FAQs zum verlegten Testspiel gegen San Antonio
Der SV 98 beantwortet die wichtigsten Fragen zum verschobenen Testspiel der Lilien beim Kooperationspartner San Antonio FC.
Leon Balogun kam vor drei Wochen nach Darmstadt und debütierte beim Spiel gegen den VfL Bochum im Trikot der Lilien. Sv98.de sprach mit dem 26 Jahre alten Deutsch-Nigerianer über die turbulenten vergangenen Wochen, über seinen ersten Startelfeinsatz sowie über seinen ungewöhnlichen Weg in die nigerianische Nationalmannschaft.
sv98.de: Leon, das Spiel gegen deinen ehemaligen Verein Fortuna Düsseldorf hast du noch von der Tribüne aus geschaut -am vergangenen Wochenende standest du bereits in der Startaufstellung. Eine rasante Entwicklung der Dinge, vor allem wenn man bedenkt, dass du vor ein paar Wochen noch vereinslos warstâ…
Leon Balogun: Absolut. Ich hätte nicht gedacht, dass alles so schnell gehen würde. Der Einsatz von Beginn an war schon überraschend für mich. Der Trainer hat vorher mit mir gesprochen, hat gefragt, wie ich mich fühle -dadurch konnte ich mich schon ein wenig darauf einstellen, dass ich eventuell spielen würde. Letztendlich war es ein sehr schönes Gefühl, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen.
sv98.de: Warst du beim Einlaufen ein wenig nervös? Schildere uns doch bitte einmal, wie sich die ersten Minuten bei deiner Rückkehr auf die Fußballbühne angefühlt haben?
Balogun: Erstaunlicherweise war ich gar nicht nervös. Als der Trainer mir gesagt hat, dass er überlegt, mich zu bringen, spürte ich in diesem Moment ein wenig Anspannung. Aber direkt vor dem Spiel habe ich mich nur noch gefreut, dass es endlich losgeht. Glücklicherweise bin ich dann gut ins Spiel gekommen: Die ersten Zweikämpfe habe ich gewonnen, die ersten Ballkontakte waren gut. Aber vor allem habe ich mich dank der Unterstützung des Teams total sicher gefühlt. Wir haben auf dem Platz viel gesprochen -allen voran natürlich mit den Spielern um mich herum, also Tobi, Helle und Brege, der sehr viel gecoacht hat. Die Jungs haben es mir sehr einfach gemacht. So hat es auf Anhieb ganz gut funktioniert.
sv98.de: Nach Ende deines Vertrages bei Fortuna warst du vereinslos. Wie hast du dich in dieser Zeit fit gehalten, um schnell wieder für die 2. Liga bereit zu sein?
Balogun: Ich habe bei der Mannschaft meines alten Trainers von Türkiyemspor bei Viktoria Berlin mittrainiert. Nebenbei hatte ich noch mit einem Personal-Trainer gearbeitet, um so fit wie möglich zu bleiben.
sv98.de: Einige Lilienfans wissen wohlmöglich noch nicht, dass du bereits für die nigerianische Nationalmannschaft aufgelaufen bist. Wie kam es zu deinem Einsatz für Nigeria am 5. März 2014 gegen Mexiko?
Balogun: Das ist ein wenig kurios: Durch ein Interview mit einem Journalisten wurde ich in Nigeria erst einmal ein wenig medial präsent. Dann hat mich der Nationaltrainer persönlich angerufen und gesagt, dass durch den Ausfall von Joseph Yobo eine Lücke entstanden ist, die er mit mir füllen möchte. So ist es schließlich auch gekommen.
sv98.de: Bei deinem Einsatz hast du dir jedoch einen Mittelfußbruch zugezogen. Ist es dein Traum, noch einmal für Nigeria spielen zu dürfen?
Balogun: Ja klar, das wäre natürlich super. Allerdings wurde der Trainer erst kürzlich entlassen und man muss abwarten, wie sich die Mannschaft jetzt neu aufstellt. Und so weit will ich auch noch gar nicht denken, für mich stehen erst einmal einzig die Lilien im Mittelpunkt.
sv98.de: Du bist in Berlin geboren, fühlst du dich trotzdem eher als Nigerianer denn als Deutscher?
Balogun: Ich fühle mich zu beiden Nationen hingezogen, aber schon eher als Deutscher, da ich nach deutschen Sitten erzogen wurde und durch meine Herkunft hier verwurzelt bin. Durch meinen Vater habe ich jedoch die Möglichkeit erhalten, für Nigeria zu spielen, was sehr schön war und mich mit Stolz erfüllt hat.
sv98.de: Als nächstes steht der Kracher gegen den 1. FC Nürnberg auf dem Programm. Wie lautet dein Tipp für das Montagabendspiel am Bölle?
Balogun: Ich bin ein schlechter Tipper (lacht). Ich hoffe aber, dass wir was Zählbares mitnehmen.