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06.06.2019 / Allgemein

Kurt: „Wollen die Ziellinie unbedingt überschreiten“

Am morgigen Samstag (8.6./13 Uhr) steht für die U17 des SV 98, ihres Zeichens Hessenmeister, das erste von zwei Aufstiegsspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern an. Das Rückspiel am Böllenfalltor findet dann am kommenden Mittwoch (12.6./18.30 Uhr) statt. Sollten sich die Junglilien hier durchsetzen, dürfen sie in der kommenden Saison in der Bundesliga Süd/Südwest mitmischen. Im Vorfeld des Hinspiels spricht U17-Trainer Patrick Kurt mit uns über seine Erwartungen an die Partien, den Gegner Kaiserslautern und die Arbeit im NLZ.

sv98.de: Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zur souveränen Hessenmeisterschaft. Nachdem man in den letzten beiden Saisons jeweils Zweiter wurde, stand der Titel in dieser Spielzeit schon frühzeitig fest. Wie erklärst du dir diesen Erfolg?
Patrick Kurt: In erster Linie durch unfassbare mannschaftliche Geschlossenheit. Es war vom ersten Tag an spürbar, dass die Mannschaft total gut zusammenpasst. Das Team ist schnell zusammengewachsen und hat den Fokus früh auf unser gemeinsames Ziel gelegt. Zusammen wurde von Tag eins an alles reingeworfen, was von unseren Siegesserien samt einiger souveränen Erfolge widergespiegelt wurde. Diese positiven Erlebnisse haben über die Zeit für ein gewisses Selbstverständnis gesorgt, an dem sich bislang auch nicht geändert hat.
sv98.de: Einer tollen Saison kann nun noch die Krone aufgesetzt werden: Gegen den 1. FC Kaiserslautern stehen am Samstag und Mittwoch die Aufstiegsspiele für die Bundesliga an. Was überwiegt da? Vorfreude oder Anspannung?
Kurt: Es herrscht pure Vorfreude. Letztendlich geht es die gesamte Saison ja genau darum: Du willst in diese beiden Spiele einziehen – und jetzt stehst du kurz vor der Ziellinie. Die wollen wir nun natürlich unbedingt überschreiten.

"Freuen uns auf ein Spiel mit zwei offensiv denkenden Mannschaften"

sv98.de: Dass die Lilien in die Aufstiegsspiele einziehen werden, war lange vor Saisonende klar. Konnte die Konzentration, obwohl in den letzten Spielen gar nicht mehr zwingend gepunktet werden musste, trotzdem hochgehalten werden?
Kurt: Auch nach dem Feststehen der Meisterschaft gab es nicht eine Trainingseinheit, in der die Motivation gefehlt hat. Da gab es keinen, der mal keinen Bock auf Fußball hatte. Wir haben die Spannung vom ersten bis zum letzten Tag hochgehalten. Es war zu keiner Zeit spürbar, dass da irgendetwas abfällt, was man ja auch nochmal am 4:1-Sieg gegen den FC Gießen am letzten Spieltag gesehen hat. Die Jungs haben es einfach durchgezogen.
sv98.de: Beim Gegner aus Kaiserslautern sah die Ausgangslage lange anders aus. Vier Spieltage vor Schluss lagen die "Roten Teufel" noch fünf Punkte hinter dem Relegationsrang. Dank des Sieges gegen den direkten Konkurrenten aus Elversberg folgte am letzten Spieltag der Einzug in die Aufstiegsspiele. Wie schätzt du die topmotivierten Pfälzer ein?
Kurt: Dass die Lauterer bis zum letzten Spieltag alles raushauen mussten und das auch getan haben, spricht für sie. Das Team hat nach dem Trainerwechsel im vergangenen Winter eine starke Entwicklung und eine tolle Rückrunde hingelegt. Man kann also definitiv von einem spannenden Gegner sprechen.
sv98.de: Mit nur 15 Gegentoren in 26 Spielen stellen die Lauterer die beste Defensive ihrer Liga. Wie wollen die offensivstarken Lilien (102 Tore in der abgelaufenen Saison) den Abwehrriegel des Gegners knacken?
Kurt: Diese Bilanz ist etwas trügerisch. Die Lauterer gehen mit einem durchaus offensiven Ansatz in die Spiele, wollen Tore erzielen und gewinnen. Damit ähneln sie uns und unserer Herangehensweise. Denn auch bei uns geht es bei jeder Partie um die Kernfrage: "Wie können wir Tore schießen?" Von daher freuen wir uns auf ein Spiel mit zwei offensiv denkenden Mannschaften, die Fußball spielen und keine Ergebnisse verwalten wollen.

"Für die Jungs ist es ein riesiges Highlight, im Rückspiel im Bölle aufzulaufen"

sv98.de: Die Lilien haben in der abgelaufenen Saison nicht ein einziges Heimspiel verloren, spielen das entscheidende Rückspiel nun zu Hause. Ein Vorteil?
Kurt: Definitiv, wir fühlen uns ganz wohl in Darmstadt und spielen hier total gerne. Sowohl am NLZ in der Kastanienallee als auch im Böllenfalltorstadion.
sv98.de: Du sprichst es an: Statt auf dem NLZ-Trainingsplatz wird das Aufstiegsspiel am Bölle ausgetragen. Hat das eine besondere Bedeutung für die Mannschaft?
Kurt: Hier in diesem herausragenden Stadion zu spielen, ist natürlich nochmal etwas ganz anderes, gerade vor einer so großen Zuschauerkulisse. Insbesondere für die Jungs ist das einfach ein riesiges Highlight, hier auflaufen zu dürfen.
sv98.de: Der Standort könnte ja auch als eine Art Vorgeschmack auf eine potenzielle Zukunft als Profi gesehen werden. Wie schätzt du den Wert von guter Arbeit im Jugendbereich für die einzelnen Spieler, aber auch für den Verein als Ganzes ein?
Kurt: Nachwuchsarbeit ist für jeden Verein wahnsinnig wichtig. Es geht darum, den Jungs etwas zu vermitteln, und zwar sowohl auf als auch außerhalb des Platzes. Sprich, wir wollen ihnen fußballerisch etwas mitgeben, aber auch dazu beitragen, dass sie sich menschlich weiterentwickeln. Äußerst hilfreich ist dabei, dass wir eine total gute Zusammenarbeit mit den Profis pflegen. Der Austausch mit den Profitrainern und dem Sportlichen Leiter Carsten Wehlmann ist sensationell. Gute Bedingungen um sich weiterzuentwickeln, sind hier also in jedem Fall grundsätzlich gegeben. Aber den nächsten Schritt müssen die Spieler natürlich immer noch selbst gehen.
sv98.de: Die letzte Junglilie, die den Sprung in die Profimannschaft geschafft hat, ist Leon Müller. Dient er als Vorbild für deine Jungs?
Kurt: Absolut. Jeder Spieler von uns, der es letzten Endes in den Profibereich schafft, ist ein Vorbild. Das gilt auch für Leon, der damals von Mainz 05 in unsere U17 gewechselt ist, an der Kastanienallee die nächsten Schritte gehen konnte und nun mit den Profis trainiert.
sv98.de: Jetzt stehen aber erstmal die Aufstiegsspiele an: Was ist deine Einschätzung – spielt die U17 nächstes Jahr in der Bundesliga?
Kurt: Das werden wir sehen. Wir geben in jedem Fall alles dafür.

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