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17.05.2020 / Allgemein

Lehren des Re-Starts

Wie haben die Lilien die lange Corona-Pause verkraftet? Wir wirkt sich die außergewöhnliche Situation um zahlreiche Hygiene-Vorschriften und der merkwürdigen Atmosphäre ohne Zuschauer auf das Spiel aus? Und hat die Vorbereitung für die Teams gereicht, um sich bestmöglich auf Wettkampfbedingungen einzustellen? Die Fragezeichen waren groß vor dem ersten Spiel des SV 98. Ein Spiel, das alles war, nur nicht gewöhnlich. Final lassen sich alle Fragen auch nach dem 0:2 der Lilien im Karlsruher Wildparkstadion noch nicht beantworten. Die erste Momentaufnahme nach dem Re-Start kann den Lilien aber nicht gefallen. Doch die Beteiligten sind sich darüber im Klaren, dass und welche Lehren sie ziehen müssen.

Zurück zum Start. Es lag eine seltsame Schwere über dem ersten Spieltag nach achtwöchiger Corona-Unterbrechung. Und doch überwog die Freude. Die Freude, endlich wieder Pflichtspielluft zu atmen. „Ich war natürlich froh, endlich wieder auf dem Platz zu stehen und die lange Zeit des Wartens beendet zu haben“, betonte Marcel Schuhen. Doch nach 90 Minuten blieb nicht viel der Freude übrig. „Mit dem Spiel kann niemand bei uns zufrieden sein“, verdeutlichte der Lilien-Keeper nach dem Schlusspfiff, der die erste Niederlage nach zehn ungeschlagenen Partien in Serie besiegelte.

„Wir haben uns mehr ausgerechnet“

Der SV 98 hatte sich mehr erhofft. Die achtwöchige Unterbrechung haben die Lilien trotz der besonderen Umstände für intensive Trainingseinheiten genutzt. Natürlich habe dennoch der fehlende Rhythmus und die mangelnde Wettkampfbelastung zu schaffen gemacht. „Daran lag es nicht“, stellte Nicolai Rapp klar, denn alle Teams hätten damit klarkommen müssen. Und Tobias Kempe erklärte: „Wir haben uns mehr ausgerechnet. Natürlich wussten wir, dass wir erst einmal reinkommen müssen und dass das ein Fifty-fifty-Spiel sein dürfte.“ Der Offensivspieler machte den Grund der Niederlage an wenigen Punkten fest: „Wir hatten zu viele Abspielfehler. In der Offensive müssen wir mehr kreieren. Wir sind zu selten in die gefährlichen Situationen gekommen.“  Das unterstrich auch Fabian Holland. „Wir müssen uns mehr Torchancen erarbeiten“, forderte der Kapitän des SV 98 und ergänzte: „Uns hat die Durchschlagskraft gefehlt. Wir müssen noch fleißiger sein und tiefere Wege machen. Daran werden wir arbeiten.“

Und Defensivspieler Nicolai Rapp verlangte mehr Wachsamkeit bei gegnerischen Standardsituationen. Luft nach oben an beiden Enden des Spielfelds. Das 0:2 in Karlsruhe war letztendlich enttäuschend, klar. Aber die Lilien müssen und werden sich jetzt neu fokussieren. „Wir wollen uns die drei Punkte im Heimspiel holen“, richtete Dimitrios Grammozis den Blick direkt nach vorn auf das nächste Duell mit dem FC St. Pauli (23.5./13 Uhr). Dafür hat die Mannschaft hoffentlich die richtigen Lehren aus dem Re-Start gezogen. Ein Neustart, der ohne Fans merkwürdig anmutete. Die gewohnt lautstarke Unterstützung der Lilien-Anhänger fehlte.

Noch mehr pushen

Und doch ist dies der Zustand, der auch in den verbleibenden acht Spiele anhalten wird. Daher gilt es umso mehr, dass die Lautstärke im leeren Rund vom Team mit der Lilie auf der Brust bestimmt wird. „Als Mannschaft können wir in dieser Kulisse sehr viel beeinflussen“, weiß Marcel Schuhen. Was der Schlussmann des SV 98 damit meint? „Die Akustik auf dem Platz war doch sehr laut, wenn gecoacht und gepusht wird. Das sollten wir mitnehmen. Wenn wir zusammenhalten und als Einheit lautstark kommunizieren, können wir uns einen Vorteil erarbeiten.“ Mehr reden, sich gegenseitig noch besser helfen, sich untereinander noch mehr pushen – so das Credo für die anstehenden Aufgaben.

Schließlich werden auch die kommenden Partien ähnlich eng verlaufen. Es gibt keinen Heim- oder Auswärtsvorteil mehr. „Es kommt nur auf den Willen und die Tagesform an“, betont Kempe. Kleinigkeiten werden die Spiele entscheiden – noch mehr als sonst. Und der SV Darmstadt 98 will die entscheidenen Kleinigkeiten in seinen Händen wissen. „Wir müssen es besser machen. Wir wollen unsere Fans mit drei Punkten zuhause zum Jubeln bringen“, gibt Rapp die Marschrichtung vor. Die Lehren des Re-Starts, sie haben direkt nach Spielende gezogen.

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