Klassenerhalt klar zu machen und den Kölnern vielleicht nochmal in die Aufstiegs-Suppe spucken zu können."
Ein Dreier in der Domstadt würde dann auch tatsächlich den rechnerischen Klassenerhalt darstellen. Und die Lilien könnten guten Gewissens die Gratulationen entgegennehmen.